Weltcupturnier Fechten Unterhauser narrt die Weltspitze

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Trainingsstätte in Tauberbischofsheim: Hier wird der Nachwuchs mit dem Degen und Florett (im Bild) ausgebildet. Foto: dpa/Jan-Philipp Strobel

Ditzingen - Erstmals ist Samuel Unterhauser bei einem Weltcup-Turnier bis in die Runde der letzten Acht vorgedrungen. Der Degenfechter aus Ditzingen belegte in Kazan (Russland) den achten Platz und schob sich damit in die Top-100 der Weltrangliste, wo er nun an Nummer 96 notiert wird. Auf seinem Weg unter die besten des Turniers kegelte der 23-Jährige, der für den FC Tauberbischofsheim startet, prominente Namen aus dem Wettbewerb, darunter einen amtierenden Olympiasieger.

„Samuel hat heute fantastisch gefochten und schlägt alle Franzosen sicher“, kommentierte der Bundestrainer Mario Böttcher die erste Final-Platzierung seines Schützlings. „Selbst eine Platzierung auf dem Siegerpodest war durchaus im Bereich des Möglichen.“ Die verpasste Unterhauser in der Tat nur um einen Treffer, und es brauchte schon den Weltranglisten-Dritten Igor Reizlin und den Sudden Death, um den Siegeszug des Ditzingers zu stoppen.

K.o. in der Verlängerung

Das Viertelfinalgefecht gegen den 37 Jahre alten Ukrainer, bei dem es bereits um die Medaillen ging, stand Spitz auf Knopf. Bei Gleichstand 7:7 war die neunminütige Gefechtszeit abgelaufen. In der Verlängerungsminute gelang dann Reizlin der entscheidende Treffer zum 8:7.

Statt Unterhauser zog somit der Ukrainer ins Halbfinale ein und feierte letztlich auch den Turniersieg durch ein 15:11 im Finalgefecht gegen Gergely Siklosi aus Ungarn. Den Bronzeplatz teilten sich die beiden weiteren Halbfinalisten Ahmed Elsayed (Ägypten) und Elmir Alizhamnov (Kasachstan).

Drei Franzosen in Folge

Für Samuel Unterhauser war das Abschneiden in Kazan dennoch das bisher beste Resultat seiner Karriere bei einem Weltcupturnier, zumal der Weg ins Viertelfinale über namhafte Gegner geführt hatte. Dank einer starken Gruppenphase erhielt Unterhauser zunächst ein Freilos für die K.o.-Runde der besten 256. Mit Siegen gegen Kim Sangmin (Südkorea) und Eugeni Gavalda (Spanien) zog er in die Runde der besten 64 ein. Von nun an avancierte der Ditzinger zum Schrecken der Franzosen.

Mit 15:10 schlug er den Weltranglisten-Elften Alexandre Bardenet und setzte damit schon das erste dicke Ausrufezeichen. Nach dem folgenden 15:9-Sieg gegen den jungen Luidgi Midelton stand Unterhauser im Achtelfinale, wo mit dem Weltranglisten-Sechsten Yannic Borel nun der dritte Franzose in Folge wartete. Doch auch der 32-jährige Mannschafts-Olympiasieger von 2016 und viermalige Weltmeister war dem Deutschen an diesem Tag nicht gewachsen. Unterhauser bezwang Yannic Borel mit 15:13 Treffern und zog ins Viertelfinale ein, wo er schließlich hauchdünn dem späteren Turniersieger unterlag.

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