Weissach Ein Lanz-Oldtimer zum Anfassen

Von
Michael Hölscher und Tony Hatter sind stolz auf den Lanz. Foto: factum/Simon Granville

Weissach - Wenn Autofahrer durch Flacht brausen, müssen sie nicht erschrecken. Denn auch wenn ihnen der Lanz-Bulldog schräg entgegen kommt, es ist nur optisch. Das Kunstwerk ist auf die Scheune des „Oldtimer-Clubs Weissach“ aufgemalt. „Wir hatten da einen weißen Flecken“, erklärt der Vorsitzende Antonius Rehr. „Wir haben uns gedacht: Daraus könnten wir was machen.“

Das Werk zeigt optisch nicht nur einen legendären Trecker, sondern steht symbolisch auch ein bisschen für die fleißige Sanierung der Scheune, die der Oldtimer-Club zu seinem Domizil umgestaltet. Irgendjemand hat da indessen zum Pinsel gegriffen. Tony Hatter war 34 Jahre bei Porsche, zuletzt leitete er die Abteilung Design-Qualität in Weissach, bis er im Herbst in den Ruhestand gegangen ist – und seitdem Zeit hat.

„Das war ein richtiges Happening“

Den Bulldog hat Tony Hatter zunächst gezeichnet, die Skizze eingescannt und dann per Beamer auf die Wand des historischen Hauses geworfen. Nachts war das, der Beamer stand auf der anderen Straßenseite. Der eine oder andere Autofahrer schaute verwundert. „Das war ein richtiges Happening“, berichtet Hatter. Mit dem Oldtimer-Club ist er schon lange verbunden, man kennt sich. Die Lanz-Aktion hat Club-Mitglied Michael Hölscher vermittelt, der ebenfalls bei Porsche gearbeitet hat. „Ich war Projektleiter beim Carrera-GT, Tony hatte das Design übernommen, so haben wir uns kennen gelernt“, erinnert sich Hölscher.

Auf der Wand des Flachter Schuppens ist jetzt aber kein Porsche zu sehen. „Der Lanz ist der König der Traktoren“, erklärt Antonius Rehr. Und sowas wie der König des Clubs, denn gleich drei Mitglieder besitzen ein solches Stück.

Ziel ist betreutes Schrauben

In Handarbeit sanieren die Mitglieder derzeit ihre Scheune. Seit der Vereinsgründung residieren sie schon hier, 2019 haben sie das Gebäude für einen kleinen Betrag von der Gemeinde überschrieben bekommen. Dach und Fassade sind jetzt saniert, auch der weiße Fleck an der Wand ist kreativ bemalt, jetzt bauen die Mitglieder noch eine Hebebühne ein, damit sie ihre guten Stücke fachgerecht warten können. „Ziel des Clubs ist betreutes Schrauben“, formuliert es der Vorsitzende Antonius Rehr und schmunzelt.

Hat jemand ein Problem, gibt es immer irgendeinen Spezialisten, der weiter weiß. Michael Hölscher kennt sich zum Beispiel mit Nockenwellen und Zahnrädern aus und gibt Workshops. Wegen einer fehlenden Kabeltülle ist ein Vereinsmitglied einmal fast verzweifelt. Auf Ebay und auf Oldtimermärkten war sie nicht zu beschaffen. „Da kannte ich einen mit einem 3-D-Drucker“, erinnert er sich. Und, schwupp, ausgedruckt, 6,50 Euro bezahlt – vorhanden war die Tülle.

Die Jugendarbeit ein großes Thema

130 Mitglieder hat der Oldtimer-Club, etwa 10 bis 15 davon sind regelmäßig aktiv. Bekannt ist er wegen seines Oldtimer-Treffens, mit dem er jeden Juli den kompletten Ortskern Weissachs unsicher macht. 500 Autos kommen da. „Und jedes Jahr drei bis vier Fahrzeuge, die ich noch nie gesehen hatte“, staunt Antonius Rehr.

Neues Projekt des Clubs ist jetzt die Jugendarbeit, um die man sich verstärkt kümmern will, kündigt Rehr an. Auch dafür sind die frisch renovierte Scheune und die neue Hebebühne gut. Ein Mitglied hat sich übrigens schon angemeldet. Es ist eine kleine Maus, auf dem Gemälde von Tony Hatter. Wer hat sie entdeckt?

Strohgäu Leonberg Rutesheim Weil der Stadt Renningen Weissach Enzkreis-Gemeinden

Sonderthemen