WTG Heckengäu An die Geräte: Premiere in der 3. Liga

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Philipp Lutz ist bereit für die Bundesliga. Foto: Georg Hrivatakis

Turnen - Mit Verspätung starten die Turner der Wettkampf- und Trainingsgemeinschaft Heckengäu, die sich aus den Mitgliedsvereinen SV Leonberg/Eltingen, SpVgg Renningen, TSV Gärtringen und VfL Herrenberg zusammensetzt, in die Drittliga-Saison. Ursprünglich war der Auftakt für den 19. September vorgesehen. Corona-bedingt fällt der Startschuss nun an diesem Wochenende.

Nach ihrer erfolgreichen Teilnahme am Aufstiegswettkampf zur Deutschen Turnliga (DTL) im vergangenen Dezember, hat die Gemeinschaftsriege alle Hebel in Bewegung gesetzt, um sich möglichst optimal auf das Abenteuer Dritte Liga vorzubereiten. „In den Monaten des Lockdowns haben wir uns so gut wie möglich auf dem Trimm-Dich-Pfad und zuhause fit gehalten“, beschreibt der sportliche Leiter Wayne Jaeschky aus Renningen, einen schwierigen Zeitabschnitt. Nachdem die Hallen Ende Mai wieder geöffnet wurden, setzten „unsere Turner und Trainer alles daran, das Leistungsniveau wiederherzustellen“, so Jaeschky weiter.

Ein unglücklicher Unfall

Vor einer Woche, und damit 14 Tage vor Saisonbeginn in der 3. Bundesliga Süd, turnte die WTG einen Test-Wettkampf gegen die zweite Mannschaft des Bundesligisten KTV Straubenhardt. Am Sprung und am Barren setzte sich die Gemeinschaftsriege knapp durch. Jedoch dominierten die starken Nordschwarzwälder die restlichen Geräte und siegten verdient. „Der Vergleich brachte uns wichtige Erkenntnisse für die Trainingsarbeit“, bewertet Trainer Andreas Zeile aus Gärtringen den Ausgang des Test-Wettkampfes.

Ein unglücklicher Unfall überschattete allerdings das Duell in Straubenhardt. Heckengäus Top-Scorer Manú Tschur (19) verletzte sich bei der Landung nach seiner Ringeübung am Knie schwer und fällt für die Saison aus. Die WTG könne aber dennoch auf ein außerordentlich starkes Team setzen, bekräftigt Zeile.

Im Vergleich zum Aufstiegswettkampf gibt es keinen Abgang zu verzeichnen. Kapitän Nick Ackermann (23, Gärtringen), bildet zusammen mit den Renninger Brüdern Lovis (23) und Niccolo (18) Spiess, dem 21-jährigen Barrenass Philipp Lutz, den Pauschenpferdspezialisten Lars Herbstritt (26), Jan Griesmeier (20) und Peter Knemeyer (25), sowie dem jungen Allrounder Adrian Dudev (17) und dem 22-jährigen Christian Marques aus Renningen, ein leistungsfähiges Kernteam.

„Wir sind sehr stolz“

Komplettiert wird der Kader durch die Routiniers Simon Eitel (25, Gärtringen), Tobias Weckerle (27, Gärtringen) und Luis Weiß (22, Renningen). Zur Saisonmitte wird auch der 23-jährige Lukas Unger wieder mitmischen, der derzeit studienbedingt passen muss.

„Wir sind sehr stolz, erstmalig in unserer noch jungen Geschichte, in der 3. Bundesliga an den Start gehen zu können“, sagt Jaeschky. Bedingt durch die Pandemievorgaben wird die Saison jedoch ganz anders verlaufen als geplant, worüber man in der Gemeinschaftsriege aber nicht traurig sein dürfte. Die Verantwortlichen der DTL haben entschieden, dass es in diesem Jahr keinen Absteiger geben wird. „Wir können also ohne Druck turnen und deutlich entspannter versuchen, im Oberhaus des deutschen Turnens Fuß zu fassen“, formuliert Jaeschky das Saisonziel.

Die 3. Bundesliga Süd wurde in zwei Gruppen mit je vier Mannschaften aufgeteilt. Jede Mannschaft hat drei Duelle. Aus den daraus resultierenden Tabellen folgen Überkreuzwettkämpfe. Der Erste der Gruppe A misst sich mit dem Zweiten der Gruppe B und andersherum. Dies ergibt dann die Gesamttabelle der 3. Bundesliga Süd.

Aussagen über die Leistungsfähigkeit der Konkurrenz sind derzeit kaum möglich. „Der mögliche Einsatz von ausländischen Turnern aufseiten der Gegner oder der weitere Verlauf der Pandemie könnte für Überraschungen sorgen“, mutmaßt Jaeschky.

Foto: Georg Hrivatakis

Wer die Auftritte der WTG Heckengäu live verfolgen will, der muss auf jeden Fall reisen. Einen Heimwettkampf wird es in dieser Saison nicht geben. „Das können wir nicht finanzieren“, begründet Wayne Jaeschky, warum die WTG ihren Kampf gegen den TSV Grötzingen an diesem Wochenende in Bühl austrägt. Noch hat der Verein keine eigene Bodenfläche. Ein vierstelliger Betrag wäre nötig, um diese auszuleihen. Diese Ausgabe würde sich aber nur rechnen, wenn die WTG Heckengäu mehrere Heimwettkämpfe in der Saison gehabt hätte. „Wir können uns als kleiner Verein nicht leisten, deswegen ein Minus zu machen“, sagt der sportliche Leiter. In Bühl sind derzeit 250 Zuschauer erlaubt. Eine Anmeldung vorab über die Internetseite der WTG wird erbeten.

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