Teilhabebeirat „Mensch kommt immer zuerst“

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Der bunt gemischte Kreis der zehn Teilhabebeiräte spiegelt die Vielfalt der Menschen mit Behinderung wider. „Es ist gut, dass wir Menschen mit verschiedenen Behinderungen dabei haben“, betont Utz Mörbe, „denn ich kann nicht beurteilen, was für einen Blinden oder für einen Rollstuhlfahrer wichtig ist. Das wissen sie selbst besser.“ Dann schmunzelt er: „Wie wir uns definieren, darüber haben wir bei den Sitzungen schon ganz schön gestritten“, plaudert er aus dem Nähkästchen, „aber in einem Punkt sind sich alle einig: egal, ob von Menschen mit Behinderung oder von Menschen mit erhöhtem Assistenzbedarf gesprochen wird, der Mensch kommt immer zuerst.“

„Bei uns kommen alle zu Wort“

Mörbe lacht: Die Debatten, bei denen sie kein Blatt vor den Mund nehmen, sind wichtig. Und sie fruchten. „Bei uns kommen alle zu Wort“, sagt er mit einem verschmitzten Lächeln, „auch die Kreisräte.“

Die nehmen, ebenso wie Angehörige der Verwaltung, selbstverständlich an den Sitzungen teil. Denn die Umsetzung des Bundesteilhabegesetzes ist eine Aufgabe des Landratsamtes und muss umsichtig geplant werden. Dabei ist der Teilhabebeirat sehr aktiv beteiligt, er ist die Stimme der Betroffenen, ihr politisches Sprachrohr. Denn Menschen mit Behinderung können selbst für sich sprechen, sie wissen selbst am besten, was sie sich zutrauen können und was sie wirklich wollen.

Training mit den Kickers

„Wir werden ernst genommen“, erklärt der Vorsitzende die erfolgreiche Zusammenarbeit, zudem der Landkreis Böblingen auch sehr teilhabeorientiert sei. Doch es bleibt noch etliches zu tun, und neben ganz handfesten Fortschritten für das Alltagsleben gibt es noch anderes, was der Beirat erreichen will: „Wir wollen Menschen mit Behinderung in der Gesellschaft sichtbarer machen, und wir wollen geachtet werden wie alle anderen auch“, erklärt Utz Mörbe.

Doch bei allem Engagement, es muss Zeit für Dinge bleiben, die Spaß machen. Kürzlich hat Utz Mörbe über den Fanclub der Stuttgarter Kickers ein Training der Leonberger Atrio-Werkstatt-Mannschaft, den Ramtelkickern, mit den Spielern seines Lieblingsvereins organisiert: „Die komplette Kickers-Mannschaft ist gekommen“, freut er sich, ein echtes Glanzlicht für den überzeugten Fußballfan und ein denkwürdiger Tag für die Ramtelkicker.

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