Wunschbaum in Weil der Stadt Damit das Weihnachtsfest gerettet ist

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Der Wunschbaum von Anneliese Probst (rechts hinten) steht in diesem Jahr in der Kreissparkasse an der Stuttgarter Straße. Marcel Kuß, Leiter der Filiale, und Julia Budach von der Stadt helfen beim Schmücken. Foto: factum/Jürgen Bach

Weil der Stadt - Es ist schlimm, wenn Eltern ihren Kindern nichts zu Weihnachten schenken können. Doch für viele einkommensschwache Familien ist dieses Schicksal leider traurige Realität. Während sich die einen Kinder an Heiligabend über zahlreiche Päckchen freuen können, gehört bei anderen ein Weihnachtsfest ohne Geschenke schon zur Normalität – und das keinesfalls nur in ärmeren Ländern, sondern auch hier in der Region. Um es betroffenen Familien zu ermöglichen, ihren Kindern an Weihnachten trotzdem einen Herzenswunsch zu erfüllen, gibt es mittlerweile in zahlreichen Gemeinden die Aktion Wunschbaum. So auch in Weil der Stadt, wo das Projekt in diesem Jahr bereits zum sechsten Mal stattfindet.

Stadt schreibt Familien an

Doch wie funktioniert die Aktion eigentlich? Im Voraus schreibt die Stadtverwaltung Familien mit geringem Einkommen an und macht sie auf den Wunschbaum aufmerksam. Aufgestellt wird dieser jährlich wechselnd in der Volksbank und in der Kreissparkasse Böblingen. Kinder erhalten bis zum 16. Lebensjahr je einen Wunschzettel, die Wünsche dürfen jedoch einen Rahmen von 30 Euro nicht überschreiten. Die anonymisierten Wunschzettel werden dann am Wunschbaum aufgehängt, wo freiwillige Spender sich einen oder mehrere Zettel vom Baum nehmen und den Wunsch erfüllen können. Spielzeug oder Fußballschuhe – hier ist alles dabei. Die weihnachtlich verpackten Päckchen werden dann bei der Stadtverwaltung abgegeben.

Bei der Bescherung, die einige Tage vor Weihnachten stattfindet, werden die Geschenke dann an die Kinder überreicht – geöffnet werden sie jedoch ganz traditionell erst an Heiligabend. Damit die Anonymität der Familien gewahrt bleibt, findet die Geschenkübergabe im nicht-öffentlichen Rahmen statt. Die zuständige Bürgermentorin Anneliese Probst, die selbst jedes Jahr bei der Bescherung anwesend ist, berichtet begeistert: „Die Kinder sind immer ganz arg glücklich!“

Zusammen mit dem Amt für Jugend und Soziales der örtlichen Stadtverwaltung organisiert sie in diesem Jahr bereits zum sechsten Mal den Weil der Städter Wunschbaum. „Ich habe einen Mentorenkurs gemacht. Dort wurden Projekte anderer Gemeinden vorgestellt und ich habe mir das Projekt Wunschbaum ausgesucht“, erzählt Anneliese Probst. „Die Motivation ist einfach, Kinder aus der Stadt Weil der Stadt zu beschenken.“

Für Kinder aus Weil der Stadt

Da es bereits zahlreiche Aktionen gibt, die sich an Kinder in anderen, ärmeren Ländern richten, soll durch die Aktion Wunschbaum für spendenfreudige Bürger die Möglichkeit entstehen, auch finanziell benachteiligten Familien im eigenen Wohnort ein schönes Weihnachtsfest zu bereiten. „In dem Fall weiß man zu 100 Prozent sicher, dass Kinder aus Weil der Stadt die Wunschzettel ausgefüllt haben!“, erklärt Anneliese Probst. Und das Konzept geht auf: der Bezug zum Ort sei ein wichtiges Argument für viele Spender.

Jährlich werden in Weil der Stadt zwischen 40 und 50 Wunschzettel eingereicht – und jeder einzelne Wunsch wird erfüllt. In diesem Jahr sind sogar 57 Wunschzettel eingegangen. „Dieses Mal sind es sehr viele, weil wir viele Flüchtlingskinder haben, die mittlerweile in Weil der Stadt sesshaft sind“, erklärt die Bürgermentorin. Trotz der hohen Zahl wird auch in diesem Jahr wieder ausnahmslos jeder Wunsch erfüllt. Grund dafür: In Weil der Stadt habe sich der Wunschbaum bereits als feste Instanz etabliert. „Ich muss gar nicht mehr viel Werbung machen, sondern ich werde schon auf der Straße angesprochen!“, berichtet Anneliese Probst zufrieden: „Innerhalb von drei Tagen sind alle Wunschzettel weg!“ Einige der Bürger nehmen jedes Jahr an der Aktion teil, manche erfüllen sogar mehr als nur einen Wunsch. „Die Spender sind sehr großzügig“, berichtet Anneliese Probst begeistert. Denn am Ende geht es bei Weihnachten ja genau darum: anderen großzügig eine Freude machen.

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