Verkehr in Leonberg Plastik-Kreisel wird zum Beton-Kreisverkehr

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Das Warten hat ein Ende: Der provisorische Kreisverkehr wird nun regelkonform ausgebaut. Foto: factum/Simon Granville

Leonberg/Gerlingen - „Nichts ist so beständig, wie ein Provisorium.“ Diese Weisheit gilt auch für das Plastik-Gebilde an der Kreuzung Stuttgarter Straße, Neuen Ramtelstraße und der Füllerstraße aus Gerlingen. Nun ist es offiziell: Der Knotenpunkt wird vom Regierungspräsidium Stuttgart zum Betonkreisverkehr ausgebaut – wie der an der Rutesheimer Straße.

„Der damals provisorisch eingerichtete Kreisverkehr hat sich als gut funktionierende Lösung erwiesen. Daher gilt allen, die sich damals dafür eingesetzt haben, den Kreisverkehr zu belassen, ein großer Dank“, sagt Leonbergs Oberbürgermeister Martin Georg Cohn. Nun starte der Ausbau und alle Verkehrsteilnehmer würden von der verbesserten Straßenführung profitieren, meint der Rathauschef.

Neue Ramtelstraße ab Sonntag gesperrt

Das Ganze beginnt mit einer Vollsperrung, die als erste Bauphase an diesem Sonntag, 23. August, startet. Begonnen wird mit dem Bau eines Anschluss-Astes der Neuen Ramtelstraße (L 1141) bis zum Kreisel. Zudem wird die Straße nach Süden für den Bypass verbreitert. Dafür muss die Ramtelstraße von Sonntag an bis voraussichtlich Donnerstag, 1. Oktober, voll gesperrt werden. Die Stuttgarter Straße (L 1180) bleibt in beide Richtungen befahrbar. Ebenso bleibt die Zufahrt zur Füllerstraße und dem Wohngebiet erhalten.

„Plastikkreisel“, „Playmobil-Kreisel“ – die rot-weißen Klötze, die im Sommer 2014 hier provisorisch zu einem Kreisverkehr zusammengesetzt wurden, hatten bald ihren Spitznamen. Aufgestellt hatte man sie, weil die Grabenstraße in Leonberg und die Füllerstraße in Gerlingen aufwendige Baustellen gewesen sind.

Da sich das Provisorium in der Praxis gut bewährte, fand es bald viele Fans. Als es abgebaut werden sollte, stieß das auf viel Unverständnis. Landtagsabgeordnete und Kommunalpolitiker aller Couleur machten Front gegen den Abbau. Die beiden Stadtverwaltungen drangen darauf, daraus eine endgültige Lösung zu machen.

2015 wird das Provisorium offiziell

„Wir erwarten eine Lösung, die mindestens einen so guten Verkehrsfluss aufweist wie der provisorische Kreisel“, hieß es aus dem Leonberger Rathaus. Allianzen wurden geschmiedet: „Wir lassen alles einfach hier stehen und verhandeln so lange mit dem Regierungspräsidium, bis wir hier einen richtigen Kreisverkehr bauen dürfen.“ Diese Absprache trafen das Duo Brenner und Brenner auf einem Straßenfest – also der damalige Gerlinger Bürgermeister Georg Brenner und der Leonberger Baubürgermeister Klaus Brenner. Das Regierungspräsidium lenkte ein. Dafür wurde dann im November 2015 das Provisorium offiziell als Kreisverkehr markiert, Rechtssicherheit wurde hergestellt. Die Planungen konnten beginnen.

Jetzt wird das Provisorium zu einem regelkonformen Kreisverkehr mit einer direkten Umfahrung (Bypass) des Kreisverkehres von der Neuen Ramtelstraße auf die Stuttgarter Straße in Richtung Stuttgart umgebaut. Parallel dazu werden die beiden vorhandenen Bushaltestellen erneuert und ausgebaut. Zusätzlich werden die Entwässerungseinrichtungen des Knotenpunktes erneuert. Die Kosten betragen rund 1,4 Millionen Euro, die das Land Baden-Württemberg trägt.

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