Haldenwang-Schule in Leonberg Niemand ist positiv aufgefallen

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Auch wer ein Freiwilliges Soziales Jahr an der Karl-Georg-Haldenwang-Schule absolviert, Foto: privat

Leonberg - Was bundesweit ein Politikum mit vielen Ungewissheiten darstellt, ist für die etwa 170 Schülerinnen und Schüler der Karl-Georg-Haldenwang-Schule in Leonberg Alltag – normaler Schulunterricht mit Präsenz in den Klassenräumen. „Wir haben seit dem Schuljahresbeginn Regelbetrieb unter Pandemiebedingungen und sind nach den Weihnachtsferien regulär gestartet“, erläutert der Schulleiter Timur Erdem.

Die Karl-Georg-Haldenwang-Schule ist ein sonderpädagogisches Bildungs- und Beratungszentrum mit dem Förderschwerpunkt geistige Entwicklung. Die Schülerinnen und Schüler lernen gegenwärtig in so genannten Kohorten. Das hat nichts mit der Organisation der ehemaligen römischen Kampflegionen zu tun. Es ist vielmehr eine feste Gruppe, die soviel Gleiches wie möglich tut und erlebt. In Zeiten von Corona lassen sich bei Infektionsfällen so leichter Kontakte nachvollziehen. „Da wir täglich Präsenzunterricht für alle Klassen anbieten, haben wir uns in Abstimmung mit den Eltern und dem Schulträger, dem Landkreis Böblingen, der auch die Kosten übernommen hat, entschieden, einen freiwilligen Schnelltest zu machen“, sagt Erdem.

Gelernt wird in Kohorten

Die Leonberger Apothekerin Miriam Sachs, die auch die Schnellteststation mit Hilfe des DRK im früheren Postgebäude an der Eltinger Straße betreibt, hat mit zwei Mitarbeitern die Testung vorgenommen. Getestet wurden Schüler, Lehr- und Betreuungskräfte. Bei den Schülern mussten die Eltern ihr Einverständnis erteilen.

Weil es in der zweiten Schulwoche nach den Weihnachtsferien in einer Kohorte im Stammhaus zwei Fälle einer Corona-Infektion (ein Schüler und eine Lehrkraft) gab und die Gruppe in Quarantäne war, haben manche Eltern auf den Schnelltest verzichtet. Aber immerhin Dreiviertel der Schülern nahmen teil. Zur Belohnung gab es für sie Gummibärchen. „Das gute Ergebnis am Ende: es ergaben sich keine positiven Ergebnisse“, freut sich der Schulleiter Timur Erdem.

Wichtig ist für die Schule die Präzisierung Stammhaus, denn nur zwölf Klassen werden in der Stammschule in der Ostertagstraße unterrichtet, sechs dagegen in der Außenstelle Berufsschulstufe in der Nähe des Berufsschulzentrum sowie acht Klassen in Kooperationsschulen. Das sind an der Friedrich-Schiller-Schule in Renningen eine zweite und eine vierte Klasse, an der Sophie-Scholl-Schule in Leonberg eine Klasse 5, an der Theodor-Heuglin-Schule in Hirschlanden eine dritte und eine neunte, an der Theodor-Heuss-Schule in Rutesheim eine sechste und eine zehnte sowie an der Gerhart-Hauptmann-Realschule in Leonberg eine achte Klasse.

Immer ein Jahr Vorsprung

„Unsere Klassen haben immer ein Jahr Vorsprung, da sie erst ein Grundbildungsjahr an der Stammschule absolvieren, um sich auf die Kooperation vorzubereiten“, erläutert der Schulleiter. „Dies erklärt, warum etwa die Klasse 5 an der Sophie-Scholl-Schule (einer Grundschule) lernt: Unsere Fünftklässler bilden dort eine Kooperationsklasse mit den Viertklässlern.“

Für die Schulen, die Kooperationsklassen anbieten, ist Erdem gerade voll des Lobes. Hier haben seine Schüler auch einen sogenannten „Differenzierungsraum“ für spezifische Lerninhalte zur Verfügung. Diese Räume können nun für den Unterricht genutzt werden, während die Regelschüler im Heimunterricht sind. „Ohne diese Räume hätten wir keine Möglichkeit, unsere Schüler unterzubringen“, ist Timur Erdem dankbar.

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