Tennis unter Corona-Bedingungen Regionalliga-Saison mit Spaßfaktor

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Der TC Leonberg geht 2020 ohne die ausländischen Spielerinnen (hier die Spanierin Nora Ayala-Serra) an den Start. Foto: Andreas Gorr

Leonberg - Die kurze Eilmeldung hatte es in sich. Die baden-württembergische Kultus- und Sportministerin Susanne Eisenmann (CDU) nimmt Bezug auf den trotz weiterer Lockerungen ausgebliebenen flächendeckenden Wiederanstieg von Corona-Neuinfektionen und kündigt an: „Diese erfreuliche Entwicklung ermöglicht es uns, auch Einzelanliegen neu zu bewerten und im Zuge der Auslegungszuständigkeit des Kultusministeriums anders zu entscheiden als bisher. Hierzu zählt auch das Tennisspiel im Doppel, das ab sofort wieder zulässig ist.“

Eine Entscheidung, die Konsequenzen hat für den Spielbetrieb im Gebiet des württembergischen Tennis-Bundes (WTB). Die Verbandsrunde im Sommer ist zwar abgesagt worden. Es blieb jedoch allen Mannschaften vorbehalten, in ihren jeweiligen Spielklassen eine WTB-Wettspielrunde zu absolvieren.

Da die Teilnahme auf Freiwilligkeit basiert, gibt es keine Absteiger. Der Aufstieg für den Gruppensieger ist jedoch möglich. Die Voraussetzungen dafür: Es müssen mindestens vier Teams in der Gruppe am Start sein, die Begegnungen müssen mit Einzel- und Doppelspielen ausgetragen werden.

TC Leonberg

Unabhängig von der weiteren Lockerung, auch Doppel im Tennis zuzulassen, war die Entscheidung über eine mögliche Teilnahme an der Wettspielrunde beim TC Leonberg bereits gefallen. „Zwei Drittel unserer Mannschaften machen mit“, sagt der Sportwart Jörg Zimmermann.

Das Damenteam in der Regionalliga Süd-West wird die Partien ohne ihre in erster Linie aus Spanien kommenden Ausländerinnen bestreiten. Die abgespeckte Runde mit sechs statt ursprünglich acht Clubs (TC Rüppur und SC Frankfurt 80 nehmen nicht teil) wird unter den Gesichtspunkten Spaß und Spielpraxis angegangen. Aufschlagen werden somit Stefanie Stemmer, Birte Langenstein, Dimitra Tsatsa, Susi Fortun, Zina Bretzel, Carolin Weidle und Julia Reichert. Die Runde für Leonberg beginnt am 27. Juni mit dem Heimspiel gegen den TV Reutlingen. Die weiteren Termine: 11. Juli SSC Karlsruhe (Heimspiel), 12. Juli TA VfL Sindelfingen (Auswärtsspiel), 18. Juli TC SG Heidelberg (H), 19. Juli Post Südstadt Karlsruhe (A).

Für die zweite Frauenmannschaft wird es dagegen etwas ernster. Damit der Sprung zur Regionalliga hin nicht zu groß wird, soll der Aufstieg von der Bezirks- in die Bezirksoberliga angepeilt werden.

Als Aufsteiger in die Oberliga können sich die Männer ohne Druck in der neuen Spielklasse akklimatisieren. Nikola Ciric, Yannick Offermanns, Urs Thurau, Neuzugang David Romahn, Florian Reichert, Carl Moritz Beck und Lenn Hoffmann stehen zur Verfügung. Die zweite Mannschaft geht in der Bezirksklasse 2 auf Punktejagd

TC Hirschlanden

Eine interne Club-Umfrage hatte der TC Hirschlanden gestartet. „Wir haben es jedem selbst überlassen, wer das Risiko tragen und spielen möchte. Von insgesamt 24 Mannschaften sind jetzt neun gemeldet“, sagt Hirschlandens Trainer Nils Muschiol, der selbst bei den Verbandsliga-Herren an Position eins steht. „Mir geht es primär darum, dass die Jungs die Möglichkeit bekommen zu spielen, ich sehe das Ganze nicht als klassische Verbandsrunde, wo die sechs Besten zum Einsatz kommen, sondern alle sollen ihre Spielanteile bekommen.“

