Weil der Stadt Der Weihachtsmarkt fällt in diesem Jahr aus

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Schön war’s, wie hier auf dem Kepler-Weihnachtsmarkt 2017. Foto: factum/Archiv

Weil der Stadt - Manch schwitzender Zeitgenosse denkt in diesen heißen Tagen sehnsüchtig an Schnee und Weihnachten. Das haben auch die Organisatoren des Kepler-Weihnachtsmarktes  getan – und sind dabei ebenfalls heftig ins Schwitzen gekommen.

Jetzt ist aber klar: Es gibt wohl kaum noch eine Chance, den Weihachtsmarkt 2018  zu retten. „Leider müssen wir mitteilen, dass der Kepler-Weihnachtsmarkt in Weil der Stadt dieses Jahr ausfällt“, heißt es seit Donnerstag  auf der Homepage der Organisatoren. Damit ist die Übergabe in die Hände neuer Organisatoren gescheitert.

„Berufliche Gründe“

Im April ist verkündet worden, dass fortan ein Team um Uwe Rathfelder, Martin Hauser und Markus Bantleon den Weihnachtsmarkt übernehmen will. Wie seither auch,  unter dem Dach des Weiler Gewerbevereins. „Wir bedauern, dass sie sich zurückgezogen haben“, erklärt Hansjörg Bay, der Vorsitzende des Gewerbe­vereins. Er nennt „berufliche Gründe“, warum sich das neue Team die Arbeit doch nicht zumuten wolle. Und so kurzfristig sei es nicht möglich, ein neues Team zusammenzustellen.

Seit 2011 hatte sich ein Team um die beiden Hauptorganisatoren Steffen Rüger und Jens Koch um den Markt gekümmert und ein komplett neues Konzept mit Mittelaltermarkt, Kinder-Wichtelwald, den Holzhütten und weiteren Besonderheiten  entwickelt. „Jens und ich, wir haben immer gesagt, dass wir aufhören möchten“, sagt Steffen Rüger nun   auf Nachfrage. Zumindest aus der federführenden Hauptorganisation hätten sich die beiden zurückziehen wollen, da die ihnen  Zeit fehle. „Es gab seither einige Treffen mit den neuen Organisatoren, damit sie unser Konzept kennen lernen“, sagt Rüger. 2017 hätten die Neuen schon viele Einblicke bekommen, in diesem Jahr hätten sie federführend übernehmen sollen.

Stadtverwaltung kann nicht übernehmen

Wie jetzt bekannt wird, hatten sich Rathfelder, Hauser und Bantleon  schon im Juni zurückgezogen. Seither gab es Gespräche mit den Beteiligten, dem Gewerbe­verein, der Stadtverwaltung und dem Gemeinderat. „Wir haben großen Respekt vor dem, was die ehrenamtlichen Organisatoren auf die Beine gestellt hatten“, sagt Hauptamtsleiter Jürgen Brändle.  Die Stadtverwaltung habe die Organisation aber nicht übernehmen können, teilt er mit. „Das würde bei uns auch nur nebenher laufen, und das geht nicht“, sagt er.

Auch mit Blick auf die Gewerbetreibenden, die auf die Märkte angewiesen sind, habe man den Markt aber jetzt absagen müssen, damit sie sich nach Alternativen umsehen können. „Wir sind aber zuversichtlich, dass es 2019 wieder klappt“, sagt Brändle.

Steffen Rüger kümmert sich also weiterhin um einen geordneten Übergang. Ein 40-seitiges Dossier haben sein Team und er zum Beispiel zusammen mit dem Stadtmarketing erarbeitet, das all die Aufgaben auflistet, die zu stemmen sind. „Wir legen jetzt die Rahmenbedingungen fest“, sagt er. „Und überlegen dann, wer 2019 neuer Organisator werden könnte.“ Einen kleinen Trost gibt es: Den Mittelalter-Markt auf dem Carlo-Schmid-Platz wird es auch 2018 geben, sogar von Freitag bis Sonntag.

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