Wohnbau Weissach Die frühere Kommbau baut wieder

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In der Talstraße in Weissach steht schon der Bagger bereit. Foto: factum/Granville

Weissach - Die „Wohnbau Weissach“ (WWG) tritt erstmals in Erscheinung. Mit einem Spatenstich haben der Weissacher Bürgermeister Daniel Töpfer (CDU) und WWG-Geschäftsführer Hans Heinzmann in dieser Woche den Startschuss für das Projekt in der Talstraße gegeben. Entstehen soll dort ein Gebäude mit sechs sozial geförderten Wohnungen.

„Das ist eine sinnvolle Nachnutzung für die alte Moste, die hier stand“, sagte Töpfer. Zugleich ist es eine Premiere. Denn die „Kommbau“, wie die gemeindeeigene Gesellschaft bis März hieß, hatte nur noch ihre bestehenden Gebäude verwaltet, gebaut hatte sie aber schon lange nicht mehr. Die letzten Projekte waren die beiden Pflegeheime und die Strudelbachhalle in Weissach gewesen.

Kommbau war oft in den Schlagzeilen

Seitdem hatte es die Kommbau vor allem mit umstrittenen Vergabe-Praktiken in die Schlagzeilen geschafft. Örtliche Bauunternehmer seien bevorzugt worden, lautetet einer der Vorwürfe. Der neue Name Wohnbau Weissach soll nun nur das äußere Zeichen sein, dass man diese Zeit hinter sich gelassen und die Gesellschaft völlig neu aufgestellt habe, wie Daniel Töpfer schon bei seinem Neujahrsempfang bekannt gegeben hatte.

Das Wohnungs-Projekt in der Weissacher Talstraße steht nun für diesen Neuanfang. „Der Zweck der Gesellschaft ist ein ganz anderer“, sagte der Bürgermeister beim Spatenstich. „Wir bauen keine Gebäude mit öffentlichem Charakter mehr, sondern wir schaffen Wohnraum.“ Das komme Menschen mit einem geringen Einkommen zugute, die in der Region Stuttgart Schwierigkeiten haben, Wohnraum zu finden. „Die Wohnbau Weissach hat damit die Aufgabe, neues Vertrauen zu gewinnen – dieses Projekt passt dazu“, befand Daniel Töpfer, der auch Aufsichtsratschef der WWG ist.

Sechs Wohnungen, die zwischen 34 und 74 Quadratmetern groß sind, entstehen in dem Haus. Der Architekt Gunther Fröhlich vom Stuttgarter Büro Arcin hat mit zwei massiv gebauten Voll- und einem Dachgeschoss geplant. „Städtebaulich wird sich das Haus in die Umgebungsbebauung integrieren“, erklärte er. Nach dem Spatenstich lege man jetzt los, die Fertigstellung ist für Herbst 2019 geplant. Für eine Verzögerung von zwei Wochen hat zuletzt das Wasserwirtschaftsamt gesorgt, das einen besseren Hochwasserschutz gefordert hat. Jetzt steht das Haus auf einem kleinen Damm, der 25 Zentimeter höher ist.

„Sie sehen, bei der WWG tut sich was“, bilanzierte daher auch der Geschäftsführer Hans Heinzmann. „Hier kann sie beweisen, dass sich die Gesellschaft völlig neu aufgestellt hat.“ Ihm ist bekannt, dass sie unter ihrem alten Namen Kommbau eine durchaus umstrittene und illustre Vergangenheit in dem Ort hat. Beim Spatenstich vergaß er daher nicht, zu erwähnen: „Die Aufträge werden öffentlich ausgeschrieben“, sagte Heinzmann. Soll heißen: Damit hält die WWG die gleichen Vergabekriterien ein, die auch für die Bauprojekte von Städten und Gemeinden gelten.

Die Beteiligten zeigten sich zufrieden, dass dennoch örtliche Firmen zum Zug gekommen sind. Den Rohbau erstellt zum Beispiel die Weissacher Karl Essig GmbH, die offenbar das einzige Angebot abgegeben hatte.

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