„Tatort“-Kritik „Die Ferien des Monsieur Murot“ Von der Liebe überfahren

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Die Idylle trügt: Die Ferien von Murot verlaufen überhaupt nicht harmonisch. Foto: HR/Bettina Müller

Stuttgart - Was taugt „Die Ferien des Monsieur Murot“? Der neue „Tatort“ aus Wiesbaden in unserem Schnellcheck.

Die Handlung in zwei Sätzen Der LKA-Ermittler Felix Murot trifft in den Ferien im Taunus auf seinen Doppelgänger, den Gebrauchtwagenhändler Walter Boenfeld. Eine eigenwillige Männerfreundschaft bahnt sich zwischen den beiden an, die allerdings jäh endet, als Boenfeld von seiner Ehefrau (Anne Ratte-Polle) mit voller Absicht überfahren wird.

Zahl der Leichen Zwei. Wobei nur der Tod von Boenfeld auf der Landstraße wirklich unter die Haut geht. Gleich zweimal nimmt der Mercedes Fahrt auf, um den Mann zu überrollen, der den Tod („Ich habe Angst vor meiner Frau“) gewissermaßen kommen sah.

Großes Schauspiel Wir sehen Ulrich Tukur hier nicht nur in zwei, sondern genau genommen in gleich drei Rollen: Als leisen, feinsinnigen Schöngeist Felix Murot; als lauten, prolligen Gebrauchtwagenhändler Boenfeld; und dann noch als Polizisten Murot, der zeitweilig das Mordopfer Walter Boenfeld spielt.

Ein Original tritt ab Auch wenn das Drehbuch (geschrieben von dem Regisseur der Folge, Grzegorz Muskala, und von Ben Braeunlich) Boenfeld keine sonderlich lange Lebensdauer erlaubt, so lässt die nachdenkliche Frohnatur in der kurzen Spanne doch einige bemerkenswerte Sätze vom Stapel. In der Sauna, sozusagen mit heruntergelassener Hose und nur noch von einem Handtuch geschützt: „Das Leben ist die Hölle. Nur wer ist der Teufel?“

Die Versuchung Murot schlüpft in die Rolle des Gebrauchtwagenhändlers („Ich ermittle“) und verliebt sich in die Mörderin seines Doppelgängers (und diese sich in ihn). Man sieht wieder einmal, an der alten Schlagerweisheit „Die Liebe ist ein seltsames Spiel“ scheint also doch etwas dran zu sein. Am Ende kriegt Murot, der Mann des Gesetzes, doch noch die Kurve und liefert die schöne Mörderin ans Messer. Das tut fast ein wenig weh.

Unser Fazit Krimi? Liebesdrama? Komödie? Was spielt das für eine Rolle. Ganz großes Kino fürs Fernsehen.

Spannung Note 1; Logik Note 1

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