SV Leonberg/Eltingen Brisantes Spiel für Torhüter Kellner

Von Jürgen Kemmner
Das Torhüter-Duo des SV Leonberg/Eltingen: Max Schneider und Dennis Kellner (rechts) Foto: Andreas Gorr

Gewohnheit kann gefährlich sein. Dennis Kellner muss ein klein wenig aufpassen, wenn er an diesem Sonntag (18 Uhr) in die Schwaikheimer Sporthalle läuft, um sich vor dem Handball-Spiel der Württemberg-Liga aufzuwärmen. „Ich muss mich auf der anderen Seite als früher warm machen“, sagt der Torhüter des SV Leonberg/Eltingen, „das wird schon ein komisches Gefühl werden.“

Denn der 29 Jahre alte Goalie stand vor dieser Saison zehn Jahre lang für die SF Schwaikheim im Tor, es war seine erste Station bei den Aktiven – die Partie wird für Dennis Kellner ein Auswärtsspiel in der (alten) Heimat. „Die Vorfreude darauf ist wahnsinnig groß“, sagt er, „ich bin mit den meisten der Schwaikheimer ja noch immer befreundet – und nicht nur deshalb will ich unbedingt gewinnen.“

Vier Spiele Pause nach Fingerbruch

Immerhin ist der Neuzugang des SV noch rechtzeitig fit geworden, er hatte sich am 24. September im Spiel bei der HSG Ostfildern einen Finger gebrochen, musste vier Spiele pausieren und kehrte erst am 29. Oktober wieder aufs Feld zurück – was bei Trainer Christian Auer für eine ordentliche Erleichterung sorgte. „Es ist immer gut, wenn beide Torhüter an Bord sind“, betont der Coach, „gerade in ihrer Kombination als Gespann sind sie wichtig.“

Die Aussage kommt nicht von ungefähr: Beim 31:24-Erfolg über die SG Schozach-Bottwartal überzeugte vor allem Max Schneider zwischen den Pfosten und war einer der Garanten dafür, dass die Niederlagenserie von vier Spielen beendet wurde. „Dieser Sieg hat uns locker gemacht“, meint Trainer Auer, „wir hatten im Training unter der Woche endlich diese lästige Nervosität abgelegt und waren wieder ungezwungen und mit Freude bei der Sache.“

Dass Dennis Kellner in Leonberg samt seiner Sportausrüstung gelandet ist, ging maßgeblich auf einen beharrlichen SV-Coach zurück. Christian Auer hatte in den vergangenen Jahren immer wieder wegen eines Vereinswechsels gebohrt, bis er schließlich Erfolg hatte. Kellner, der in Böblingen wohnt und in Weissach arbeitet, hatte genug vom zeitintensiven Pendeln zwischen Wohnort, Arbeitsplatz und Schwaikheimer Trainingshalle – sich in der Stoßzeit mehrfach pro Woche quer durch Stuttgart zu manövrieren, das zerrt an den Nerven wie eine entzündete Zahnwurzel. „Ich hatte keine Lust mehr, so viel Zeit auf der Straße zu verbringen“, sagt der Torhüter, „da habe ich dem Werben gerne nachgegeben.“

Stärken und Schwächen sind bekannt

Den Wechsel ans Autobahndreieck hat er nicht bereut, auch weil das Verhältnis zu Torhüter-Kollege Schneider ein exzellentes ist – die beiden sehen ihre Konkurrenz nicht verbissen, sondern befruchtend. Sie spornen sich gegenseitig an, um immer noch ein Stückchen besser zu werden – keiner missgönnt dem anderen eine Parade oder einen gehaltenen Siebenmeter. „Es ist wirklich ein klasse Zusammenhalt zwischen uns“, erzählt Kellner, der noch verrät, dass Schneider auch abseits der Mannschaft einer ist, mit dem er auch privat immer wieder etwas unternimmt.

Wer nun in der Partie in Schwaikheim länger zwischen den Pfosten steht, das wissen die beiden Torhüter nicht, und Trainer Auer legt sich freilich auch noch nicht fest. Für Dennis Kellner spricht, dass er die Wurfbilder seiner Schwaikheimer Ex-Kollegen gut kennt; gegen den 29-Jährigen spricht, dass sich seine Ex-Kollegen bestimmt an dessen Schwächen erinnern werden. „Ich denke“, sagt der SV-Torhüter, „dass das alles für mich eher kein Nachteil sein dürfte.“

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