Tischtennis Hemmingen macht das Triple perfekt

Von Thomas Holzapfel
Nach erfolgreicher Relegation in die Verbandsliga aufgestiegen: Philip Blazeski, Fabian Haid, Moritz Provoznik, Lennart Provoznik, Levin Rath (obere Reihe von links), Tim Blazeski und Jens Reichert (unten von links) Foto: privat

Wenn es einer Mannschaft an einem Wochenende gelingt, im Ligabetrieb den Aufstieg perfekt zu machen und dann noch am Folgetag baden-württembergischer Jugendmeister zu werden, dann dürfte dies in die Vereinsgeschichte eingehen. So geschehen bei der GSV Hemmingen, die mit ihren Youngsters quasi ein „Double der besonderen Art“ gelungen ist.

Die Glückwünsche ließen nicht lange auf sich warten. „Der Aufstieg in die Verbandsliga ist verdient“ und „Die Mannschaft wird auch in der neuen Liga eine gute Rolle spielen“, hieß es im Internetforum. Als Zweiter der Männer-Landesliga hatte sich das junge GSV-Team für die Aufstiegsrelegation qualifiziert, wo es nach dem freiwilligen Rückzug des VfR Birkmannsweiler (Zweiter der benachbarten Landesliga-Gruppe) zum alles entscheidenden Duell gegen den Verbandsliga-Achten TSG Eislingen kam.

Klare Sache in der Aufstiegsrelegation

An neutraler Stelle in Neuhausen auf den Fildern wollte das Team um Jugendtrainer Mark Provoznik die Saison mit dem Aufstieg in die Verbandsliga krönen. Der Coup gelang: Die 2:1-Führung aus den Anfangsdoppeln gab einen weiteren Motivationsschub, in den Einzeln punkteten Fabian Haid (2), Moritz Provoznik (2), Levin Rath, Philip Blazeski und Tim Blazeski zum 9:4-Erfolg.

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Mit dem Aufstieg der GSV in die Verbandsliga, der zweithöchsten Spielklasse im Bereich von Tischtennis Baden-Württemberg, erfolgt im Herrenbereich des Altkreises eine Art Wachwechsel, der sich seit geraumer Zeit angedeutet hat. Dominierten zuvor Clubs wie der TSV Korntal, die KSG Gerlingen oder der SV Leonberg/Eltingen das sportliche Geschehen, dürfen sich nunmehr die Hemminger als Klassenbeste fühlen.

Eine kleine Delle im Jugendbereich ist absehbar

„Wachwechsel hört sich etwas komisch an“, nimmt Mark Provoznik etwas den Wind aus den Segeln, „aber es stimmt schon, in den letzten Jahren spielten wir meistens ein bis zwei Klassen tiefer.“ Die intensive Arbeit mit jungen, aufstrebenden Spielern trägt in Hemmingen Früchte. „Es gehört aber definitiv auch etwas Glück dazu, dass die Jungs so talentiert sind“, gibt der Trainer das Lob an den Nachwuchs weiter. Provoznik stellt indes klar, dass man als Verein nicht dauerhaft an erster Stelle stehen kann. „Im Jugendbereich werden wir noch ein Jahr oben mitspielen können, dann folgt bei uns auch ein kleines Loch im Verein.“

Starke Hemminger Anfangsdoppel

Wie stark der Hemminger U 18-Nachwuchs derzeit ist, bewiesen die Spieler bei der baden-württembergischen Mannschaftsmeisterschaft, die als „Final-Four“ im badischen Grünwettersbach ausgetragen wurde. Dem gastgebenden ASV und dem DJK Sportbund Stuttgart lieferte man sich einen offenen Schlagabtausch, etwas abgeschlagen wurde die Zweitgarnitur des Sportbunds Vierter. Zu Beginn beim 5:5 gegen Grünwettersbach profitierte die GSV von den starken Anfangsdoppeln, außerdem punkteten in den Einzeln Fabian Haid, Lennart Provoznik und Tim Blazeski. Erst in der Schlussphase am hinteren Paarkreuz ging dem Team etwas die Luft aus.

In der richtungsweisenden Partie gegen den DJK Sportbund Stuttgart setzte das starke Spitzenpaarkreuz mit Fabian Haid und Lennart Provoznik (je 2) die Akzente, Jens Reichert sorgte für den siegbringenden sechsten Zähler. Auf dem Weg zum Titel war das abschließende 6:1 gegen die Stuttgarter Zweite nur noch Formsache. Verdienter Lohn für das beste U 18-Team aus Baden-Württemberg ist nun die Teilnahme an den Deutschen Meisterschaften. Diese finden am 18./19. Juni im niedersächsischen Salzhemmendorf statt.

Ein möglicherweise einmaliges Wochenende

„Solch ein grandioses Wochenende werden wir so schnell nicht wieder schaffen“, zeigte sich Mark Provoznik begeistert. „Das war ein herausragender Erfolg für unseren Verein. Auch unter dem Gesichtspunkt, dass andere namhafte Vereine mit ihren Akademien sechsmal pro Woche Training anbieten und zudem einen viel größeren Einzugsbereich haben als wir.“

In Hemmingen wird zwei- bis dreimal pro Woche trainiert. Aber das äußerst effizient. Zu den beiden Titeln ist nun noch ein dritter hinzugekommen. Lennart und Moritz Provoznik sowie Philip Blazeski holten sich auch den Pokalsieg im Bezirk Ludwigsburg. Im Halbfinale gab’s ein 4:3 gegen den TSV Korntal, das Endspiel gewannen die Hemminger gegen den SV Kornwestheim II glatt mit 4:0.

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