Yves Volte aus Renningen Er hat ein Gefühl für den Gasfuß

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Yves Volte träumt davon, in der GT3-Klasse erfolgreich zu starten. Foto: Joel Kernasenko

Renningen - Yves Volte kommt aus einer motorsportbegeisterten Familie. Sowohl sein Vater als auch seine Mutter waren Motorsportler. „Das wird bei uns von Generation zu Generation weitergegeben“, erzählt Yves‘ Vater Denis Volte, der bei einer großen Automobilfirma als Qualitätsingenieur arbeitet. Der Junior war bei den Rennen des Vaters stets dabei und entwickelte sich zu dessen härtestem Kritiker. Zusammen mit einigen anderen Vätern entschloss sich Denis Volte daher, beim MSC Merklingen eine Jugend-Kartgruppe aufzubauen und ließ Yves bei diversen ADAC-Kartslaloms starten.

Sein Talent zeigt sich im ersten Rennen

Als Yves acht Jahre alt war, zog die Familie berufsbedingt ins ungarische Kecskemét, knapp 100 Kilometer südöstlich von Budapest. Weil es dort eine professionelle Kartbahn gab, kaufte der Vater dem Sohn ein Kart. Sein enormes Talent zeigte sich schon in seinem ersten Rennen. „Wir sind an einem Samstag eigentlich nur zum Training hingefahren, aber der Veranstalter hat Yves überredet, doch einfach mal beim Rennen mitzufahren“, erinnert sich Denis Volte.

Da Yves das Zeittraining verpasst hatte, musste er vom Ende des Feldes starten. Doch bereits in der zweiten Runde setzte er sich an die Spitze und gewann das Rennen souverän. In dreieinhalb Jahren in Ungarn holte der Weil der Städter zwei Kartmeisterschaften. Als die Familie berufsbedingt nach China weiterzog, nutzte Yves Volte diese Möglichkeit, in den Formelsport einzusteigen.

Regelmäßig in England zum Testen

In der Formel 4-Serie China gelang ihm bei einem Rennen in Shanghai mit Rang zwei der Sprung aufs Podest, was zu einem kleinen Problem führte. „Eigentlich hätte diese Platzierung an die FIA gemeldet werden müssen, Yves hatte damals aber keine Lizenz“, sagt Denis Volte, der aber auch für diese Herausforderung eine Lösung fand.

In seiner zweiten Saison stieg er aus Kostengründen erst im sechsten Rennen der Serie ein, beendete diese aber dennoch auf dem vierten Rang. 2018 gelang Yves Volte der Sprung in die GT4-Klasse mit Aston Martin. „Er wurde als erster Deutscher ins Juniorprogramm aufgenommen und war regelmäßig in England zum Testen“, erzählt Denis Volte. Bei der GT China fuhr der Weil der Städter regelmäßig gute Platzierungen ein. Sein erstes Rennen bei der ADAC GT4 auf dem Sachsenring endete mit Rang zwei. Im zweiten sorgte ein Unfall dafür, dass am Ende nur Platz 13 zu Buche stand.

Als sich das Coronavirus Anfang 2020 in China ausbreitete, schickten die Eltern Yves zurück nach Deutschland zu den Großeltern. Hier ist der inzwischen 19-Jährige vor allem bei der Nürburgring-Langstrecken-Serie gestartet. Auch dort hat er seine Spuren hinterlassen. „Er hat seine Klasse gewonnen und war im Gesamtranking stets unter den besten 30“, erzählt Denis Volte. Mit seinem GT4-Fahrzeug sei er regelmäßig gegen GT3-Autos angetreten und häufig das beste GT4-Auto unter den rund 150 Startern gewesen.

Motorsport soll Hobby bleiben

Der Traum des 19-jährigen Rennfahrers wäre es, in der GT3-Serie starten zu können und die 24 Stunden auf dem Nürburgring zu gewinnen. „So eine Saison kostet rund 150 000 Euro, da braucht man Sponsoren“, weiß Denis Volte, der die Suche von China aus unterstützt. Mit der Firma Wolftechnik Filtersysteme aus Weil der Stadt steht Yves Volte seit diesem Jahr immerhin ein Partner finanziell zur Seite.

Als seine große Stärke sieht es Yves Volte, der inzwischen in Renningen wohnt, dass er sich dank seines technischen Verständnisses sehr schnell auf ein Auto einstellen kann. „Ich habe meistens nur die ein bis zwei Stunden beim offenen Training Zeit, dann muss alles passen“, erzählt der junge Mann mit den dunkelblonden Haaren.

Beruflich will er sich im Übrigen nicht mit Autos beschäftigen, im September beginnt er eine Lehre als Groß- und Außenhandelskaufmann. „Ein wenig Abwechslung zum geliebten Hobby tut mir gut“, sagt er und schmunzelt.

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