Verkehr in Friolzheim „Muss denn erst ein Unfall passieren?“

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Das Landratsamt sieht keinen Anlass, das Tempo in Friolzheim zu reduzieren. Foto: Andreas Gorr

Friolzheim - Der Straßenverkehr, ob ruhend oder manchmal viel zu schnell, bleibt Dauerbrenner in Friolzheim. Obwohl in der jüngsten Gemeinderatssitzung der Tagesordnungspunkt „Parkraumkonzeption Ortsmitte/Rathausstraße“ kurzfristig abgesetzt wurde mit der Begründung, neue Vorschläge hätten die Verwaltung erreicht, die zunächst nichtöffentlich beraten werden müssten, bewegte das Thema dennoch einmal mehr die Gemüter.

Bereits in der Bürgerfrageviertelstunde zu Beginn machten mehrere Anwesende ihrem Ärger über Raser und Falschparker Luft. „Es ist nervtötend“, so ein gestresster Anwohner, der sogar von einer beschädigten Hausecke berichtete. „Da muss doch dringend Tempo 30 her“, forderte er zusammen mit den anderen Beschwerdeführern, so wie es seines Wissens nach 26 von 28 Enzkreisgemeinden in der Ortsdurchfahrt bereits hätten. „Muss erst ein Unfall passieren?“, hakte FWV-Gemeinderat Michael Welsch ein und forderte Verkehrszählungen und Lärmmessungen. „Wir brauchen Fakten“, bekräftigte Welsch in Richtung Verkehrsbehörde des Landratsamts Enzkreis, das die Situation bislang als „nicht verbesserbar“ bezeichnete.

Die Gemeindeverwaltung wollte nicht widersprechen. „Es ist bisher nicht gelungen, etwas hinzubekommen“, beschrieb Bürgermeister Michael Seiß die Lage nüchtern. Und fügte fast schon resigniert hinzu: „Ich hätte es gerne.“ Mit einem zarten Einwand: Man müsse sich zumindest manchmal auch an die eigene Nase fassen. „Es ist eine Sache der Verkehrsmoral“, so Michael Seiß über schimpfende Zeitgenossen am Steuer. Etwas anderes ist freilich der Stau im Ort, wenn die Autobahn zu ist.

Rat will Verkehrzählungen

„Wir sind an der Geschichte dran“, versprach der Schultes, „uns wär’s heute lieber als morgen. Von unserer Seite ist das Wollen da.“ Das gilt von Seiten der Verwaltung auch für die aus dem Gemeinderat geforderten Verkehrzählungen mittels Smiley und Lärmmessungen, die man zusammen mit der Forderung nach Tempo 30 erneut bei den zuständigen Behörden einreichen solle. Notfalls „bis zum Erbrechen“, wie es Michael Welsch plakativ formulierte.

Neue Zahlen zumindest versprach Bürgermeister Seiß bereits für die Februarsitzung des Gemeinderats, wenn ebenfalls zum wiederholten Mal das Thema Lärmaktionsplan auf der Tagesordnung steht. „Wir werden an der Sache dranbleiben“, machte er deutlich, „dass in puncto Verkehrsberuhigung und Parksituation fast alle in Friolzheim an einem Strang ziehen“. Im Herbst hatte es eine Verkehrsschau des Landratsamts, das über Tempo 30 entscheidet, gegeben. Für Friolzheim sei keine Reduzierung der Geschwindigkeit möglich, berichtetet Oliver Müller vom Landratsamt damals unserer Zeitung. „So, wie wir die Situation in Friolzheim beurteilen, geht die Gefahrenlage nicht über das Normalmaß hinaus“, erklärte er. Auch Lärmschutzgründe seien nicht ersichtlich.

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