Unterricht während Corona Um 13 Uhr ist die Schule schon wieder zu

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Die daheimgebliebenen Schülern haben die Lehrer des Gymnasiums Rutesheim einen kleinen Gruß geschickt. Foto: Gymnasium Rutesheim

Leonberg/Rutesheim - Es ist schon sehr ungewöhnlich, dass es so ruhig ist“, sagt Marc Schwarz. Der 42-Jährige ist seit September neuer Leiter der Gerhart-Hauptmann-Realschule. Hier sind am Montag erstmals seit Mitte Mai wieder Schüler regulär zum Unterricht erschienen.

„Bei uns sind dies Schüler der neunten und zehnten Klassen, die sich auf ihre Abschlussprüfungen vorbereiten“, sagt Marc Schwarz. Diese würden jetzt jeweils vier Unterrichtsstunden in Mathematik, Deutsch und Englisch pro Woche im Schulhaus unterrichtet, in denen sie auch geprüft werden. Mehr wäre es auch ohne Coronavirus nicht gewesen. „Dazu kommt pro Fach je eine Stunde Gruppenchat mit dem jeweiligen Lehrer“, erklärt er.

Mehrarbeit für die Lehrer

Der erste Tag ist sehr ruhig verlaufen. „Wir haben viel geplant und vorbereitet. Aber es hat gut geklappt“, sagt der GHR-Leiter. Man hat die Klassen jeweils halbiert. „Da, wo der Lehrer bisher eine Stunde unterrichtet hat, sind es jetzt zwei“, verweist er auf die Mehrarbeit. Die zeigt sich an vielen Stellen. „Hat die Lehrkraft eine Hausaufgabe vorher an der Tafel durchgenommen, so muss sie jetzt bei jedem Schüler einzeln korrigieren.“

Seit deser Woche gibt es die Chatangebote, also Gespräche mit den Lehrern per Videokonferenz, in allen Klassenstufen. Zuvor gab es das Angebot schon zwei Wochen lang für die Zehntklässler.

Da nur diese bislang wieder Präsenz zeigen müssen, ist der Schultag um 13 Uhr schon wieder vorbei. Für den Schulleiter sehr ungewohnt. Am meisten hat aber ohnehin der Hausmeister in den vergangenen Tagen zu tun gehabt. Seife und Desinfektionsmittel habe die Stadt Leonberg gerade noch rechtzeitig bereitgestellt, allerdings erst am Wochenende. In den Toiletten habe man die Geschlechtertrennung aufgehoben. „Wenn jemand zur Toilette muss, dann darf da kein anderer in den Raum“, erklärt Schwarz. Man habe dies mit roten und grünen Schildern an den Türen gelöst. Auf den Gängen ist zudem eingezeichnet, in welche Richtung man sich bewegen soll.

So hat es das Gymnasium Rutesheim auch gehalten. „Die eine Treppe geht hoch, die andere runter“, sagt der Schulleiter Jürgen Schwarz. Sonst unterscheidet sich das Vorgehen seiner Schule. „Wir unterrichten nicht in Schichten. Bei uns sitzt die Hälfte des Kurses im Klassenzimmer links vom Gang, die andere im Klassenzimmer rechts. Der Lehrer wechselt dann hin und her. Während die eine Hälfte Aufgaben erledigt, steht er in der anderen etwa für Fragen bereit“, erläutert er. Wobei am ersten Tag für die Abiturienten erst einmal viele Fragen zu klären waren. „Die Kursstufe hat alles sehr diszipliniert gemacht“, ist Jürgen Schwarz zufrieden.

Keine Maskenpflicht im Klassenzimmer

In den Klassenräumen herrscht keine Maskenpflicht, auf den Gängen aber schon. Rund 100 angehende Abiturienten waren am Montag im Gymnasium Rutesheim. „Wir haben durch das G9-System gerade den Vorteil, keine 12. Klasse zu haben“, meint Jürgen Schwarz. Bei der doppelten Anzahl an Schülern wäre das derzeitige System schwierig. Wären alle da, könne man die vorgeschriebenen Hygienemaßnahmen aber nicht mehr einhalten.

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