TSV Malmsheim Der Verein bleibt durch Christbäume im Gespräch

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Der Christbaumverkauf beim TSV Malmsheim hat inzwischen Tradition und findet seit mehr als 40 Jahren statt. Foto: LKZ/Archiv

Renningen - Fast schon hätte der TSV Malmsheim seinen traditionellen Christbaumverkauf wegen der Corona-Pandemie abgesagt. Seit dem Jahr 1978 ist diese weihnachtliche Aktion im Ortskern rund um das Backhaus in der Merklinger Straße fest im Terminkalender des Sportvereins verankert. „Das ist immer eine heimelige Sache und gehört zum Verein dazu“, sagt der TSV-Vorsitzende Georg Schneider. Die Landfrauen backen in der Regel leckeres Brot, dazu gibt es Würstchen und auch Glühwein. „Diese Aktion ausfallen zu lassen, wäre uns sehr schwer gefallen“, sagt Schneider.

Zumal in diesem Jahr – nicht nur beim TSV Malmsheim – so gut wie alle Veranstaltungen ausgefallen sind, die es den Vereinen ermöglicht, die Kasse aufzubessern. Geld, das sie für ihre gemeinnützige Arbeit dringend benötigen. „Wir selbst haben noch das Glück, dass wir das Jahr finanziell recht gut überstehen werden“, fügt Georg Schneider an.

Die Baum-Händler bleiben auf ihrer Ware sitzen

Die Weihnachtsbäume bezieht der TSV Malmsheim von einem Händler aus Oberharmersbach im Schwarzwald, nachdem der ursprüngliche Verkäufer im Murrhardter Wald vor einigen Jahren altersbedingt aufhören musste. Das Problem in dieser besonderen Zeit ohne Weihnachtsmärkte oder stimmungsvoller Adventsveranstaltungen: Die Händler, die in einem gewissen Rhythmus die Bäume schlagen, bleiben auf ihrer Ware sitzen. Diese wiederum setzt ihr Wachstum fleißig fort, schießt in die Höhe, sodass sie im nächsten Jahr vielleicht zu groß geworden und nicht mehr zu gebrauchen ist.

Also hatten alle Beteiligten die glorreiche Idee, den Malmsheimer Bürgern trotz Corona den Kauf einer frisch geschlagenen Nordmanntanne zu ermöglichen. Nur eben auf eine andere Art und Weise.

Bestellt werden können die Tannen in diesem Jahr online bis zum 6. Dezember. Und zwar über die Internetseite des TSV Malmsheim (www.tsv-malmsheim.de).

Zur Wahl stehen insgesamt fünf Kategorien. Die kleinsten Exemplare sind knapp höher als ein Meter, die größten sind zweieinhalb Meter groß. Wer sich für eine Variante entschieden hat, bekommt dann am 9. Dezember per E-Mail die persönliche Abholzeit geschickt.

Am Samstag, 12. Dezember, schließlich bringt der Händler die Bäume – in der Vergangenheit waren es bis zu 160 Stück – mit seinem Transporter aus dem Schwarzwald nach Malmsheim. Diesmal aber nicht zum Backhaus, sondern rauf zum Sparnsberg, dorthin, wo die Sportanlagen des TSV sind. Auf diesem Gelände können die Käufer zur bereits festgelegten Uhrzeit ihren Baum dann aussuchen, bezahlen und mitnehmen. Ganz ohne Gedränge. „Somit entzerrt sich alles und wir können die Corona-Regeln einhalten“, sagt Georg Schneider und freut sich über diese Lösung.

Der TSV lässt sich in jeder Kategorie fünf Exemplare zusätzlich mitliefern, sodass die Auswahl reichlich ist. Die Bäume, die übrig bleiben, werden dann am selben Tag ab 13 Uhr im freien Verkauf angeboten. Unter Einhaltung der AHA-Regel: Abstand halten, Hygiene beachten, Alltagsmaske tragen.

„Wir wollen im Gespräch bleiben“

Einige Bestellungen sind schon eingegangen. „Da sind Namen dabei, die kenne ich als Malmsheimer noch gar nicht“, sagt Schneider. Er freut sich immer über neue Kundschaft – und vielleicht auch bald über neue Vereinsmitglieder? „Durch die Christbaum-Aktion wollen wir trotz der Kontakteinschränkungen im Gespräch bleiben“, sagt der Vorsitzende.

Verzichten müssen die Käufer in diesem Jahr auf die Bewirtung. „Das wird vor allem unser Baum-Lieferant bedauern“, sagt Georg Schneider mit einem Schmunzeln im Gesicht. „Er kommt immer sehr gerne persönlich zu uns nach Malmsheim, weil er dort von den Landfrauen kulinarisch bestens verwöhnt wird.“ Wenn die Sportsleute Glück haben und einige Einschränkungen bis zum 12. Dezember wieder aufgehoben werden, könnte im Vereinsheim eine Verpflegungsstation eingerichtet werden.

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