Weissach-Flacht Pfarrer Harald Rockel geht in den Ruhestand

Von Brunhilde Arnold
Nur etwa 60 Menschen konnten coronabedingt an der Verabschiedung des Pfarrerehepaars teilnehmen. Foto: Jürgen Bach

Weissach - Im Pfarrhaus, wo Harald Rockel und seine Frau Heiderose über 15 Jahre gelebt haben, stapeln sich die Umzugskartons. Ihr privater Wohnsitz wird nun in Eutingen im Gäu sein. Am Sonntag hielt der Pfarrer seinen letzten Gottesdienst in der Laurentiuskirche. Das 800 Jahre alte Gotteshaus wurde erst vor einigen Wochen nach aufwendiger Sanierung unter maßgeblicher Leitung von Harald Rockel wieder eingeweiht.

Nur etwa 60 Gemeindemitglieder und Wegbegleiter konnten pandemiebedingt an der Verabschiedung des Pfarrerehepaares teilnehmen. Während der eigentliche Gottesdienst in der Kirche eher kurzgehalten wurde, gab es anschließend auf dem neu gestalteten Vorplatz trotz Graupelschauern und Regenfällen zahlreiche Dankesworte.

Kirchenrenovierung als große Herausforderung

Der langjährige Weggefährte des Pfarrers, der Weissacher Erwin Damson, sagte, die Stärke von Harald Rockel sei die Predigt gewesen sei. Auch sei er oft in die Häuser gegangen, um mit den Menschen zu reden. „Ich kenne keinen fleißigeren Pfarrer als ihn“, meinte Erwin Damson, der auch Heiderose Rockel mit einbezog. „Ihr seid ein Pfarrerehepaar zum Anfassen gewesen“, lobte er. Eine große Herausforderung sei die Kirchenrenovierung gewesen mit dem Ergebnis, dass man nun die drittschönste Dorfkirche im Dekanat habe.

Der Dekan Wolfgang Vögele skizzierte den Arbeitsbereich des Pfarrers: von den Taufgesprächen mit jungen Eltern, der Begleitung Jugendlicher, den Trauungen und dem Begleiten von Menschen beim Abschied. Rockel habe viele Gruppen und Kreise unterstützt und sich in kirchlichen Gremien eingebracht. Im Ruhestand bleibe er zwar aufgrund seiner Ordination als Pfarrer weiter berufen, tätig zu sein. „Aber jetzt bist du frei, wo und was du jetzt tust“, so Vögele.

Die Vertretung sei gut geregelt, wurde versichert

Der Bürgermeister von Weissach, Daniel Töpfer, hob den großen Anteil von Rockel bei der Kirchenrenovierung hervor, der immer wieder hartnäckig bei der Gemeinde vorstellig geworden sei, wenn es um Unterstützung dafür ging. Vera Härlin, Ortsvorsitzende der Landfrauen in Weissach, dankte dem Pfarrerehepaar im Namen der Vereine im Ort und erinnerte an den Church Run von 2019, an dem 300 Menschen für Spenden unterwegs waren. Die große Bedeutung der Ökumene auch für Harald Rockel betonte Barbara Bartholomäi von der katholischen Kirchengemeinde St. Clemens.

Thomas Nonnenmann, evangelischer Pfarrer in Weissach, dankte seinem scheidenden Kollegen dafür, dass er immer da gewesen sei, wenn man ihn gebraucht habe. Er hoffe zwar, dass die Vakanz nicht allzu lange dauere, versicherte aber, dass die Vertretung im Kollegenkreis gut geregelt sei.

Auch das Stall ausmisten gehörte für Rockel dazu

Auch Ulrich Gommel für den CVJM und die Kinder von der „Schatzkiste“, der Flachter Kinderkirche, verabschiedeten sich von ihrem Pfarrer. Spielerisch banden schließlich die Mitglieder des Kirchengemeinderats die Gäste mit ein, als es galt, Dinge zu erraten, die vielen von Harald Rockel in Erinnerung bleiben werden, wie etwa das Radfahren, Lesen, die Gartenarbeit, das Gebet und auch das Stall ausmisten. Denn Rockel war auch viele Jahre Bezirksbauernpfarrer gewesen. Die Gottesdienste mit dem Traktor und die Felderrundfahrten seien immer etwas Besonders gewesen.

Die Vorsitzende des Kirchengemeinderats, Sandra Körner, nannte schließlich noch einige Zahlen aus der gut 15-jährigen Dienstzeit des Pfarrers in Flacht: 291 Konfirmanden, 257 Taufen, 39 Trauungen, 216 Beerdigungen und viele Seelsorge-Besuche bei den Gemeindegliedern. Der Pfarrer nahm an 165 ordentlichen und zahleichen außerordentlichen Sitzungen des Kirchengemeinderats teil sowie an vielen Sitzungen des Bauausschusses.

Harald Rockel verabschiedete sich von seiner Gemeinde und den Gästen auf eine für ihn passende Weise, indem er nämlich noch einmal für alle um Gottes Segen bat.

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