Weissach Die kommunale Wohnbau startet ein neues Projekt

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Der Spatenstich ist der Startschuss für das Bauprojekt. Foto: factum/Jürgen Bach

Weissach - Einen Namen gibt es schon: „Menzel-Areal“: Die „Wohnbau Weissach“ (WWG) startet ein neues Projekt. Bürgermeister Daniel Töpfer (CDU), der Geschäftsführer Hans Heinzmann und einige Bauleute haben in der Flachter Straße in Weissach dazu den Spaten in den Boden gestochen. Ein Gebäude mit 14 Wohnungen soll entstehen.

„Menzel-Areal“ heißt das Projekt, weil dort einst ein Fahrradladen mit eben jenem Namen angesiedelt war. Bis zuletzt hing noch ein Fahrrad an dem alten Gebäude, das jetzt abgerissen wurde. „Als ich 2014 mein Amt hier angetreten habe, war das Rad zu einem Drittel verrostet“, sagt Bürgermeister Daniel Töpfer. „Vor kurzem war es jetzt schon zu vier Fünfteln verrostet.“ Es sei höchste Zeit, dass hier was passiere.

Das Grundstück mit dem Gebäude in der Flachter Straße 5 befindet sich schon seit vielen Jahren im Besitz der Gemeinde. Nach mehreren Wasserrohrbrüchen war es marode und baufällig. Die Feuerwehr hatte es zuletzt als Übungsobjekt genutzt. Vor einem Neubau musste man sich auch mit den Nachbarn einigen, weil die eine Garage besaßen. Auch diese konnte die Gemeinde erwerben.

14 Wohnungen entstehen

Das Projekt stemmt jetzt die WWG, die frühere Kommbau, die sich im Besitz der Gemeinde befindet. „Die WWG wird nach der Umfirmierung in 2019 ihrem Auftrag gerecht und macht genau das, was eine kommunale Wohnungsbaugesellschaft tun soll: Wohnraum schaffen“, freut sich Töpfer.

14 Wohnungen entstehen. Kleine mit 33 Quadratmetern, aber auch eine große Wohnung mit 120 Quadratmetern. Zehn Wohnungen wird die WWG nach der Fertigstellung des Gebäudes verkaufen. Vier Wohnungen werden später vermietet. Das seien zwar keine Sozialwohnungen, weil man die Kriterien nicht erfüllen könne, sagt WWG-Geschäftsführer Hans Heinzmann. Trotzdem wolle man die Wohnungen zu neun Euro pro Quadratmeter vermieten – und damit ein Viertel unterhalb der ortsüblichen Vergleichsmiete. Damit es dann für die WWG kein Verlustgeschäft wird, kommt die Gemeinde für diese fehlenden 25 Prozent auf. „An diesem zentralen Standort von Weissach ist uns eine gute Durchmischung wichtig“, erklärt Hans Heinzmann.

Günstiger Wohnraum entsteht

Wer die günstigen Wohnungen bekommt, entscheidet später die Gemeindeverwaltung nach transparenten Kriterien und nach einer Ausschreibung. „Wir denken zum Beispiel an die Krankenschwester oder den Arbeiter, die keinen Anspruch auf eine Sozialwohnung haben“, kündigt Bürgermeister Töpfer an.

Zuvor aber müssen erst die Bauarbeiter ran. Man sei startklar, sagt der Architekt Bernd Conzelmann vom Stuttgarter Büro „Arcin“. „Es ist ein relativ kompliziertes Baufeld, weil es nach zwei Seiten abfällt.“ Hindernisse hat er schon weggeräumt. Das alte Haus ist abgerissen und auch archäologische Grabungen, die in der Baugenehmigung vorgeschrieben waren, hätten keine wertvollen Funde gebracht. „Das einzige waren alte Schweineknochen aus einer früheren Abortgrube“, berichtet Conzelmann. 80 Prozent der Handwerker sind bereits beauftragt, bislang bewege man sich im Kostenrahmen.

4,5 Millionen Euro investiert die WWG, die das Projekt aus eigener Tasche finanziert. Das Grundstück hat die WWG zuvor von der Gemeinde abgekauft.

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