Wer bleibt in der Fußball-Bezirksliga? Selbst mit 50 Punkten kann es eng werden

Von Andreas Klingbeil
In der kommenden Spielzeit müssen sie ihre Tore in der A-Liga schießen: TSV Höfingen, TSV Merklingen und SKV Rutesheim II. Foto: Pixabay

Die ominöse 50-Punkte Marke: bislang galt sie als Schallmauer, hinter der nichts mehr passieren kann. Nach Lage der Dinge könnten aber noch nicht einmal diese 50 Zähler reichen, um sicher in der Bezirksliga zu bleiben. Mit Germania Bietigheim, SV Leonberg/Eltingen und TV Pflugfelden gibt es noch drei Wackelkandidaten in der Landesliga, die, wenn sie alle herunterkommen, den Abstieg in der Bezirksliga auf bis zu sieben Mannschaften verschärfen.

Die Routiniers müssen es richten

Zwei Mannschaften aus dem Altkreis Leonberg haben die 50 am vergangenen Wochenende voll gemacht. Der TSV Münchingen mit einem überzeugenden 5:1 beim TSV Heimsheim. Nach drei Niederlagen in Folge hat das schwer ins Trudeln geratene Team von Trainer Ahmet Yenisen wieder die Kurve gekriegt. Die Routiniers sollten es richten. Obwohl teilweise angeschlagen, schickte der Coach Spieler wie Francesco Di Clemente, Michael Koch, Luigi Ancona und seinen Bruder Fatih Yenisen von Beginn an ins Rennen. Die Wirkung blieb zunächst aus.

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Die Gastgeber diktierten das Geschehen und gingen folgerichtig mit dem Treffer von Adrian Thaqi in Führung (17.). Der Ausgleich in der 36. Minute von Nikola Prkacin war so etwas wie der Dosenöffner. Auf Heimsheimer Seite ging nichts mehr. „In der zweiten Hälfte hat die Mannschaft nicht mehr stattgefunden“, sagte der Abteilungsleiter Werner Greif. „Wir haben uns wehrlos ergeben.“ Das frühe Tor von Fatih Yenisen nach dem Wechsel (51.) tat sein Übriges. Der eingewechselte Yannick-Noah Kansy (65., 69.) und Luigi Ancona (90.+2) haben den scheinbar schon gesicherten TSV Heimsheim mit ihren Toren nun auch noch einmal in die Bredouille gebracht.

TSV Höfingen ist Punktelieferant

Allerdings trifft die Mannschaft von Trainer Jürgen Herrmann im letzten Spiel zuhause auf den TSV Höfingen. Das Schlusslicht ist nicht mehr wirklich konkurrenzfähig. Gegen den ebenfalls noch gefährdeten FV Löchgau II setzte es eine 0:7-Niederlage. Nach zwei Gegentoren von Hannes Rieger (24., 31.) war die Mannschaft bis zur Pause noch halbwegs im Spiel. Danach brachen wieder einmal alle Dämme. Die Gäste legten fünfmal nach und taten damit auch etwas für das Torverhältnis.

Zweimal Rot innerhalb von zwei Minuten

Die 50 hat auch der SV Perouse mit dem 1:1 bei Phönix Lomersheim erreicht. Eine gerechte Punkteteilung, wie der Trainer Marco Russo zu Protokoll gab. Um die sich die Gäste aber beinahe noch selbst gebracht hätten. Auf den Rückstand (51., Julius Stotz) hatte Perouse eine schnelle Antwort parat. Mehmet Semsettin Erdogan glich nur zwei Minuten später aus. Erdogan war es auch, der wegen Beleidigung eines Gegners in der 72. Minute mit Rot vom Platz gestellt wurde. Zwei Minuten später folgte ihm Mustafa Avci. Auch er bekam den roten Karton zu sehen, nachdem er mit offener Sohle zu Werke gegangen war. Lomersheim drückte, doch Keeper Flamur Gashi hielt den Punkt fest.

Gebersheim braucht noch zwei Siege

Für den SV Gebersheim sind die 50 Zähler die Maximalzahl, die der Club in den ausstehenden beiden Partien noch erreichen kann. Voraussetzung dafür war der 3:2-Erfolg gegen TASV Hessigheim. Nach einer starken ersten Hälfte und den Toren von Luca Giagnorio (4.), Haris Gudzevic (28.) und Lucas Gutscher (30.) riss der Faden mit der Gelb-roten Karte gegen Hessigheims Nino Bellantoni (58.). Die Gäste verkürzten in der 64. (Julian Reiser) und 88. (Salvatore Veneziano) Minute. Für den SVG-Trainer Björn Wenninger kann draus nur eine Konsequenz folgen: „Im nächsten Spiel müssen wir uns bewusst darüber sein, dass 45 gute Minuten nicht reichen“

Befreit zum Unentschieden

Nicht mehr reichen kann es nun auch rechnerisch für die SKV Rutesheim II – trotz des 1:1 gegen Bietigheim-Bissingen II. Angesichts der Leistung gegen das Topteam hätte der Abstieg wohl vermieden werden können. „Wir konnten befreit aufspielen, ohne Druck“, nannte der Trainer Kai Liedtke als Grund für die Leistungssteigerung.

Dass mehr möglich gewesen wäre, zeigte auch der TSV Merklingen mit dem 4:0 beim MTV Ludwigsburg. Kai Woischiski (14.) brachte den Stein ins Rollen. Julian Schwarz (35.), ein Eigentor und Alessio Altavilla verschafften dem Absteiger ein Erfolgserlebnis.

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