Theatergruppe am JKG Ein Vierteljahrhundert auf der großen Bühne

Von
Ungefähr ein Jahr dauern die Vorbereitungen für Stücke wie „My Fair Lady“. Dafür ­gehen auch schon mal die Ferien drauf. Foto: factum/Simon Granville

Weil der Stadt - „Soll ich aus der Tür raus oder noch stehen bleiben?“ „Jetzt kommt Szene 2.3. Ich dachte wir sind bei 2.4?“ „Umbau bitte, los geht’s!“ Es geht hektisch zu bei den Proben des Jubiläumsstücks „My Fair Lady“, welches die Kepler’s Drama Group, die englische Theatergruppe des Johannes-Kepler-Gymnasiums aus Weil der Stadt, Anfang November aufführen wird. Mittlerweile führt die Drama Group schon ihr 25. Stück auf.

Die Drama Group wuchs damals aus einem Theaterprojekt heraus, ein Kollege des jetzigen Leiters gründete sie im Jahr 1994. „Mein damaliger Kollege spielte aber hauptsächlich Komödien, seit dem ich die Drama Group übernommen habe, ist das Programm bunt gemixt. Wir haben auch schon Brecht und Shakespeare gespielt“, erzählt Martin Vielhaber, Leiter der Kepler’s Drama Group. 2002 übernahm Martin Vielhaber dann die Stelle seines Vorgängers, der die Idee der Drama Group hatte, im Herbst 2003 hatte er dann seine Premiere.

Vielhaber selbst spielte schon zu Schulzeiten in der Theatergruppe seiner Schule mit. „Damals war ich eines der Gründungsmitglieder der Theatergruppe. Selbst nach dem Abitur, als ich die Theatergruppe eigentlich verlassen sollte, bin ich noch geblieben und hab dort während meines Studiums weitergespielt“, erzählt Martin Vielhaber. „Als ich dann Lehrer wurde, bot ich immer wieder in den ­Projekttagen kleinere Stücke an. Als dann die Stelle des Leiters der Drama Group frei wurde, habe ich natürlich nicht lange gezögert und sie sofort angenommen“, ­erzählt der Lehrer weiter.

1000 Zuschauer bei sechs Aufführungen

Seine jahrelange Erfahrung zahlt sich aus – 2008 spielte die Drama Group unter seiner Leitung schon mal das Musical „My Fair Lady“, damals eine ältere Version. Stolze 1000 Zuschauer bei sechs Aufführungen besuchten damals das Musical. Auch im Sommer 2008 beim Jugendtheaterfestival in Pforzheim spielte die Drama Group das Stück und gewann den zweiten Platz. „Gerade, weil wir mit diesem Stück schon so große Erfolge feiern konnten, führen wir es zu unserem Jubiläum noch mal auf, allerdings in einer etwas neueren Version. Eigentlich führen wir keine ­Stücke zweimal auf, doch hier machen wir eine Ausnahme“, erklärt Vielhaber.

Aber auch sonst steigen die Zuschauerzahlen jedes Jahr ein wenig. Zu Beginn hat die Drama Group in einem Schulflur vor etwa 60 Zuschauern gespielt, heute kommen an einem Abend stets um die 180 ­Zuschauer.

Für Schüler ab der siebten Klasse

Gedacht ist die Drama Group für ­Schüler ab der siebten Klasse. Allerdings kommt nicht jeder rein, denn es gibt jedes Jahr ein Casting, bei welchem entschieden wird, wer aufgenommen wird. „Unsere Drama Group ist wirklich sehr beliebt, wir haben jedes Jahr viele Kinder, die sich fürs Casting bewerben, doch leider können wir nicht alle aufnehmen“, bedauert der Leiter. Momentan hat die englische Theatergruppe 30 Mitglieder, wovon 20 Schauspieler sind und zehn für die Technik und das Bühnenbild zuständig sind.

Ungefähr ein Jahr dauern die Vorbereitungen für die Stücke, die aufgeführt werden. Etwa im November beginnen die Castings, im Dezember wird dann das Stück vorbereitet, also für die Vorführung tauglich gemacht, gekürzt oder ähnliches. ­Anschließend wird das Stück in drei Teilen eingeübt und schließlich zusammengeführt. Ungefähr eine Woche vor den Aufführungen beginnen die Generalproben. Dann wird jeden Tag mit fertigen Kostümen und Bühnenbild geübt.

„Dieses Mal gehen für die Schüler die ganzen Ferien drauf, wir üben wirklich ­jeden Tag und das von 9.30 Uhr bis 12.30  Uhr und dann noch mal von 14 Uhr bis 18 Uhr“, erzählt Martin Vielhaber.

Das Stück
Zum Jubiläum führt die Drama Group das beliebte Musical „My Fair Lady“ von Alan Jay Lerner in einer Neufassung mit eigener Rahmenhandlung auf. Im Mittelpunkt steht der Sprachwissenschaftler Professor Henry Higgins. Er ist überzeugt, dass die ­Sprache einer Person über deren Charakter und soziale Position entscheidet. Er wettet ­sogar mit einem Freund darum, dass er jeder Frau beibringen kann, so gut englisch zu ­sprechen, dass er sie als Herzogin ausgeben könnte. Also beginnt er, das Blumenmädchen Eliza Doolittle zu unterrichten.

Termine
Die Aufführungen sind am Freitag, 1.  November, sowie am 2., 7. und 8. November, jeweils um 19 Uhr, außerdem am Samstag, 9.  November, um 17 Uhr. Aufführungsort ist der Keplersaal des Johannes-Kepler-Gymnasiums in Weil der Stadt. Erwachsene zahlen sechs Euro Eintritt, Schüler 3,50 Euro.

Artikel bewerten
1
loading
Strohgäu Leonberg Rutesheim Weil der Stadt Renningen Weissach Enzkreis-Gemeinden

Sonderthemen