Turnen Ein erneuter Aufstieg wird teuer

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Noch turnen Lukas Unger und seine Kollegen auf einer Bodenbahn – in der 3. Liga müsste eine Fläche von 12 x 12 Meter her. Foto: Andreas Gorr

Renningen/Leonberg - Zwei Wettkämpfe, zwei Siege: die WTG Heckengäu hat in der noch jungen Oberliga-Saison den Grundstein dafür gelegt, die selbst gesteckten und ambitionierten Vorgaben, die da Meisterschaft lauten, in die Tat umzusetzen. An diesem Samstag (16 Uhr) geht es zum TSV Wernau. Die vermeintlich ganz dicken Brocken VTS Vorarlberg und WKG KTT Heilbronn warten noch.

Meisterschaft? Aufstieg? 3. Bundesliga? Wenn es denn mal so einfach wäre. Die erste Hürde: Sollte die Wettkampf- und Trainingsgemeinschaft der Vereine SpVgg Renningen, TSV Gärtringen und SV Leonberg/Eltingen tatsächlich am Ende der Runde ganz oben stehen, muss sie sich anschließend in der Relegation durchsetzen, um im neunten Jahr des Bestehens den fünften Aufstieg zu feiern. Konkurrenten wären dann neben weiteren Oberligisten auch die Letztplatzierten der 3. Bundesliga. Vor diesem möglichen Vergleich scheut sich Wayne Jaeschky, der sportliche Leiter und zweite Vorsitzende nicht: „Ich denke, sportlich gesehen, haben wir mittleres Drittliga-Niveau. Verstecken müssten wir uns nicht.“

Auflagen vom deutschen Turnerbund

Die zweite Hürde wiegt deutlich schwerer. Der Aufstieg ist ein teures Vergnügen. Wer in der 3. Bundesliga turnen will, muss Geräte stellen, die der FIG (Fédération Internationale des Gymnastique)-Norm entsprechen. Bislang arbeiten die Heckengäuer unter Barren, Reck und Ringen sowie beim Sprung mit Weichbodenmatten. Diese müssen durch so genannte Niedersprungmatten, die auch bei Weltmeisterschaften zum Einsatz kommen, ersetzt werden. Die Kosten beziffert Wayne Jaeschky auf 20 000 bis 30 000 Euro.

Außerdem würde die WTG für das Bodenturnen anstatt der 12 bis 14 Meter langen Bodenbahn eine Fläche von 12 mal 12 Meter benötigen. Für die braucht es dann auch noch für den Unterbau Spezialholzplatten mit Stahlfedern. Alles in allem veranschlagt Jaeschky für diesen Part zwischen 40 000 und 50 000 Euro. Und dann müsste auch noch ein entsprechender Geräteraum her, in dem die Materialien gelagert werden können.

Ein Jahr Karenzzeit

Natürlich gäbe es auch die Möglichkeit, die Gerätschaften zu mieten. Bei vier Heimkämpfen und einem finanziellen Aufwand von 5000 bis 6000 Euro pro Wochenende kämen hier auch schnell über 20 000 Euro pro Saison zusammen. Um den Übergang von Oberliga zur 3. Bundesliga abzufedern, gewährt der Deutsche Turnerbund eine Karenzzeit von einem Jahr. Spätestens danach müsste FIG-Norm erfüllt werden.

Angesichts dieser Vorgaben würde die WTG Heckengäu – Stand jetzt– im Falle der Meisterschaft auf die Relegation verzichten. „Wir arbeiten dran, aber wir sind noch nicht so weit und haben noch kein Finanzierungs- und Lagerungsmodell“, sagt Wayne Jaeschky.

Die Rahmenbedingungen können mit dem rasanten sportlichen Aufstieg derzeit nicht ganz mithalten. Von seinem Kurs lässt sich der sportliche Leiter deswegen aber nicht abbringen: „Wir wollen keine Eintagsfliege sein, sonst lohnt der ganze Aufwand nicht. Das Ziel bleibt die Meisterschaft in der Oberliga, weil wir uns beweisen wollen, dass wir es sportlich können. Für die Zukunft müssen wir dann eine Lösung finden.“

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