Weil der Stadt Tiefbau am Marktplatz wird teurer

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Nach der Umgestaltung soll der Marktplatz autofrei werden. Foto: factum/Jürgen Bach

Weil der Stadt - Die Sanierung des Weiler Marktplatzes wird noch vor Beginn der Bauarbeiten teurer. Der Gemeinderat hatte im Dezember 2019 die Neugestaltung für rund 3,8 Millionen Euro beschlossen. Für die reinen Tiefbauarbeiten hatte das Ingenieurbüro Schädel Baukosten in Höhe von 800 000 Euro angegeben (inklusive Baunebenkosten). Auf die Ausschreibung der Stadt Weil der Stadt hin kamen drei Angebote zurück. Das niedrigste lag bei knapp einer Million Euro, inklusive der Nebenkosten macht das 1,15 Millionen Euro.

Damit die Arbeiten trotzdem beginnen können, hat der Bürgermeister Thilo Schreiber eine Eilentscheidung zur Vergabe der Arbeiten getroffen. Denn die Umgestaltung des Marktplatzes soll bis Ende 2021 abgeschlossen sein. Und damit die Tiefbauarbeiten bis Ende 2020 beendet werden können, ist ein Baubeginn Mitte Mai erforderlich, heißt es in einer Mitteilung der Stadtverwaltung. Ein Abwarten bis zur nächsten Gemeinderatssitzung sei nicht möglich, da das beauftragte Unternehmen einen sechswöchigen Vorlauf braucht. Und die nächste Gemeinderatssitzung im April kann wegen der Corona-Pandemie nicht stattfinden.

Die zusätzlichen Kosten beruhen in Teilen auf der Ausschreibung zusätzlicher Arbeiten. Zum Beispiel bei der Brunnentechnik: Damit die Brunnen auch bei längerer Trockenheit mit Wasser versorgt werden können, wurde im Verlauf der weiteren Planung der Anschluss an die Bodenseewasserversorgung gewünscht. Unter anderem sind daher eine Pumpe, eine Dosiereinheit und mehrere Schieber notwendig. Um dies in einem Bauwerk unterzubringen, muss für jeden Brunnen ein Standardschacht angelegt werden.

Zugleich sind die Baupreise seit der Kostenschätzung von Anfang 2018 gestiegen. Weitere rund 215 000 Euro betreffen notwendige Zusatz- und Anschlussarbeiten für Kanal, Wasser und Nahwärme zwischen dem Leitungsnetz Marktplatz und den umliegenden Straßen sowie Vorarbeiten. Insgesamt müssen sämtliche Leitungen für Wasser, Abwasser, Strom und dergleichen erneuert oder ganz neu verlegt werden, bevor es mit der eigentlichen Marktplatzerneuerung losgehen kann.

Immerhin: In Bezug auf die Kosten für die Platzgestaltung selbst gibt es vom zuständigen Büro Glück die aktuelle Aussage, dass der bisherige Ansatz von rund drei Millionen Euro inklusive Baunebenkosten eingehalten werden kann. Außerdem erhofft sich die Stadt noch eine Reduzierung der Mehrkosten zum Beispiel bei der Entsorgung des Aushubmaterials.

Eine der wesentlichsten Änderungen, die dem Marktplatz bevorstehen, ist, dass er zukünftig autofrei werden soll. Das hat kritische Stimmen von Händlern und auch von manchen Bürgern hervorgerufen. Die Entscheidung im Gemeinderat fiel aber einstimmt zugunsten der vorgelegten Pläne. Der Platz bekommt einen „steinernen Teppich“ als Zentrum, dazu Freitreppen, eine Sandsteinkante um das Kepler-Denkmal, eine Baumreihe und Sitzbänke.

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