Zwei Unterkünfte für Ukrainer Sporthalle in Leonberg wird als Notunterkunft belegt

Von Anne Rheingans
Die Sporthalle am Berufsschulzentrum Leonberg ist für die erwarteten Geflüchteten aus der Ukraine hergerichtet. 40 sollen schon nächste Woche hier unterkommen. Foto: Simon Granville

Viele Geflüchtete aus der Ukraine kommen in den nächsten Tagen und Wochen im Landkreis Böblingen an. Damit sie in Leonberg und Umgebung ein Bett vorfinden, hat der Kreis seine eigene Liegenschaften für diese Menschen vorbereitet.

Im Landkreis sind nach Angaben des Landratsamtes aktuell rund 3500 Ukrainerinnen und Ukrainer untergekommen. „Nach wie vor ist der überwiegende Anteil in privatem Wohnraum in den Städten und Gemeinden des Kreises untergebracht“, heißt es in einer Pressemitteilung der Behörde. Die Menschen, die nun ankommen, sollen verstärkt in den kreiseigenen Liegenschaften vorläufig untergebracht werden. Die Zahl der Geflüchteten, die dem Kreis Böblingen vom Land zugewiesen wurden, ist zwar jüngst zurückgegangen. Trotzdem werden weitere Unterkünfte benötigt.

Nächste Wochen ziehen die ersten ein

Bereits im März hatte Landrat Roland Bernhard angekündigt, dass auch kreiseigene Schulsporthallen als Notunterkünfte vorbereitet werden. In der Stadt Leonberg betrifft das die Sporthalle des Berufsschulzentrums. Sie soll ab der kommenden Woche „übergangsweise“ als Notunterbringung genutzt werden, teilt das Landratsamt mit. Dort könnten maximal 130 Menschen eine Unterkunft finden.

Noch ist die Halle leer. Die ersten rund 40 Menschen aus der Ukraine sollen aber bereits nächste Woche dort einziehen. Schon in der vergangenen Woche wurde die Halle am Berufsschulzentrum für die Ankömmlinge mit Betten und anderen Dingen bestückt. „Die Vorbereitung ist abgeschlossen“, sagt Simone Hotz, die Pressesprecherin des Landratsamtes Böblingen.

Zweite Unterkunft in der Mollenbachstraße

In Leonberg gibt es eine zweite Unterkunft und zwar in der Mollenbachstraße. Dabei handelt es sich ebenfalls um ein kreiseigenes Gebäude mit einer Kapazität für bis zu 150 Personen. Sie stehe jetzt auch zur Verfügung und werde nach Bedarf belegt, schreibt die Pressestelle des Landratsamtes in der Mitteilung. Man rechne derzeit mit einer Zuweisung in der Größenordnung von 40 bis 50 ukrainischen Geflüchteten pro Woche, heißt es aus dem Landratsamt.

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Darüber hinaus greift der Kreis Böblingen auf weitere Kapazitäten zurück. Die Halle bei der Gottlieb-Daimler-Schule 1 in Sindelfingen ist seit Mitte Mai in Betrieb und hat eine Kapazität für knapp 160 Geflüchtete. Aktuell sind dort rund 110 Menschen untergebracht. Betreut werden die Menschen in den verschiedenen Orten jeweils durch eine Heimleitung und Sozialbetreuung sowie einen Sicherheitsdienst. Um zusätzliche Geflüchtete vorläufig unterzubringen, ist der Landkreis Böblingen dabei, seine Kapazitäten weiter auszubauen. Das soll bedarfsgerecht passieren, „entsprechend der weiteren Entwicklung der Zugangszahlen“, wie Pressesprecherin Simone Hotz auf Nachfrage sagt.

Ludwigsburg plant vorerst ohne Hallen

Der Kreis Ludwigsburg sieht derzeit noch keinen Bedarf, auf Sporthallen zurückzugreifen. „Noch reichen die Kapazitäten des Landkreises in den regulären Gemeinschaftsunterkünften aus“, teilt Pressesprecher Andreas Fritz auf Nachfrage mit. Allerdings baue der Kreis weiterhin Unterkunftskapazitäten auf und verteile Geflüchtete zügig im Wege der Anschlussunterbringung an die Kommunen weiter.

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