Theater in Weil der Stadt Chaim und Adolf treffen aufeinander

Von Kathrin Klette
Der Bauer Adolf (Franz Xaver Ott, rechts) stellt sich als würdiger Schachgegner für Chaim (Martin Olbertz) heraus – und als interessanter Gesprächspartner. Foto: Richard Becker

Weil der Stadt - Besondere Gäste hat der Kulturverein Manufaktur Weil der Stadt am Samstag, 27. November, im katholischen Gemeindehaus zu Gast: Das Theater Lindenhof führt das Stück „Chaim und Adolf“ als „Theater mit Dinner“ auf. Es handelt sich um eine Benefizveranstaltung zugunsten des Bürgertreffs.

Das Theater Lindenhof ist ein vom Land Baden-Württemberg gefördertes Regionaltheater, das 1981 im kleinen Ort Melchingen auf der Schwäbischen Alb gegründet wurde. Das Ensemble ist bundesweit bekannt und hat zahlreiche Auszeichnungen und Kulturpreise erhalten, einige ihrer Aufführungen sind im SWR ausgestrahlt worden. Dass das Ensemble bald im kleinen Weil der Stadt auftritt, hat die Manufaktur der Baden-Württemberg-Stiftung zu verdanken, die Kultur im ländlichen Raum fördert.

Konkret geht es um das Sonderprogramm „Gesellschaftlicher Zusammenhalt – Förderung von künstlerischen und kulturellen Projekten“ des Ministeriums für Wissenschaft, Forschung und Kunst. „Wir hatten Glück, dass wir den Zuschlag dafür erhalten haben“, erzählt Rosemarie Sticker von der Manufaktur, die die Veranstaltung mitorganisiert hat.

„Volkstheater mir Niveau“

Der eigentlich bereits für vergangenes Jahr geplante Auftritt musste wegen Corona verschoben werden. Mehrere mögliche Folgetermine kamen wegen der Pandemie nicht zustande. Umso mehr sei dem Verein daran gelegen, dass die Veranstaltung stattfinden kann, sagt Rosemarie Sticker. Solange es irgendwie möglich ist, soll die Aufführung über die Bühne gehen – eben mit den entsprechenden Vorkehrungen.

Sticker beschreibt das Ensemble als „Volkstheater mit Niveau“, das nicht nur seichte Schwänke aufführe wie viele andere Volkstheater, sondern sich auch schwierigen Themen humorvoll widme und dabei trotzdem immer unterhaltsam bleibe. Das Stück „Chaim und Adolf – Eine Begegnung im Gasthaus“ von Stefan Vögel, unter der Regie von Franz Xaver Ott, feierte seine Uraufführung im Oktober 2018 und zeigt das Aufeinandertreffen eines Israeli mit deutschen Wurzeln und einem Bauern namens Adolf.

Zuschauer sind Teil des Geschehens

Die Zuschauer werden als „Gäste“ des Wirtshauses St. Augustinus in das Stück einbezogen. Sie werden Zeuge, wie Chaim Eisenberg zum wiederholten Male zum Wandern ins Schwabenland kommt. In dasselbe Dorf, in denselben Gasthof. Doch eines fehlt ihm in der Idylle: Ein adäquater Schachpartner. Laut dem Gastwirt Martin kommt dafür nur einer infrage: der Bauer Adolf. Obwohl der Name bei Chaim Skepsis auslöst, lässt er sich auf die Schachpartie ein, und Adolf entpuppt sich dabei als kluger und schlagfertiger Partner mit Witz und Humor.

Die Vorstellung beginnt um 18.30 Uhr. Der Eintritt kostet regulär 22 Euro, für Schüler 15 Euro. Im Preis ist ein Essen (drei stehen zur Auswahl) inbegriffen, das vor dem Auftritt gereicht wird. Währenddessen gibt es keine Bewirtung. Zugang mit 3G in der Basisstufe, ab Warnstufe mit 2G. Der Erlös geht an den Bürgertreff. Anmeldung unter www.manufaktur-wds.de.

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