“Tatsächlich... Liebe“ Was „Love Actually“ zum ultimativen Lieblingsfilm macht

Von Theresa Schäfer
Tränen unterm Baum: Emma Thompson in „Tatsächlich... Liebe“. Foto: imago images/Everett Collection/Universal/Courtesy Everett Collection

Es ist diese erste Szene in der Empfangshalle des Flughafen Heathrow. Liebespaare begrüßen sich mit einem langen Kuss. Väter knuddeln ihre Töchter. Alte Freunde fallen sich in die Arme. Dazu erklingt die Stimme von Hugh Grant: „Wenn mich die weltpolitische Lage deprimiert, denke ich immer an die Ankunftshalle im Flughafen Heathrow.“ Allein dieser Auftakt macht „Tatsächlich... Liebe“ („Love Actually“) auch beinahe 20 Jahre nach seiner Uraufführung noch zum ultimativen Seelenstreichler zu Weihnachten.

Man kann den Film kitschig finden, belanglos oder schlecht gealtert – doch viele schieben ihn Jahr für Jahr wieder in den DVD-Player (gestreamt wird er inzwischen unter anderem bei Amazon Prime).

ABC feiert das Jubiläum – ein Jahr zu früh

Im Advent 2003 kam „Tatsächlich... Liebe“ in die Kinos, seltsamerweise wird das Jubiläum aber schon jetzt gefeiert: Mit einem TV-Special. „The Laughter & Secrets of Love Actually, 20 Years Later“ wird am 29. November nicht, wie man meinen könnte, im britischen Fernsehen, sondern beim amerikanischen Sender ABC ausgestrahlt. US-Talkqueen Diane Sawyer spricht darin mit den Stars, die damals für den Richard-Curtis-Film vor der Kamera standen. Der Autor und Regisseur Curtis zeichnet für die Dreifaltigkeit der britischen romantischen Komödie verantwortlich: „Vier Hochzeiten und ein Todesfall“, „Notting Hill“ und „Bridget Jones“.

Achtung, Spoiler: Wer den Film noch nicht gesehen hat (es soll Menschen geben) und vorhat, das noch nachzuholen, sollte jetzt nicht weiterlesen.

Was „Tatsächlich... Liebe“ zum geliebten Kultfilm macht? Da ist zuerst natürlich die Besetzung. Hugh Grant, Emma Thompson, Laura Linney, Bill Nighy, Keira Knightley, Martin Freeman, Colin Firth, Liam Neeson, Chiwetel Ejiofor, Heike Makatsch, Rowan Atkinson, der 2016 viel zu früh verstorbene Alan Rickman – die Castliste liest sich auch heute noch wie das Who-is-who des (nicht nur britischen) Films.

Bei den sich elegant überschneidenden Episoden ist für jeden was dabei: Frauen mittleren Alters weinen mit, wenn Emma Thompson merkt, dass ihr Mann (Alan Rickman) einer anderen eine Goldkette unter den Christbaum legt. Männer fortgeschrittenen Alters erwärmen sich an der „Ohne Wort, dafür ganz viel Gefühl“-Bromance eines gealterten Popstars (Bill Nighy) und seines Managers (Gregor Fisher). Unglücklich Verliebte fühlen mit Mark (Andrew Lincoln), der die Frau (Keira Knightley) seines Freundes (Chiwetel Ejiofor) anbetet.

Lachen und Weinen vor dem Fernseher tut gut

Es ist vielleicht diese bittersüße Seite, die „Tatsächlich... Liebe“ auch für Weihnachtsmuffel erträglich macht. „’Tatsächlich... Liebe’ ist nicht nur positive Liebe“, sagt Laura Linney im Gespräch mit Diane Sawyer. „In diesem Film gibt es echten Schmerz.“ Und wer könnte nicht gerade in diesen Zeiten eine Runde Lachen und Weinen vor dem Fernseher gebrauchen?

Zuletzt ist natürlich Hugh Grants Tanz durch Downing Street No. 10 zu „Jump (Fo9r My Love“ von den Pointer Sisters einfach eine Freude – auch wenn der Brite jetzt bekennt: „Ich habe das im Drehbuch gesehen und dachte: ‚Das will ich auf keinen Fall machen.’“ Gut, dass er sich umentschieden hat – heute werden die Moves tausendfach auf TikTok nachgetanzt. Liebe ist eben doch – „actually“ – „all around“.

Die „Tatsächlich... Liebe“-Darsteller damals und heute – in unserer Bildergalerie!

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