Vandalismus, Scherz oder Souvenir? Höfinger Ortschild über Nacht verschwunden

Von Arnold Einholz
Das Objekt der Begierde: Von Gebersheim kommend zeigt das Ortsschild den Autofahrern, dass sie jetzt in Höfingen sind. Foto: Simon Granville Foto:  

Leonberg - Wanderer, wandelst Du von Ditzingen nach Westen, dann staune, denn Du kommst in einen namenlosen Ort – kein Schild kündet Dir, dass Du in Höfingen, dem größten Teilort der Großen Kreisstadt Leonberg, angekommen bist. Was ist da passiert?

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„Schon vor ein paar Tagen ist uns aufgefallen, dass das Höfinger Ortsschild in und aus Richtung Ditzingen verschwunden ist“, schreibt uns unsere Höfinger Leserin Sylvia Strauß. Aufgefallen ist das natürlich auch dem Bauhof der Stadt Leonberg, der unter anderem dafür zuständig ist, dass der Verkehr in den Straßen der Stadt möglichst reibungslos läuft. Fehlt das gelbe Ortsschild, ist das für ortsunkundige Autofahrer verwirrend, denn hier müssen sie runterbremsen auf 50 Stundenkilometer, denn innerorts gelten bekanntlich andere Regeln als außerorts.

Mobiles Schild zeigt zulässige Geschwindigkeit an

„Wir sind ursprünglich von Vandalismus ausgegangen“, sagt Sebastian Küster, der Pressesprecher der Stadt Leonberg. Mitarbeiter des Bauhofes hätten deshalb die Umgebung gründlich abgesucht, und geschaut, ob das Schild nicht irgendwo auffindbar sei. „Doch die Suche blieb erfolglos, es wurde nichts gefunden“, sagt Küster.

Um die Verkehrssicherheit zu gewähren, hat der städtische Bauhof nun ein mobiles Schild am Ortseingang platziert, das die Autofahrer aus Richtung Ditzingen veranlasst, die Geschwindigkeit auf 50 Stundenkilometer zu drosseln.

Ein Ortsschilder-Lager hat der Bauhof nicht

Doch damit kann es nicht belassen werden. Ein neues Ortsschild muss her. „Das wurde bereits bestellt und wird in den kommenden Tagen geliefert“, sagt Küster. Auf Lager hat der Bauhof, der schildermäßig für viele Situationen gerüstet ist, die Ortstafeln nicht. „Es ist eher unwahrscheinlich, dass diese ausgetauscht werden müssen, und sie sind auch nicht billig, denn letztendlich sind die Ortsschilder recht individuell, denn die Zahl der Ortschaften, die Höfingen heißen, hält sich in Grenzen“, sagt der Stadtsprecher. Zumindest gibt es ein Dorf mit 332 Einwohnern im Weserbergland, das Teil der Kernstadt Hessisch Oldendorf ist und ebenfalls Höfingen heißt.

Ziert „Höfingen“ jetzt einen Partykeller?

Ein neues Ortsschild kostet mehrere Hundert Euro, heißt es im Bauhof. „Der Wert spielt da keine Rolle, es ist letztendlich Diebstahl, ein Ortsschild mitgehen zu lassen“, sagt der Polizeisprecher Peter Widenhorn. „Wahrscheinlich ist es jemand gewesen, der sich als Scherzbold fühlt und das Schild ziert jetzt seinen Partykeller“, meint Peter Widenhorn. „Oder es war jemand, der sich hier in Höfingen so gut gefühlt hat, das ihn das Schild in der Ferne daran erinnern soll?“ Dann kann man schon mal ins Grübeln geraten. Dass Ortsschilder auf Nimmerwiedersehen verschwinden, komme hin und wieder vor, weiß der Sprecher beim Polizeipräsidium Ludwigsburg aber aus Erfahrung.

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