Rutesheim Um 20 Uhr beginnt die Bergung

Von Arnold Einholz

Die A 8 Richtung Karlsruhe muss zunächst voll gesperrt werden. Kurz nach 6 Uhr ist der linke und kurz vor 7 Uhr auch der mittlere Fahrstreifen wieder frei. Der Verkehr staut sich auf zehn Kilometer. Weil zwei Spuren der wichtigen Autobahn tagsüber problemlos befahrbar sind, entscheidet die Polizei, mit der Bergung des umgekippten Sattelzuges erst abends um 20 Uhr zu beginnen. Der rechte Fahrstreifen in Richtung Karlsruhe bleibt an der Unfallstelle den ganzen Tag gesperrt. „Wir sind bemüht, die Behinderungen durch die Bergung möglichst gering zu halten“, sagt ein Polizeisprecher. Am Donnerstagmorgen staut sich der Verkehr auf der Umgehungsstraße an Rutesheim vorbei. Das große Chaos bleibt aber aus.

Nachdem die Feuerwehr gegen 8 Uhr abgezogen ist, geht der Einsatz für die Mitarbeiter des Leonberger Abschlepp- und Bergungsunternehmens Gross erst richtig los. Aus dem Lager werden Container, Euro-Paletten und Gabelstapler zur Unfallstelle gekarrt. Das Unternehmen ist sowohl mit der Bergung der Ladung als auch des Sattelschleppers betraut.

Bis 20 Uhr muss die Ladung geborgen sein

„Wir gehen von rund 20 Tonnen Ladung aus“, schätzt der Bergungsleiter Michael Eberle. Mit Gewalt müssen die Männer die verbogenen Hintertüren des Lastwagens öffnen, damit sie sich einen sicheren Zugang ins Innere des umgekippten Lastwagen verschaffen und an die Ladung herankommen. Ein Mitarbeiter setzt einen großen Trennschleifer an, um störende Metallteile abzuschneiden, während ein anderer einem Feuerlöscher bereit hält. „Man kann nie wissen, worauf die Funken fallen“, erläutert er

Zunächst wird das Bergegerät aufgestellt, dann warten die Männer auf einen sogenannten Havarie-Kommissar. Dieser entscheidet gemeinsam mit der Spedition, ob die intakte Ladung in einem Kühlraum zwischengelagert wird. „Was nicht verwertet werden kann, kommt in die Container und wird in die Müllverbrennungsanlage gefahren“, sagt Bergungsleiter Eberle.

Bis um 20 Uhr muss die Ladung geborgen sein. Dann rückt ein weiterer Trupp des Unternehmens an: Die Spezialisten, die den umgekippten Lastwagen aufrichten. „Dafür fahren zwei unsrer Teleskopkräne vor, der eine kann 90 Tonnen und der andere 70 Tonnen heben, trotzdem wird es knifflig, weil der Lastwagen ungünstig und teilweise unter der Brücke liegt“, erklärte Eberle. „Doch das schaffen wir“.

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