Zaubertheater in Leonberg Eine wirklich zauberhafte Drohkulisse?

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Der SPD-Kreisrat Günther Wöhler bezieht Stellung und nimmt Verwaltung und Gemeinderat in Schutz. Foto: Strotmanns

Leonberg - Die Absage des Zaubertheaters für Leonberg schlägt hohe Wellen. „Das hat vor allem in den sozialen Medien ein Echo ausgelöst, das ich erschreckend finde“, meldet sich der Leonberger SPD-Kreisrat Günther Wöhler zu Wort. Persönliche Beschimpfungen und Pauschalurteile über die angeblichen Verhinderer aus der „grünen Ecke“ und die Stadtverwaltung seien fast die Regel. Am Wochenende hat der Magier Thorsten Strotmann nämlich angekündigt, dass er sein geplantes Zaubertheater in Leonberg doch nicht bauen will, sondern in seinem alten Domizil im Römerkastell in Stuttgart weitermachen wird.

„Ich erwarte sorgfältige Abwägung“

Dazu meint Wöhler: „Als Leonberger Bürger erwarte ich von meiner Stadtverwaltung und meinem Gemeinderat bei Projekten dieser Größe eine sorgfältige Abwägung, gerade wenn es um viel zusätzlichen Verkehr und ein ökologisch brisantes Baugebiet geht.“ Obwohl solche Abwägungen in der Regel viel Zeit in Anspruch nehmen, habe der Gemeinderat durch einen positiven Bescheid kurzfristig den Weg für konkrete Planungen freigemacht, lobt Wöhler das Rathaus und die Kommunalpolitiker.

„Dass Umweltfragen bei der Planung eine Rolle spielen müssen ist wohl selbstverständlich, ebenso, dass sich diejenigen, die das besonders ernstnehmen und auch entsprechende Sachkenntnis haben, sich zu Wort melden“, ergänzt er.

Auch ein „Zauberer“ wisse, dass Bauvorhaben nicht auf einem Wunschzettel stehen und durchgewinkt werden, gibt der Kreisrat und bekennende Fan von Zaubershows zu bedenken. „Insofern war der anvisierte Zeitplan von der ersten Idee bis zur Eröffnung innerhalb von zwei Jahren abenteuerlich“, sagt Wöhler.

Eine naive Begründung?

„Die Begründung für den Rückzug trotz positivem Votum des Gemeinderats – sinngemäß – man wolle den Leonbergern nichts aufdrängen, wenn nicht alle dahinterstehen, klingt etwas naiv“, sagt Wöhler. Insbesondere wenn man dann lese, dass der bisherige Vermieter im Römerkastell wegen der Umzugsüberlegungen plötzlich völlig freie Hand bei allen Umbau- und Erweiterungsplänen lässt und einen guten, langjährigen Mietvertrag anbietet, der Thorsten Strotmann erhebliche Gelder einspart.

„Vielleicht ist Herr Strotmann gar nicht naiv, sondern ein guter Geschäftsmann, der Leonberg als Drohkulisse für seinen Vermieter gezaubert hat“, schlussfolgert Günther Wöhler.

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