Warmbronner Gotteshaus muss saniert werden Trotz Kostenexplosion: Kirche soll bleiben

Von Henning Maak
Die Täufer-Johannes-Kirche hat mehr als 200 Jahre auf dem Buckel. Foto: factum/Granville

Leonberg - Dass die Täufer-Johannes-Kirche in Warmbronn eine Sanierung dringend nötig hat, sieht man schon bei einem Gang um das Gebäude: Im Mauerwerk sind Risse, an mehreren Stellen bröckelt der Putz ab. Doch das ist nicht alles. „Die Heizung stammt aus den 1960er Jahren und kann nicht mehr repariert werden“, erzählt Pfarrer Martin Trugenberger. Zudem müsse die Elektrik im Schaltkasten aus Sicherheitsgründen erneuert werden, außerdem seien einige Lampen blind. Auf knapp 500 000 Euro wurde die Sanierung grob geschätzt.

Die Kirche hat einen veritablen Dachschaden

Das Stuttgarter Architekturbüro Gergs, Blum und Schempp wurde mit der Untersuchung der Bausubstanz beauftragt. „Die sind mit uns vom Erdgeschoss bis zur Turmspitze gegangen“, berichtet Trugenberger. Das Ergebnis war erschreckend: Die Kirche hat einen veritablen Dachschaden. „Es wurden Schäden im Tragwerk festgestellt, die Auswirkungen auf die gesamte Statik haben“, erzählt Trugenberger weiter. Dies führt zu einer Kostenexplosion: Statt der ursprünglichen halben Million belaufen sich die Kosten nunmehr wohl auf das Doppelte.

„Da stockt einem natürlich schon der Atem, wenn man erfährt, welche finanziellen Mittel aufzubringen sind“, sagt Trugenberger. Knapp die Hälfte der Baukosten kommen aus dem Ausgleichsstock der Landeskirche und dem evangelischen Kirchenbezirk. Für die Arbeiten am Kirchturm sieht der Pfarrer gute Chancen auf kommunale Zuschüsse: „Die Stadt hat ein Interesse an exponierten Gebäuden wie dem Turm mit seiner Aussicht und den Glocken“, erklärt er. In den Ausscheidungsakten aus dem 19. Jahrhundert sei festgelegt, dass für denkmalbedingte Mehraufwendungen die Stadt aufkommen müsse.

Ein Juwel in einfacher Fassung

Dennoch bleibt ein erklecklicher Eigenanteil, den die evangelische Kirchengemeinde selbst aufbringen muss. „Nach unserer Kalkulation fehlen uns noch rund 180 000 Euro“, erklärt die Kirchenpflegerin Cornelia Straubinger. Pfarrer Trugenberger und sie sind jedoch zuversichtlich, dass die Gemeinde das Geld aufbringen wird. „Es gibt Zeichen, die Mut machen“, sagt der Geistliche und freut sich über eine Großspende von 20 000 Euro, die das Krematorium Bonholz aus Rutesheim beim Benefizkonzert Ende Juli getätigt hat. Zudem habe die Kirchengemeinde seit Jahrzehnten einiges zurückgelegt, was über den sogenannten Warmbronner Beitrag an Spenden eingegangen sei.

„Unsere Kirche bleibt im Dorf“ lautet der Slogan, mit dem die Gemeinde für den Erhalt ihres Gotteshauses wirbt. „Das Kirchengebäude ist ein echtes Juwel, wenn auch in einer einfachen Fassung“, findet Trugenberger. Er weiß, dass seine Warmbronner eine enge emotionale Bindung zu ihrem Gotteshaus haben. „Viele haben hier geheiratet, ihre Kinder taufen lassen oder einen lieben Angehörigen beerdigt“, weiß der Geistliche. Darüber hinaus fänden viele Veranstaltungen wie das Maifest oder der Adventsmarkt rund um die Kirche statt.

Trugenberger hofft, dass die Planungsphase im Herbst oder bis Ende des Jahres abgeschlossen ist. Baubeginn soll dann im nächsten Jahr sein, mit dem Ende der Sanierung rechnet er 2020 oder 2021.

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