ADAC-Verkehrsübungsplatz Solitude-Turm bleibt der optische Höhepunkt

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Seit 50 Jahren gibt es den Verkehrsübungsplatz im Mahdental. Jetzt soll er modernisiert werden. Foto: Holger Leicht

Leonberg - Ein Hauch von Geschichte weht durchs Mahdental. Immerhin war hier der Start- und Zielbereich der legendären Solitude-Rennstrecke. Einziger Zeuge aus dieser Zeit ist der Start- und Zielturm. Dahinter erstreckt sich seit 50 Jahren schon der Verkehrsübungsplatz des ADAC. Wo früher waghalsige Piloten im Fahrerlager ihre Rennmaschinen bestiegen und davondüsten, steht heute das Thema Sicherheit im Vordergrund. 10 000 Teilnehmer jährlich an Fahrsicherheitstrainings vermeldet der Automobilclub immerhin, dazu kämen rund 20 000 Fahranfänger die hier übten.

Die Unterführung fällt weg

Doch ebenso wie der Turm ist auch der Übungsplatz in die Jahre gekommen, während der technische Fortschritt nicht Halt macht. Aus diesem Grund will der ADAC die Anlage modernisieren und erweitern. So sind neue Betriebsgebäude geplant, dazu ein Schulungszentrum und eine neue Zufahrt von der Mahdentalstraße. Die Einfahrt über die Boxengasse und dann durch eine Unterführung entfällt dann. Die Reste der historischen Boxengasse werden mehr oder weniger still gelegt und nur noch für Veranstaltungen genutzt.

Blick auf das Gelände bleibt erhalten

Wie letztlich gebaut wird, dafür hatte der ADAC einen Einladungswettbewerb für Architekten und Landschaftsarchitekten gestartet, dessen Sieger nun im Gemeinderat vorgestellt wurden. Nach einer Überarbeitungsrunde hat sich letztlich der Entwurf der Kooperation Steimle Architekten und Koeber Landschaftsarchitektur durchgesetzt.

So könnte der Blick von der Straße auf das Gelände aussehen. Foto: Steimle Architekten/ADAC
Die Wettbewerbsjury lobte besonders, dass in dem Entwurf der Start- und Zielturm freigestellt erhalten bleibe und zudem um einen Aufenthaltsbereich aufgewertet werde. „Im Dialog zwischen Bestehendem und dem Neubau entsteht ein Ort von großer Eigenständigkeit und Identifikationsmöglichkeit“, urteilte die Fachjury.

Das Besondere des Entwurfs: Die neuen überdachten Parkplätze und ein Unterstand für Regenwetter sind terrassenförmig von der Straße abgesetzt. Damit wird zum einen der Höhenunterschied zwischen Mahdentalstraße und der Anlage gut genutzt, zum anderen bleibt der Blick der Autofahrer in die Landschaft ungetrübt.

Drei Projekte in sensiblem Gebiet

Im November 2016 hatte der ADAC das Vorhaben erstmals öffentlich gemacht. Damals gemeinsam mit dem Seehaus Leonberg und dem Hotel Glemseck, das von der Seehaus-nahen Stiftung Hoffnungsträger geführt wird. Alle drei Einrichtungen wollten aus- und umbauen. Doch schon im März 2017 splittete der Gemeinderat das Ganze wegen der schieren Größe in drei Einzelpunkte auf. Im Dezember 2017 wurde schließlich die dazugehörige Änderung des Flächennutzungsplanes angeschoben.

Alle drei Vorhaben waren von Anfang an nicht unumstritten. Liegt das gesamte Areal doch im Landschaftsschutzgebiet Glemswald. Zudem wurden Anwohnern der Mahdentalsiedlung immer wieder An- oder Umbauten verwehrt mit Verweis auf die besondere Schutzbedürftigkeit der Natur dort.

Mit dem Siegerentwurf wird weitergearbeitet

Der Gemeinderat hat aber nun einstimmig den Weg dafür frei gemacht, dass der ADAC auf Grundlage des Siegerentwurfs weiter planen kann. „Der Siegerentwurf und die weiteren Entwürfe dienen als Anhaltspunkt, wie eine mögliche Bebauung aussehen könnte“, heißt es von Seiten des ADAC Baden-Württemberg. Parallel zum Flächennutzungsplan wird nun im Leonberger Rathaus an einem Bebauungsplan für das Gelände gearbeitet.

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