Ultra-Trail von Südafrika Keiner hat ihn auf der Rechnung

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Nach hundert Kilometern noch so frisch: Der Sieger Janosch Kowalczyk. Foto: privat

Leonberg - Janosch Kowalczyk war selbst am meisten überrascht, dass er den Ultra-Trail von Südafrika – den letzten Wettbewerb in der Weltcup-Serie – gewonnen hat. Überglücklich riss er nach hundert Kilometern und 4300 Höhenmetern im Zieleinlauf die Arme hoch, genoss diesen Augenblick der jubelnden Zuschauer in vollen Zügen und konnte es einfach nicht fassen. Der Höfinger Extremläufer hatte auf dem harten Kurs rund um Kapstadt, der keinen Berg und keinen Stein ausließ, die gesamte Konkurrenz düpiert.

Darunter einige favorisierte Profis wie der Lokalmatador Ryan Sandes, mit dem sich Kowalczyk auf einem Teil der Strecke einen zähen Kampf geliefert hatte. Bei Kilometer 60 gab der Südafrikaner, die aktuelle Nummer 14 der sogenannten Ultra-Trail World Tour, auf. 30 Kilometer später stieg auch noch der bis dato führende Südtiroler Andreas Reiterer, der sich normalerweise auf „kürzere“ Marathon-Distanzen spezialisiert, aus. Damit war auf den letzten zehn Kilometern der Weg für den 28-jährigen Höfinger frei. Nach 10:22,00 Stunden wurde Janosch Kowalczyk als Überraschungssieger gefeiert. Seine direkten Verfolger, die beiden Schweden Elov Olsson und Johan Lantz, kamen 20 Minuten später im Ziel an.

Wer sich nicht vorbereitet, überlebt keine hundert Kilometer

„Ich hätte nie gedacht, dass dieser Wettkampf so gut für mich laufen würde“, sagt Kowalczyk, der im Mai diesen Jahres bei der Trail-Weltmeisterschaft in Spanien Zehnter wurde. „Dieser Sport ist so fair, wer sich nicht ordentlich vorbereitet, überlebt keine hundert Kilometer“. Genau deshalb hatte er auch kein wohliges Gefühl, als er nach Südafrika reiste. Denn die letzten Trainingswochen liefen für ihn alles andere als optimal. Arbeitstechnisch hatte der Ingenieur ein volles Programm, dann wurde er noch von einer Erkältung ausgebremst. Den letzten spontanen Ultralauf über 90 Kilometer und fünfeinhalbtausend Höhenmeter hatte er im September im Wallis bestritten und auch gewonnen. „Doch zuletzt fühlte ich mich ziemlich schlapp.“

Auf Grund seiner bisher gesammelten Punkte auf Ultra-Distanzen war der Höfinger in Kapstadt auf Rang sieben gesetzt. Und mit dem allergrößten Respekt vor den hundert Kilometern nahm er die Herausforderung an. „Ich wollte eigentlich nur ins Ziel kommen, damit ich weitere Punkte für Chamonix sammeln kann.“ Der Wettbewerb im französischen Gebiet an der Grenze zur Schweiz und zu Italien ist Ende August 2019 Austragungsort eines von insgesamt 21 Rennen der Ultra-Trail World Tour. „Das ist das Wimbledon der Ultraläufer, da muss man einfach hin, das ist für 2019 mein sportlicher Höhepunkt“, sagt Kowalczyk. Und so reihte er sich in Kapstadt erst einmal hinter den Favoriten ein und beobachtete das Geschehen in den vorderen Reihen aus einer sicheren Position.

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