Windrad in Ditzingen Porsche macht Wind in luftiger Höhe

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Zehn Meter hoch soll die Kleinwindkraftanlage werden. Foto: imago

Die Theodor-Heuglin-Schule gilt vielen als Vorzeigeschule in der Region, wenn nicht darüber hinaus. Jetzt geht es aus anderen Gründen hoch hinaus angrenzend an den Campus der Gemeinschaftsschule im Ditzinger Teilort Hirschlanden. Dort soll ein zehn Meter hohes Windrad aufgestellt werden. An dessen Bau sind die Schüler nicht beteiligt. „Das wäre möglich gewesen“, sagt der Schulleiter der Gemeinschaftsschule, Jörg Fröscher, zwar. Aber die Schulleitung entschied sich auch deshalb dagegen, weil Schweißarbeiten notwendig sind. „Schweißarbeiten kann aber immer nur einer machen.“ Ein individuelles Arbeiten sollte mit dem Bau der Anlage aber nicht verbunden werden. Stattdessen befassen sich die Schüler nun auch mit dem Thema Dokumentation.

Erneuerbare Energien im Bildungsplan verankert

Windkraft ist ein Baustein erneuerbarer Energien, der in Baden-Württemberg ausbaufähig sei und sowohl im Fach Technik als auch im Fach Naturwissenschaft und Technik (NwT) verankert sei, begründete die Schulleitung die Beteiligung an dem Projekt von Porsche Engineering. Die Leitperspektive Bildung für nachhaltige Entwicklung (BNE) sei Bestandteil des Landesbildungsplans und Umweltschutz und Nachhaltigkeit seien zwei bedeutende Themen der Gegenwart und der Zukunft, so Fröscher.

„Das Windrad als Anschauungsobjekt für saubere Energiegewinnung soll unseren Schülerinnen und Schülern auf beziehungsweise neben dem Schulgelände ermöglichen, die reale Funktionsweise der Stromgewinnung durch Windkraft, deren Nutzung und Speicherung zu erkennen und damit einen Einblick in Zusammenhänge zwischen Natur, Gesellschaft, Naturwissenschaft und Technik zu erhalten. Für den Bau des Windrads sind Ingenieure von Porsche Engineering verantwortlich. Die hundertprozentige Tochter des Sportwagenherstellers mit Sitz in Weissach ist ein Ingenieur-Dienstleister im Automobilsektor. Eine Gruppe von elf Jungingenieuren hat das Windrad bereits gemeinsam im Rahmen eines Trainee-Programms gebaut. Mittels der Kleinwindkraftanlage sollte im Unternehmen das Bewusstsein für Nachhaltigkeit gestärkt werden. Anschließend sollte das Windrad an eine Schule gespendet werden.

Regelmäßige Kontrolle erforderlich

Für das Projekt war Porsche auf die Schule zugegangen. Immer wieder sei man mit dem Unternehmen in Kontakt gewesen, sagt Fröscher. Völlig überraschend kam die Kontaktaufnahme deshalb nicht. Gleichwohl gebe es keinen vergleichbaren Kontakt zu Porsche wie etwa mit Trumpf. Laserspezialist und Theodor-Heuglin-Schule verbindet seit Jahren eine intensive Bildungspartnerschaft.

Die Porsche-Trainees haben die Anlage bereits fertig erstellt. Zuletzt war über den Standort diskutiert worden. „Die Umweltprüfung ist erfolgt und der Artenschutz ist gewährleistet“, teilt der Rathaussprecher Jens Schmukal mit. „Wir haben allerdings die Vorgabe erhalten, in den nächsten drei Jahren ein sogenanntes Monitoring durchzuführen.“ Die Stadt muss in regelmäßigen Abständen das Gelände begehen, um zu sehen, ob Vögel von der Anlage getötet wurden. Das habe die Stadt zu dokumentieren, so Schmukal. Voraussichtlich im September werde die Anlage aufgestellt.

Rotordurchmesser von rund zweieinhalb Metern

Die Anlage soll eine Lebensdauer von mindestens zehn Jahren haben und hat eine maximale Leistung von 500 Watt. Eine Anzeige soll Auskunft über die erzeugte Energie geben. Der Rotordurchmesser beträgt 2,4 Meter. Weil das Windrad zehn Meter hoch ist, ist dafür keine Baugenehmigung nötig. Dies ist in Baden-Württemberg erst ab einer Höhe von über zehn Metern erforderlich.

Für die Aufstellung des Windrads ist eine freie Fläche mit einem Durchmesser von rund acht Metern notwendig. Der Mast wird dabei mit Stahlseilen abgespannt. Um Manipulation und Vandalismus vorzubeugen, wird der Standort entsprechend abgesichert werden. Der erzeugte Strom kann dann in der Schule in der Grundlast genutzt werden.

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