Vereine Der Nachwuchs ist die Zukunft

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Volles Haus beim „Rixe-Spiel“ zwischen Stuttgart und Bietigheim. Foto:  

Korntal - Es sind genau 70 Jahre her, als der TSV Korntal gegründet wurde. Ein schöner Anlass, dachten sich die aktuellen Verantwortlichen des Vereins, die lange sportliche Geschichte – im engen Kreis – noch einmal Revue passieren zu lassen. „Das richtige Jubiläum ist erst in fünf Jahren, den runden Geburtstag wollen wir daher relativ klein halten“, sagt der Vorsitzende Frank Widmaier. Am Sonntag findet in der Vereinsgaststätte ein Frühschoppen statt. Mit geladenen Gästen – verdiente Mitglieder und deren Partner, die sich aktuell für den Verein einsetzen und Mitglieder, die in früheren Zeiten im Verein sehr aktiv waren und ein Amt bekleidet haben. Zu erzählen wird es also einiges geben.

Die Gründungsversammlung des Turn- und Sportvereins Korntal ist auf den 26. März im Jahre 1946 datiert. Der TSV stellte am 3. April 1946 ein Gesuch an den Landrat des Kreises Leonberg sowie an das „Office of Military Government“ um die Erteilung einer Lizenz. In deutscher und in englischer Sprache, denn auch die amerikanische Militärregierung musste ihren Segen geben. Zu diesem Zeitpunkt zählte der Verein bereits mehr als 320 Mitglieder. Erst am 18. November des gleichen Jahres gaben die amerikanischen Besatzer ihr Einverständnis – seitdem ist der TSV Korntal im Vereinregister eingetragen. Zum ersten Vorsitzenden wurde Alfred Volz gewählt, der drei Jahre an der Spitze des Vereins stand. Sein Nachfolger war ab 1950 insgesamt fünf Jahre lang Eugen Schönleber.

Der Sportbetrieb hatte bereits im April 1946 begonnen. Erstmals Werbung in eigener Sache machten die Vereinsmitglieder wenig später am 10. Juni auf dem Tachenberg . Hier spielten die Fußballer gegen die SG Weilimdorf. Auch ein Handballspiel fand statt. Das Angebot der Sportarten war von Beginn an vielfältig. Dazu zählten Turnen, Fußball, Gymnastik, Handball, Leichtathletik, Tischtennis, Fechten sowie Schach. Zunächst zählte auch die Handharmonika-Abteilung mit gut zehn Mitgliedern dazu.

Der erste Korntaler Sportplatz war der am Tachenberg, wo heute der Tennisclub sein Zuhause hat. Vor allem die Fußballer und die Leichtathleten nutzten die Übungsanlagen. Der Platz in der Jahnstraße wurde 1957 erbaut. Die Aschenbahn war die erste im Kreis Leonberg. 1975 wurde das Tartanspielfeld seiner Bestimmung übergeben, 1979 kam ein Hartplatz oberhalb des Sportplatzes hinzu. Der heutige Rasenplatz wurde 1981 angelegt.

Turnen, Tischtennis, Handball und Fechten waren in der alten Turnhalle untergebracht. 1981 wurde die Halle abgerissen, sie machte der heutigen Stadt- und Sporthalle Platz. Die Disziplinen unterm Hallendach konnten sich rasant weiter entwickeln. So kam 1982 beispielsweise auch die Badmintonabteilung hinzu, die aktuell mit Feuerbach eine Spielgemeinschaft hat und mit der ersten Mannschaft in der Baden-Württemberg-Liga unterwegs ist.

Die bislang besten sportlichen Zeiten erlebte die Tischtennis-Abteilung ab Mitte der 1990er Jahre in der Verbandsklasse. Nach einem Ausflug in die Bezirksliga ist die Herrenmannschaft aktuell wieder in der Landesliga angekommen. Die Abteilung hat aus Fehlern der Vergangenheit gelernt – und konzentriert sich mehr denn je auf die Nachwuchsarbeit.

Die Handballer feierten Ende der siebziger-, Anfang der achtziger Jahre ihren ersten großen sportlichen Erfolg, als die Männer in die Landesliga aufstiegen. So richtig heimisch wurde der Verein in dieser Klasse nie, obwohl die Herren erneut in den neunziger Jahren auf Landesliga-Niveau spielten. Die aktuellen Höhepunkte der Abteilung sind die alljährlichen Freundschaftsspiele hochklassiger Mannschaften, die nach Korntal kommen. Am Herzen liegt der Abteilung das Rixe-Benefizspiel. Der Erlös kommt Jörg Riexinger zugute. Der ehemalige Abteilungsleiter und Trainer beim TSV Korntal war im Jahr 2011 in der Sporthalle während des Übungsbetriebs zusammengebrochen. Seit einem Herz- und Kreislaufstillstand ist er auf den Rollstuhl angewiesen.

Dass der TSV Korntal sportlich betrachtet nicht die ganz großen Titel und Trophäen holt, geht für den Vorsitzenden Frank Widmaier in Ordnung. „Kein Verein hat mehr genügend Geld, Trainer oder teure Sportler zu verpflichten, daher konzentrieren wir uns vorwiegend auf den Breitensport und auf unseren Nachwuchs, denn der ist unsere Zukunft.“

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