Volksbank Leonberg und Strohgäu verschmelzen Die Fusion ist in trockenen Tüchern

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Der Hauptsitz der fusionierten Volksbank Leonberg-Strohgäu wird in Leonberg in der Römerstraße sein. Foto: factum/Granville

Leonberg - Es ist vollbracht: Die Vertreterversammlung der Volksbank Region Leonberg hat mit 99,2 Prozent der Stimmen die Fusion mit der Volksbank Strohgäu gebilligt. Am Abend davor hatten bereits deren Vertreter mit 94 Prozent der Stimmen die Verschmelzung zu einer Bank abgesegnet.

Allerdings waren in der Leonberger Stadthalle von den insgesamt 226 Vertretern der Volksbank Region Leonberg nur 127 anwesend. Bei dieser Bank kommt auf 100 Mitglieder ein Vertreter. Bei der Versammlung der Volksbank Strohgäu waren am Vorabend 136 der insgesamt 213 Vertreter anwesend – hier vertritt einer die Interessen von 75 Genossenschaftsmitgliedern. In Leonberg gab es bei der Abstimmung lediglich eine einzige Gegenstimme, im Strohgäu waren es dagegen acht. Nun muss noch die Fusion der beiden Banken zur „Volksbank Leonberg-Strohgäu“ ins Genossenschaftsregister eingetragen werden, was voraussichtlich Mitte Juni geschehen wird, damit die Fusion rechtmäßig ist.

Vorstandsvorsitzender geht in den Ruhestand

Mit der Eintragung in das Genossenschaftsregister endet auch die Amtszeit des  Vorstandsvorsitzenden der Volksbank Strohgäu, Elmar Braunstein. Er geht in den    Ruhestand. Für seine Verdienste ­wurde ihm jetzt die Goldene Ehrennadel ­des ­Baden-Württembergischen Genossenschaftsverbandes, die höchste Würdigung, verliehen.

Claus Edelmann, Vorstandsmitglied der Volksbank Strohgäu, wird als Vorstandssprecher das Führungstrio der neuen Bank  ergänzen. Vorstandsvorsitzender der Volksbank Leonberg-Strohgäu ist Jürgen Held, Wolfgang Ernst ist Vorstands­mitglied. Eine Änderung gibt es beim ­Aufsichtsrat. Thomas Schäfer, der Bürgermeister von Hemmingen, ist der neue Vorsitzende, Stellvertreter wird Klaus ­Röckle, der bisher dem Aufsichtsrat der Volksbank Region Leonberg vorstand. Die beiden ­Aufsichtsräte werden zu einem zusammengeführt und der wird auf paritätisch zwölf Mitglieder reduziert. Alle Mitarbeiter ­beider Häuser werden übernommen.

„Die Ertragslage der Volksbank Region Leonberg kann als ordentlich bezeichnet werden “, sagte Jürgen Held auf der Vertreterversammlung der Volksbank Region Leonberg. Diese hat sich nicht nur mit der Fusion beschäftigt, sondern auch das Ergebnis des Geschäftsjahres gebilligt und über die Verwendung des Bilanzgewinnes in Höhe von rund 1,4 Millionen Euro entschieden. Trotz niedriger Zinsen, wachsenden Wettbewerbs und ausufernder Regulatorik, was alles die Bilanz belastet, habe die Bank, nach den Worten des Vorstands­vorsitzenden, „ein zufriedenstellendes betriebswirtschaftliches Ergebnis erreicht“. Vor diesem Hintergrund bekommen die Mitglieder auf ihr Geschäftsguthaben eine Dividende in Höhe von vier Prozent.

Jürgen Held hat nicht verhohlen, das angesichts des deutlichen Rückgangs des Zinsüberschusses mit einem rückläufigen Betriebsergebnis zu rechnen ist. Aber durch die solide Vermögens- und Finanz­lage trotzdem auch 2018 noch ein zufrieden stellendes Ergebnis erwartet wird.

Fusion kostet bis 2019 rund 2,2 Millionen Euro

Die Fusion, die die Wettbewerbs- und Zukunftsfähigkeit der neuen genossenschaftlichen Regionalbank sichern soll, sei nicht zum Nulltarif zu haben, erläuterte Held. Etwa 2,2 Millionen Euro werde die Fusion bis 2019 kosten. Vorwiegend sind das Kosten für die neue IT-Technik. Doch schon im Folgejahr sei mit Synergieeffekten zu rechnen, die sich auf bis zu 2,5 Millionen Euro im Jahr belaufen.

Die beiden Banken, die die Fusion aus der Position der Stärke eingegangen sind, stehen auf einem wirtschaftlich gesunden Fundament. „Jetzt werden wir eine mittelgroße Volksbank. Die Alternative wäre gewesen, zwei kleine zu bleiben“, formulierte es Jürgen Held. Die Bilanzsumme des ­neuen Hauses beträgt gut 1,4 Milliarden. Betreut wird ein Kundenanlagenvolumen von rund 1,8 Milliarden Euro.

„Beide Banken sind grundsolide, daher kann ich ihnen die Fusion nur nahelegen“, sagte Lothar Schmid. Der Wirtschaftsprüfer legte nämlich das Prüfungsgutachten des Baden-Württembergischen Genossenschaftsverbandes zur Fusionsabsicht vor.

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