Nicht geplant wird mit den beiden Schweizern Patrik Fischer und Geremia Rossi. Stavros Segkoulis hat den Verein verlassen, die bisherige Nummer eins Benedict Kurz spielt im Sommer für Sindelfingen. Neu im Team ist Rico Lämmer. „Ansonsten stehen die ersten zehn für die Wettspielrunde zur Verfügung“, sagt Muschiol.

Erster Spieltag ist der 28. Juni. Der TC Hirschlanden trifft zu Hause auf den TC Ludwigsburg. Die weiteren Spiele: 5. Juli TC Bad Friedrichshall (A), 12. Juli TC BW Vaihingen-Rohr (H), 19. Juli TC Lauffen (A). Hirschlandens Herren II sowie die Damen werden jeweils in ihren Bezirksoberligen dabei sein.

SV Leonberg/Eltingen

Weil auf württembergischer Ebene nicht alle ursprünglich vorgesehenen Verbandsliga-Teams antreten werden, wurde die Anzahl der Gruppen in diesem Sommer von fünf auf vier reduziert. Eine Mannschaft, die als Verbandsliga-Aufsteiger auf einen Start verzichtet, sind beispielsweise die Herren des SV Leonberg/Eltingen. Auch die Tennisabteilung hat es allen 29 aktiven Mannschaften selbst überlassen, ob sie an der Wettspielrunde teilnehmen wollen. Gemeldet haben letztendlich vier Teams. Die Herren II, beide Herren 40-Mannschaften sowie die Junioren.

Für den Sportwart Patrick Philippin ist die Wettspielrunde „eher grenzwertig, weil wir bis zum Meldeschluss am 1. Juni noch nicht einmal wussten, ob Doppel erlaubt sind. Letztendlich hält man sich am Spieltag sieben bis acht Stunden auf einer Anlage auf und weiß nicht genau, was man tun darf und was nicht. Es gibt einfach zu viele Fragen, die ungeklärt sind.“

Der Charakter von Verbandsspielen gehe mit so vielen Einschränkungen verloren. „Man muss mit mehreren Autos zum Spiel fahren, darf sein Team nicht unterstützen und auch das gesellige Beisammensein nach dem Match ist, wenn überhaupt, nur eingeschränkt möglich“, erläutert Patrick Philippin.

Froh ist der SV-Sportwart, dass es seit einigen Wochen wieder erlaubt ist, Tennis zu spielen. „Und weil wir in diesem Sommer eine überschaubare Anzahl von Verbandsspielen auf unseren Plätzen haben, werden wir die Zeit nutzen, intern einiges anzubieten und das Vereinsleben anzukurbeln“, sagt Patrick Philippin.

TSC Renningen

Der TSC Renningen schickt elf von insgesamt 22 Mannschaften von der Jugend bis zu den Senioren ins Rennen. Das ranghöchste aktive Team stellen die Damen in der Verbandsliga, die im vergangenen Sommer hinter dem Meister TC Urbach auf dem zweiten Platz landeten. Erfolgreich waren sie jetzt im Winter in der Oberligastaffel, lagen nach fünf Begegnungen ohne Niederlage mit 5:0 Punkten an der Tabellenspitze. Wegen Corona wurde die Runde abgebrochen – sie wird nicht gewertet. In der Verbandsliga treten die Renninger Damen mit Ivonne Juric, Katharina Rothacker, Katerina Filip, Corinna Schindler, Jana Alker und Dagmar Hommel auf den ersten sechs Positionen an. Die Termine: 28. Juni TA TSV Bietigheim (H), 5. Juli TEV R.W. Fellbach (A), 12. Juli TC Aalen (H), 19. Juli TA VfB Ulm (H), 26. Juli TC BW Zuffenhausen (A).

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