Tödlicher Unfall auf der B 295 „Ich wäre froh, ich hätte es nicht gesehen“

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Bei dem tragischen Unfall kommt eine Frau ums Leben. Foto: SDMG

Leonberg - Am Dienstagabend ist Stefan Grätscher gerade auf dem Heimweg und freut sich auf einen Mai-Feiertag mit seiner Familie. Doch auf der B 295, kurz hinter Leonberg, ereilt den Mediaberater unserer Zeitung das Entsetzen: Autos stehen am Rand, ein schwarzer Chevrolet steht quer auf der Straße, ein Smart und ein Mercedes liegen seitlich auf einer Wiese.

Grätscher ist mitten drin in dem schrecklichen Unfall, bei dem eine 41-Jährige ihr Leben verloren hatte, weil sie mit einem Chevrolet zusammengeprallt ist, der zuvor auf die Gegenfahrbahn geraten war.

„Es war absolut gruselig, ich wäre froh, wenn ich es nicht gesehen hätte“, ist der Anzeigenspezialist zwei Tage nach dem grauenvollen Unfall noch schockiert. Doch Stefan Grätscher ist kein Mann, der einfach weiterfährt. „Es waren zu dem Zeitpunkt nur wenige Rettungskräfte da“, erinnert er sich. „Mir war klar, dass ich helfen muss.“

„Als Erstes mussten die Kinder raus“

Der Ersthelfer rennt zum Smart. Mit drei anderen Männern drehen sie den Kleinwagen um. Die Frau und ihre zwei Kinder sind noch im Auto. „Als Erstes mussten die Kinder raus“, schildert der Zeitungsmitarbeiter die dramatischen Momente. Die Männer zerren die Kindersitze heraus, danach können sie die Kleinen im Alter von elf Monaten und sechs Jahren dem Rettungsdienst übergeben.

„Dann habe ich der Notärztin bei der Wiederbelebung der Mutter geholfen“, berichtet Grätscher. Doch die Hoffnung, dass es die 41-Jährige schaffen könnte, ist nicht sehr groß: „Die Frau im Auto hat sich wie eine Puppe angefühlt.“ Tatsächlich stirbt sie im Rettungswagen auf dem Weg ins Leonberger Krankenhaus.

„Am Anfang war nur ein Rettungswagen da“, erinnert sich der unerschrockene Helfer. „Möglicherweise waren beim ersten Notruf nicht ausreichende Angaben gemacht worden.“ Auch Wolfgang Zimmerman, der Chef der Leonberger Feuerwehr, erklärt, dass bei der Alarmierung zunächst von einem normalen Unfall die Rede war.

„Das Schlimmste war die gespenstische Ruhe“

Ein weiterer Zeitungsmitarbeiter wurde ebenfalls Zeuge des schrecklichen Geschehens: René Haubitz war auf dem Weg ins Gartencenter. „Das Schlimmste war die gespenstische Ruhe“, sagt der Mediaberater. „Ansonsten ist in der Feuerbacher Straße immer Krach. Das war grausam.“

Über die Unfallursache gibt es derweil noch keine Erkenntnisse. Die Staatsanwaltschaft ermittelt weiter. Auch zum Gesundheitszustand der Kinder macht die Polizei keine Angaben. „Da erfahren wir aus dem Krankenhaus auch gar nichts“, sagt ein Sprecher auf Anfrage.

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