Weil der Städter Bürgermeister-Wahl Wer steht noch auf dem Wahlzettel?

Von
Am Sonntag treten die Weil der Städter vor die Wahlurnen. Foto: dpa/Bodo Schackow

Weil der Stadt - Unterschriften von Unterstützern braucht man in Baden-Württemberg bei einer Bürgermeister-Bewerbung erst in Städten mit mehr als 20 000 Einwohnern. 50 Unterschriften sind das zum Beispiel in Kommunen zwischen 20 000 und 50 000 Einwohner. In Weil der Stadt mit seinen 19 200 Einwohnern konnten sich deshalb auch Kandidaten bewerben, die andernfalls wohl kaum eine Chance auf Unterstützung hätten.

Uwe Laich ist Lehrer an einer Stuttgarter Berufsschule und lebt in Leonberg. „Ich verzichte bewusst auf Wahlplakate, da ich das aus umweltpolitischen und ästhetischen Gründen für das Beste halte“, berichtet der 55-Jährige unserer Zeitung.

Er habe deshalb entschieden, sich auf das Internet zu konzentrieren. Im Falle seiner Wahl will er den Sanierungsstau auflösen, Jobs in der IT-Branche ansiedeln und für eine stärkere Integration der Teilorte sorgen, erklärt der studierte Verwaltungswirt und Kaufmann.

50. Bewerbung gefeiert

Das Thema von Ulrich Raisch ist die Einrichtung des ersten „Musikkindergartens“ in Baden-Württemberg. Um das umzusetzen, versucht(e) der Pädagoge in zahlreichen Kommunen, den Chefsessel zu erringen. In Erdmannhausen hatte Raisch ein kleines Jubiläum zu feiern: „Es ist die 50. Kommune mit weniger als 20 000 Einwohnern“, sagte er der „Marbacher Zeitung“. Systematisch beehre er Kommunen in dieser Größe mit seiner Kandidatur.

Zu Michael Ohm gibt es wenige Infos. Der Bremer war weder bei der Kandidatenvorstellung der Stadtverwaltung, noch nutzte er die Möglichkeit, Informationen im örtlichen Amtsblatt zu veröffentlichen. Laut „Schwarzwälder Bote“ kandidiert er auch in Burladingen und liebäugelt mit Ostfildern, wo Anfang 2021 gewählt wird. Politische Ämter hatte er noch keine inne, vor fünf Jahren war er aber Mitbegründer und Landesvorsitzender der Bremer „Partei der Vernunft“.

Zu Gefängnis verurteilt

Helmut Epple ist ein bekannter Name in Sachen Bürgermeister-Ambitionen. Der Weissacher Privatier hat es zuvor schon in seiner Heimatgemeinde, in Renningen und in Rutesheim versucht. Der 61-Jährige war aufgefallen, als ihn vor einem Jahr das Amtsgericht Leonberg zu zwei Jahren und acht Monaten Gefängnis verurteilt hatte, wegen mehrfacher gefährlicher Körperverletzung und falscher Verdächtigung. Epple legte Berufung ein, deshalb ist er noch auf freiem Fuß. Wie das Landgericht Stuttgart unserer Zeitung auf Anfrage mitteilt, ist die Berufungsverhandlung für Oktober angesetzt, nachdem sie wegen Corona verschoben worden war.

Strohgäu Leonberg Rutesheim Weil der Stadt Renningen Weissach Enzkreis-Gemeinden

Sonderthemen