Tourismus Weil der Stadt hat nun wieder ein Hotel

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Beim „Nachtquartier“ läuft der Betrieb schon auf Hochtouren. Foto: factum/Simon Granville

Tourismus - Besucher aus Australien, China und Amerika: Als eine der wenigen Städte im Altkreis gehört Weil der Stadt mit seiner bekannten historischen Altstadt zu den Orten, die nicht nur Geschäftsleute anlocken, sondern auch viele Touristen. Umso erstaunlicher ist es, dass es in der ganzen Stadt für lange Zeit kein einziges Hotel gab. Vor rund zwei Jahren gab dann der Ingenieur Jens Stach bekannt, dass er in Merklingen ein Hotel errichten möchte. Seit Montag nun hat das „Nachtquartier“, wie das neue Hotel heißt, geöffnet.

Die Freude bei der Stadtverwaltung über diese Neuerung ist deutlich spürbar. „Wir haben täglich darauf gewartet, dass es losgeht“, erzählt der Hauptamtsleiter der Stadt, Jürgen Brändle. Zwar gibt es ­einige Ferienwohnungen und Gasthöfe, ein größeres Hotel fehlte aber bislang. „Und gerade im Sommerhalbjahr bekommen wir zunehmend Anfragen, vor allem über den Radtourismus.“ Und die Radler kommen längst nicht nur aus dem näheren Umfeld. „Viele wissen zum Beispiel gar nicht, dass es einen Radweg gibt, der von Holland hierher und durch Weil der Stadt führt.“ Die Kapazitäten an Gästezimmern stoßen da schon mal an ihre Grenzen. Vor einiger Zeit hatte die Stadt deshalb auch einen Aufruf gestartet an Privatleute, ob diese nicht Interesse hätten, eigene geeignete Zimmer als Ferienzimmer zur Verfügung zu stellen. „Das hat sich gut entwickelt“, sagt Jürgen Brändle. Wegen der Fluktuation der Beteiligten ist die Stadt aber fortwährend weiter auf der Suche.

Voranfragen bis Juli/August

Beim „Nachtquartier“ läuft der Betrieb schon auf Hochtouren. „Am Wochenende haben wir das Hotel freigegeben, und dann ging es ruck-zuck, dass die Zimmer für die Woche ausgebucht waren“, erzählt die ­Geschäftsführerin Ute Stach. „Wir waren richtig erstaunt und hoffen jetzt natürlich, dass die Leute zufrieden sind.“ Insgesamt hat das Hotel 35 Zimmer, nur ein paar wenige sind noch nicht bezugsbereit. Nur der Eincheck-Automat, der dafür sorgen soll, dass Gäste auch ohne besetzte Rezeption spätnachts einziehen können, ist noch nicht geliefert worden, es gibt allerdings eine Lösung für den Übergang.

Die derzeitigen Gäste sind eher aus geschäftlichen Gründen hier oder um auf Messen zu gehen, sagt Ute Stach, mit ­Gästen aus dem Bereich Tourismus rechnet sie eher für den Sommer. „Wir haben jetzt schon Voranfragen bis Juli/August.“ Darunter sind auch einige Anfragen für ­Familienfeste – also von Besuchern, die von außerhalb für eine Familienfeier nach Weil der Stadt kommen und in dieser Zeit eine Bleibe suchen. „Wir haben aber auch ­bereits eine Buchung einer Familie aus Amerika, die hier eine Woche Urlaub ­machen möchte.“

Von außen bekommen die Stachs viel Zuspruch für ihr Projekt und wurden in ihrem Vorhaben bestätigt, erzählt die Eigentümerin. Viele zeigen sich sehr interessiert, „einige haben uns schon nach einem Tag der offenen Tür gefragt, aber das macht aus unserer Sicht wenig Sinn.“ Allerdings: Wer sich für den neuen Betrieb interessiert, könne gerne vorbeikommen und sich ­umschauen.

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