TSV Höfingen Die gute Seele des Vereins

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Beim TSV Höfingen ist dem ehemaligen Fußballer Thomas Kern keine Aufgabe zuviel. Foto: Luca Kraus

Leonberg - Rasen mähen, Trikots waschen, Heizung reparieren – Thomas Kern übernimmt beim TSV Höfingen zahlreiche Aufgaben. Bedenkt man, dass er in der Vergangenheit auch schon aktiv Fußball gespielt sowie seinen Sohn Fabian trainiert hat, bleiben nicht mehr viele Tätigkeiten, die der 52-Jährige in rund dreieinhalb Jahrzehnten ehrenamtlichen Engagements bei seinem Heimatclub noch nicht ausgeübt hat. „Ohne ihn würde der TSV Höfingen nicht funktionieren. Er ist die gute Seele im Verein“, schreibt Peter Pelz deshalb nicht ohne Grund in der Anmeldung für den Ehrenamtspreis des Deutschen Fußball-Bundes (DFB).

Peter Pelz muss es wissen, schließlich bekam der Höfinger diesen Preis im vergangenen Jahr verliehen. Im November wurde nun auch Kern für seine Leistungen ausgezeichnet und durfte sich zusätzlich über eine Urkunde und eine Uhr des DFB freuen. „Der Abend hat mir gefallen. Das ist eine Ehre, man empfindet Stolz. Langsam muss ich mir wohl eine Vitrine zulegen“, witzelt Kern, der bereits die bronzene, silberne und goldene Medaille sowie die Ehrenplakette des TSV Höfingen in seinem Besitz hat.

Schon als Kind hat er ausgeholfen

Angefangen hat es in den frühen 80er Jahren. Als Jugendlicher half Kern, der im Alter von acht Jahren nach Höfingen gezogen war, dem Club-Urgestein Josef Madritsch beim Rasenmähen. Als „Pepi“, wie Madritsch beim TSV genannt wird, dazu nicht mehr in der Lage war, übernahm Kern die Aufgabe alleine. Im Gegensatz zur heutigen Arbeit mit komfortablen Aufsitzrasenmähern war das Trimmen des Platzes mit den damaligen Geräten noch um einiges aufwendiger. Dafür nahm die Anzahl der Spielfelder in der Zwischenzeit zu. Lange hatte er es mit zwei Feldern und dem restlichen Grün auf dem Vereinsgelände (beispielsweise auf den Parkplätzen) zu tun. Mit der Umwandlung des Ascheplatzes in einen Rasen kommt nun ein drittes hinzu. Bei den gut zweieinhalb Mäh-Stunden zwei bis drei Mal pro Saison wird es also nicht bleiben. „Vor allem in den Sommermonaten geht das Geschäft diesbezüglich quasi nie aus“, sagt Kern.

Die viele Arbeit stört ihn allerdings nur wenig. Ohnehin ist der gelernte Elektriker heute mit zahlreichen verschiedenen Tätigkeiten beschäftigt, das Rasenmähen nimmt nur noch einen kleineren Teil der Arbeit ein. Jeden Morgen fährt Kern in den frühen Morgenstunden vor der Arbeit auf das Vereinsgelände und überprüft, ob die Fenster geschlossen sind und die Heizungswärme in den vier Wänden bleibt. Als „Hausmeister des Vereins“ stellt er die Mülleimer raus, wechselt Lampen, bringt die Ausstattung auf Vordermann und kümmert sich bei Veranstaltungen um die Elektrik. An den Spieltagen sortiert und wäscht er die Trikots, kümmert sich um den Sprudel und räumt die Kabine auf – ein enormer Zeitaufwand.

Hochwasser macht dem Verein Sorgen

Umso ärgerlicher ist da ein im Fußball allseits bekanntes Thema, an das er sich inzwischen aber schmunzelnd gewöhnt hat. „Die Spieler laufen nach dem Spiel teilweise ohne Schuhe durch die Gegend. Ihre verschwitzten Stutzen werfen sie dann falsch herum gedreht auf einen Haufen. Ich darf sie entwirren und den herausfallenden Dreck wegmachen“, erzählt Kern lachend und ergänzt frei von Vorwürfen: „Das kannst du ihnen tausend Mal sagen und sie haben es trotzdem noch kein einziges Mal geschafft, die Trainings- und Spielkleidung in die richtige rote beziehungsweise blaue Kiste einzusortieren. Da könnte man durchdrehen.“ Sein exzellentes Verhältnis zu den Spielern, zu denen auch sein 25-jähriger Sohn gehört, belastet das selbstverständlich ebenso wenig wie der „Saustall“, den Kabinenfeste oder Meisterschaftsfeiern hinterlassen.

Größere Sorgen bereitet Thomas Kern und dem Verein hingegen die Hochwasserproblematik. „Bei zwei bis drei Tagen Dauerregen steigt das Grundwasser so stark an, dass es wie ein Springbrunnen aus den Wänden spritzt und die Keller teilweise bis zur Türklinke volllaufen“, erklärt er. Zwei Mal sei das bislang vorgekommen, die Feuerwehr musste anrücken. Inzwischen sind aber entsprechende Pumpen vorhanden, sodass Vorfälle wie vor einigen Jahren hoffentlich der Vergangenheit angehören. „Einmal war es so extrem, dass die Zufahrt zum Sportplatz nicht mehr möglich war. Wir sind dann von oben hingelaufen und haben gesehen, wie Enten auf dem Platz schwammen“, erzählt Kern.

Zukunftswunsch neuer Rasenmäher

Für die Zukunft im Verein äußert er einen ganz besonderen Wunsch: einen neuen Rasenmäher. „Wenn ich längere Zeit nicht gemäht habe, ist der Schnitt so lang, dass ich ihn extra beseitigen muss. Deshalb wäre ein Rasenmäher mit Absaugfunktion toll“, sagt Kern. Die zahlreiche ehrenamtliche Arbeit würde ihm so zwar nicht ausgehen. Sie würde ihm aber zumindest um einiges erleichtert.

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