WTG Heckengäu Jetzt dürfen sie wieder an die olympischen Großgeräte

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Mit Abstand und Maske: Lukas Unger, Jan Griesmeier, Philipp Lutz (von links). Foto: WTG Heckengäu

Renningen - Ein kleiner Lichtblick für die Bundesliga-Turner der WTG Heckengäu – eine Wettkampf- und Trainingsgemeinschaft, der die Vereine TSV Gärtringen, SpVgg Renningen, SV Leonberg/Eltingen und VfL Herrenberg angehören: Seit Mitte Januar ist der Kader wieder im Trainingsbetrieb in der Renninger Stadionsporthalle und bereitet sich auf die kommende Saison vor. „Wir hatten von November an mit dem Hallentraining pausiert, um die Entwicklung der Corona-zahlen abzuwarten“, sagt Wayne Jaeschky, der sportliche Leiter. In dieser Zeit war „Homeoffice“ angesagt. Neben dem individuellen Fit-Halten auch gemeinsames Online-Training, um alle Athleten bei der Stange zu halten und Kraft, Beweglichkeit sowie Grundtechniken zu fördern.

Jetzt endlich dürfen die Bundesliga-Turner wieder an die olympischen Großgeräte Boden, Pauschenpferd, Ringe, Sprung, Barren und Reck. Ziel ist der möglichst schnelle Wiederaufbau der Leistungen, um ab September, wenn die Saison startet, wieder konkurrenzfähig zu sein. „Wir haben dafür ein strenges Hygienekonzept erarbeitet“, sagt Jaeschky.

Nur das Trainer-Duo Andreas Zeile und Eckart Schauerhammer sowie die elf Kader-Athleten haben Zutritt zur Halle, die ihnen komplett zur Verfügung steht. Hände und auch Geräte desinfizieren ist Pflicht. So auch Fiebermessen beim Betreten der Trainingsstätte und das Tragen der Maske. Nur an den Geräten darf sie abgenommen werden. Auf Elemente, die Hilfestellung und damit Körperkontakt erfordern würden, verzichten die Sportler vorerst. „Im Moment geht es darum, dass die Jungs wieder ein sicheres Gefühl an den Geräten bekommen“, sagt Jaeschky.

Laut Coronaverordnung des Landes Baden-Württemberg dürfen Spitzen- sowie Profisportler weiterhin trainieren und auch ihre Sportstätten nutzen. Sandra Feigl, bei der Stadt Renningen Abteilungsleiterin für die Bereiche Kultur, Freizeit und Sport, hat das Hygiene-Konzept des Bundesligisten abgesegnet. „Das ist perfekt und ich weiß, dass die Turner sehr verantwortungsvoll sind und sich daran halten“, sagt Feigl, „sie hätten auch schon früher in die Halle dürfen, zeigten sich aber mit den anderen Sportlern solidarisch“. Eine Lanze bricht sie für alle anderen Sportler der Stadt. „Die haben alle so viel Verständnis für die Situation, obwohl alle ihren Sport schmerzlich vermissen.“

In der Geschäftsstelle der Deutschen Turnliga in Heilbronn hofft Kathrin Baumann, dass die Bundesliga im Herbst wieder starten kann. „Wir planen für die Zeit ab September. So haben die Turner ein Ziel, worauf sie hinarbeiten können. Was dann tatsächlich passiert, werden wir sehen.“

Neu wird dann die Aufteilung der 3. Bundesliga sein. In der vergangenen Saison waren die Gruppen Nord und Süd noch jeweils zweigeteilt in die Staffeln A und B. „Wir haben wegen Corona diese Staffeln klein gehalten und somit die Anzahl der Wettkämpfe reduziert“, erklärt Baumann. Ab September gibt es dann – Stand jetzt – wieder eine zweigleisige dritte Liga – Nord- und Südstaffel – mit jeweils acht Mannschaften, die bis Oktober insgesamt sieben Wettkampftage bestreiten sollen. „Das wird ein straffes Programm, das viel Kondition erfordert“, sagt Wayne Jaeschky.

Für die WTG lief es gut 

Für den Aufsteiger WTG Heckengäu hätte die Premiere in der 3. Bundesliga im Oktober des vergangenen Jahres fast nicht besser laufen können. Die Turner lagen nach zwei von insgesamt drei Wettkampftagen auf dem ersten Tabellenplatz in der Staffel A. Gefolgt von Grötzingen/Karlsruhe, dem TV Bühl sowie Wangen/Eisenharz. Wie die Saison ausgegangen wäre, steht in den Sternen. Der Einzug ins Halbfinale war für die WTG Heckengäu jedenfalls zum Greifen nahe.

Dann kam der zweite coronabedingte Teillockdown und die Saison wurde nach einer Abstimmung unter den 32 Mitgliedsvereinen letztendlich im Dezember annulliert. „Ich bin sehr froh, dass wir es geschafft haben, trotz der schwierigen Pandemie-Trainingsbedingungen unsere Leistungen in den letzten Monaten kontinuierlich zu steigern“, sagte Wayne Jaeschky zu diesem Zeitpunkt. Besonders schwer sei dieser coronabedingte Einschnitt für die Jugendlichen im Verein. Neben dem plötzlichen Wegfall von vier bis fünf Trainingseinheiten pro Woche wiege vor allem der Verlust der persönlichen Kontakte schwer. „Doch da müssen unsere Bezirks- und Verbandsligaturner einfach durch“, sagt Jaeschky.

3. Bundesliga Süd:

Terminplan
In der 3. Bundesliga Süd trifft die WTG Heckengäu auf folgende Gegner: TV Bühl (Saisonauftakt am 11. September), TSG Backnang (18.9.), Grötzingen/Karlsruhe (29.9.), TG Wangen-Eisenharz (2. Oktober), TSV Unterföhring (9.10.), USC München (16.10.), MTV Ludwigsburg (23.10.).

Aufstiegsfinale Ort und Uhrzeit der voraussichtlichen Wettkampftage stehen noch nicht fest. Nach diesen sieben Duellen wird es ein Aufstiegsfinale geben.

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