Weil der Stadt Aus Versehen bleibt die Straße dunkel

Von Kathrin Klette
Am Freitag vor einer Woche blieb es an der Mittleren Straße duster. Foto: factum/Granville

Weil der Stadt - Dass es in Weil der Stadt nachts dunkel bleibt, ist bekannt. Denn nachts werden für mehrere Stunden alle Laternen grundsätzlich abgeschaltet. Das Prozedere ist nicht unumstritten. Dass an der Mittleren Straße in Merklingen am 9. November bereits vom späten Nachmittag an das Licht aus blieb, war so aber nicht vorgesehen. Das Prekäre daran: Am selben Abend kam es in eben dieser Straße zu einem Unfall, bei dem ein siebenjähriger Junge schwer verletzt wurde (wir berichteten). Ob allerdings das fehlende Licht mit dem Unfall überhaupt in Zusammenhang steht, das muss die Polizei erst klären.

Der Unfall ereignete sich am vergangenen Freitagabend gegen 18 Uhr. Nach Erkenntnissen der Polizei war ein 32 Jahre alter Autofahrer auf der Mittleren Straße, auf Höhe der Hausnummer 29, in Richtung Ortsausgang unterwegs. Plötzlich lief der Junge von dem unbeleuchteten Gehweg auf die Straße. Der Autofahrer konnte nicht mehr rechtzeitig ausweichen und erfasste das Kind mit seinem Wagen. Der Siebenjährige musste in ein Krankenhaus gebracht werden, die Mutter und die Schwester des Jungen sowie eine Zeugin, die den Unfall beobachtet hatten, mussten seelsorgerisch betreut werden. Wie es dem Jungen inzwischen geht, darüber konnte die Polizei keine Auskunft geben.

Versäumnis fällt am Mittag nicht auf

Doch warum war das Licht an der Straße überhaupt abgeschaltet? Kurz zusammengefasst: Es handelte sich dabei um ein Versehen. Wenige hundert Meter von der Unfallstelle entfernt führte die Netze BW Arbeiten im Bereich des Rathauses aus, um, wie gewünscht, die Stromkapazität für das Gebäude zu erhöhen. Bis dahin gab es für das Rathaus und für die Straßenbeleuchtung einen einzigen sogenannten Abgang im Kabelverteilerkasten an der Straße. Im Zuge der Arbeiten wurden zwei voneinander getrennte Abgänge eingerichtet. Zwar schloss die Netze BW das Rathaus noch am selben Tag an, den Abgang für die Straßenbeleuchtung unglücklicherweise nicht, wie eine Sprecherin der Netze BW erklärt. Nur war das Versäumnis am Nachmittag, als die Arbeiten von der Stadt abgenommen wurden, nicht aufgefallen, da es zu diesem Zeitpunkt noch hell war, sagt der Erste Beigeordnete von Weil der Stadt, Jürgen Katz. „Der Baubetriebshof erfuhr erst von der defekten Straßenbeleuchtung am Samstag gegen 9 Uhr.“ Dieser kümmerte sich daraufhin „unverzüglich um die Instandsetzung der Straßenbeleuchtung“, die dann auch am Samstagabend wieder funktionierte. Betroffen waren die Laternen zwischen der ehemaligen Gaststätte Löwen und dem Rathaus.

Immer wieder ein Thema

Unabhängig von diesem einmaligen Vorfall ist das Rathaus Merklingen in Sachen Straßenbeleuchtung kein unbeschriebenes Blatt. Eine Zeit lang fehlten im Bereich des Rathauses zwei Lampen. „Das Thema haben wir aber auf dem Schirm“, so Katz. Eine der Leuchten wurde mittlerweile ersetzt, fehlt nur noch eine. Diese soll ebenfalls innerhalb der nächsten Wochen eingebaut werden, kündigt Jürgen Katz an.

Kontakt: Hinweise zu ausgefallenen Straßenlaternen nimmt der Baubetriebshof unter 07033/534483 entgegen. Für Notfälle – wie ein komplett unbeleuchteter Straßenabschnitt – ist unter dieser Nummer außerhalb der Geschäftszeiten eine Bereitschaftsnummer hinterlegt.

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