USA New Yorker Justizministerin will Waffenlobby NRA auflösen

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Justizministerin Letitia James will den Waffenlobbyverband NRA auflösen lassen. Foto: AP/Kathy Willens

New York - Der US-Bundesstaat New York will den mächtigen Waffenlobbyverband National Rifle Association per Gericht auflösen lassen. Justizministerin Letitia James begründete ihre am Donnerstag eingereichte Klage damit, dass ranghohe Verbandsführer Millionen Dollar für persönliche Luxusreisen und andere fragwürdige Ausgaben abgezweigt hätten. Der langjährige Chef Wayne LaPierre wird beschuldigt, mit der NRA einen Vertrag abgeschlossen zu haben, der ihm bei seinem Ausscheiden 17 Millionen Dollar (14 Millionen Euro) zusichert.

Die NRA ist in New York registriert, obgleich sich ihre Zentrale in Virginia befindet. Zeitgleich mit dem Vorgang in New York verklagte auch der Chefjurist des Washingtoner Hauptstadtbezirks, Karl Racine, die NRA Foundation, eine Stiftung des Verbands. Er beschuldigte sie, der NRA Gelder zugeführt zu haben, um Luxusausgaben von Führungspersonen zu finanzieren.

„NRA ist voller Betrug und Missbrauch“

„Der Einfluss der NRA ist so mächtig gewesen, dass die Organisation jahrzehntelang nicht überprüft wurde, während hohe Führungskräfte Millionen in ihre eigenen Taschen leiteten“, erklärte James, eine Demokratin. „Die NRA ist voller Betrug und Missbrauch, weshalb wir heute versuchen, die NRA aufzulösen, denn keine Organisation steht über dem Gesetz.“ Ein Sprecher des NRA-Juristenteams äußerte sich zunächst nicht dazu.

James’ Klage unterstreicht Vorwürfe, die die NRA und LaPierre seit Jahren belasten. Sie werden beschuldigt, Geld verschwendet und Geschäfte mit sich selbst abgeschlossen zu haben. Die Klage folgte auf 18-monatige Ermittlungen.

In dem New Yorker Prozess werden LaPierre und drei weitere gegenwärtige und ehemalige Führungsfiguren als Beklagte genannt: Der ranghohe Jurist John Frazer, der pensionierte Finanzchef Wilson Phillips und der ehemalige Stabschef Joshua Powell.

Vorwurf: Ausgaben wurden verheimlicht

LaPierre, der die Tagesgeschäfte der NRA seit 1991 leitet, wird beschuldigt, Millionen Dollar des Verbands im Zusammenhang mit Reisen ausgegeben zu haben. Er haben Hunderttausende Dollar für Flüge von ihm selbst und Familienangehörigen mit Privatjets ausgegeben, darunter mehr als 500 000 Dollar für acht Reisen auf die Bahamas, so die Vorwürfe. Er wird auch beschuldigt, teure Geschenke angenommen zu haben - darunter Safaris in Afrika und die Nutzung einer mehr als 30 Meter langen Jacht.

Laut der Klage wurden manche Ausgaben mithilfe einer Vereinbarung mit der ehemaligen Werbeagentur der NRA, Ackerman McQueen, verheimlicht. Die Agentur habe verschiedene Ausgaben La Pierres und anderer NRA-Manager bezahlt und dem Verband dann pauschal als Spesen und Auslagen in Rechnung gestellt.

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