Verkehrsprojekt in Leonberg Der autonome Bus lässt weiter auf sich warten

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In Karlsruhe ist ein autonomer Busshuttle im einem Stadtteil am Rand bereits im Linienbetrieb unterwegs. Foto: dpa/Andreas Arnold

Leonberg - Seit Oktober 2017 fährt der erste autonome Bus im öffentlichen Verkehr im bayrischen Bad Birnbach zwischen Bahnhof und Therme. Rings um die Landesgartenschau in Lahr 2018 war ebenfalls ein autonomer Busshuttle im Einsatz. In Karlsruhe fährt seit Mitte Februar ein solcher Bus im richtigen Verkehr als ganz regulärer Linienbus.

Auch in Leonberg könnte schon seit 2019 ein solcher Busshuttle im Testbetrieb unterwegs sein. Im Herbst 2018 hatte eine Allianz aus CDU, Grünen und der Liste SALZ einen interfraktionellen Antrag dafür im Gemeinderat eingebracht. Mit Mehrheit wurde beschlossen, im Haushalt für das Jahr 2019 dafür 200 000 Euro bereitzustellen. Passiert ist seither jedoch nichts.

CDU, Grüne und SALZ sind verärgert

„Autonomer Busshuttle: Endlich anpacken!“, lautete deshalb eine Forderung der CDU-Fraktionschefin Elke Staubach in ihrer Rede zum Haushalt für das laufenden Jahr. Auch die Liste SALZ griff das Thema in ihren Anträgen zum Haushalt auf und der Grünen-Fraktionsvorsitzende Bernd Murschel meldete sich dazu während der Haushaltsberatungen zu Wort.

Foto: privat
Bei allen drei Gruppierungen macht sich Unmut breit. Denn abgesehen vom interfraktionellen Antrag hatte man bereits beachtliche Vorarbeit geleistet. Nicht nur war eine Gruppe zu Recherchezwecken 2018 bei der Landesgartenschau in Lahr. Dort waren in einem vom Land geförderten Pilotprojekt teilautonome Elektrobusse mit maximal Tempo 15 auf öffentlichen Straßen unterwegs, gesteuert über jede Menge Kameras und Sensoren.

Weitreichende Gespräche mit Interessent schon 2019

Nachdem das Geld im Haushalt eingestellt war, hatte man Kontakt zu verschiedenen Herstellern von autonomen Bussen geknüpft und Gespräche geführt. „Mit einem hatten wir bereits ein Paket vorbesprochen, Teststrecken in Leonberg angeschaut, einen Preis geprüft“, berichtet Frank Albrecht (SALZ). Das habe man an die Verwaltung weitergereicht. Das war 2019. Die Stabstelle Mobilität, bei der das Thema Verkehrsplanung angesiedelt ist, war zu der Zeit unter anderem mit dem Thema Seilbahn beschäftigt.

„2020 war das Geld dann plötzlich wieder draußen aus dem Haushalt“, sagt Elke Staubach. Erneut wurde der Posten beantragt und mehrheitlich im Rat genehmigt. Wieder ging es nicht voran. Allerdings gab es Gespräche mit der Firma Bosch über ein solches Projekt, sagt der Baubürgermeister Klaus Brenner. Der Automobilzulieferer baut derzeit seinen Standort in Leonberg aus und erweitert ihn um ein Zentrum für autonomes Fahren. Es wäre also eine passende Verbindung. Doch es blieb vorerst bei Gesprächen. Denn die Stabstelle Mobilität ist seit Sommer des vergangenen Jahres ohne Leitung.

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