Warmbronner Open Air Wenn das Unwetter die Pläne durchkreuzt

Von Marie Part
Klatschnass ziehen die Besucher vom alten Sportplatz rüber ins Jugendhaus um. Und feiern dann dort weite Foto: factum/

Leonberg - Die Stimmung ist großartig. Begeistert singen alle mit und springen wild durch den Matsch. Da macht ein bisschen Regen gar nichts aus. Doch plötzlich schlägt die Stimmung um. Der Himmel leuchtet bedrohlich auf und ein grölender Donner jagt den Nächsten. Dann ertönt auf einmal laut durch das Mikrofon: „Wir müssen abbrechen! Bitte verlassen Sie sofort das Gelände!“ Verunsichert schauen sich die Menschen um.

Das Warmbronner Open Air Festival „rockXplosion“ am alten Sportplatz muss am Samstagabend wegen einer Unwetterwarnung abgebrochen werden. Die Veranstaltung wird kurzerhand ins nahegelegene Jugendhaus in Warmbronn verlegt.

„Besser Vorsicht als Nachsicht“

Schon seit vergangenem November plant der Jugendhausverein Leonberg die Veranstaltung. Umso trauriger, dass die Planung sprichwörtlich ins Wasser fällt. „Es ist wirklich ärgerlich, dass alle unsere Pläne jetzt umgeändert werden müssen. Aber es lässt sich nicht ändern. Besser Vorsicht als Nachsicht“, sagt Jonas Krischke. Er ist schon von Anfang an in die Vorbereitungen involviert. „Das Jugendhaus hat zwar auch eine Bühne, doch sie ist für so viele Menschen eigentlich zu klein. Da müssen wir jetzt ein bisschen näher zusammenrücken“, erklärt er.

Während die Veranstalter versuchen, alles noch einmal umzuschmeißen, trudeln die Besucher nach und nach beim Jugendhaus ein. Viele sind klatschnass und braun vor lauter Dreck. Doch davon lassen sie sich nicht die Laune verderben. „Wenn die Musik gut ist, kann ich auch mal Matsch ertragen“, sagt Nadine Schuhmacher lachend. Die 19-Jährige ist zum ersten Mal auf dem Festival in Warmbronn. „Mein Vater war früher als Jugendlicher immer auch hier. Er hat mir so davon vorgeschwärmt, dass ich mir das auch einmal angucken wollte“, erzählt sie. Doch dann wird sie auf einmal ernst und erzählt: „Vorher gab es ein paar Autos, die wegen dem vielen Matsch auf dem Parkplatz nicht die Ausfahrt hochgekommen sind. Ihre Reifen sind durchgedreht und sie sind immer wieder runtergerutscht. Das war schon beeindruckend.“

Die „Banana Chicks“ gehen richtig ab

Allmählich sind alle Besucher am Jugendhaus angekommen und vertreiben sich mit einem Bier an der Bar die Zeit. So auch Alex und Nadine Flöper. „Wir sind nicht enttäuscht, dass das Festival hierher verlegt wurde. Die Sicherheit geht vor“, sagt Alex Flöper. Seine Frau und er waren früher Teil des Jugendhausvereines und kommen schon seit vielen Jahren zur „rockXplosion“. „Jedes Jahr ist es super entspannt und familiär. Das ist toll! Außerdem lernt man immer wieder etwas Neues kennen.“

Nach kurzer Zeit ist alles aufgebaut und nach einigen Soundchecks funktionieren auch die Mikrofone. Die „Banana Chicks“, eine Rock-Band aus Leonberg, kommt auf die Bühne und macht sich bereit für den Auftritt. Ein komischer Anblick, denn die Bandmitglieder haben die verrücktesten Kostüme an. Allen voran der Sänger, der mit Bananen-Kostüm, Schweißerbrille, Micky Maus-Ohren und Eiskönigin-Umhängetasche aussieht, als käme er aus einer anderen Welt. Fröhlich nimmt er das Mikro in die Hand und schreit: „Seid ihr gut drauf?“ Begeistert grölen alle zurück.

Am Sonntag ist Familientag

Nach den Liedern „O-Reo“ und „Avonana“ sind alle bestens gelaunt und nachdem die Band Bananen ins Publikum geworfen hat, ist es, als hätte es nie ein Unwetter gegeben. „Die Banana Chicks waren großartig“, sagt Nadine Schuhmacher mit leuchtenden Augen. „Ich fand’ es toll, wie sie Stimmung gemacht haben. Außerdem konnte ich wegen ihren verrückten Kostümen kaum aufhören zu lachen.“ Auf jeden Fall war es ein Abend, den so schnell niemand vergessen wird – voller Aufregung, voller Ungewissheit und vor allem mit ganz viel Spaß.

Und am Sonntag dann geht es draußen auf dem alten Sportplatz weiter. Es ist Familientag und die großen und kleinen Besucher spielen, lauschen den Bands und haben gute Laune.

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