Stuckateur aus Rutesheim Mit Können und Ehrgeiz nach ganz oben

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Ralph Lanz will im Sommer mit seinem National-Team nach Russland, um an der dortigen Weltmeisterschaft der Stuckateure teilzunehmen Foto: factum/Bach

Rutesheim - Tradition verpflichtet, sagt ein Sprichwort. Bei Ralph Lanz könnte das stimmen. Denn er ist Stuckateur, so wie sein Vater Ralf, sein Großvater Roland und sein Urgroßvater Erwin Lanz. Der Rutesheimer Familienbetrieb feiert in diesem Jahr sein 70-jähriges Bestehen. Passend dazu wird Ralph Lanz, der Urenkel des Gründers, im Frühjahr die Meisterprüfung im Stuckateurhandwerk ablegen.

Der 21-Jährige hat seine Ausbildung zum Stuckateur im vergangenen Sommer als Jahrgangsbester vor der Handwerkskammer Stuttgart abgeschlossen. Parallel zur Stuckateur-Lehre hat er das Berufskolleg Bautechnik besucht und ebenfalls abgeschlossen. Schon als Auszubildender im elterlichen Betrieb hat er sein Geschick für diese Tätigkeit unter Beweis gestellt, etwa als er an der Renovierung der Stuckdecke der Johanneskirche in Rutesheim gearbeitet hat.

Maßgenauigkeit und handwerkliche Leistung

Nach der Gesellenprüfung nahm der junge Mann im Herbst die nächste Herausforderung an: den Wettbewerb um die Aufnahme ins National-Team der Stuckateure. „Da kann jeder junge Geselle im Rahmen eines bundesweiten Auswahlverfahrens teilnehmen“, erzählt er. Beim eigentlichen Wettbewerb gilt es, eine praktische Aufgabe innerhalb eines Tages zu erfüllen. So mussten die Teilnehmer einen Trockenbau-Körper erstellen und aus diesem Flächen herausschneiden. „Dabei kam es in erster Linie auf Maßgenauigkeit und gute handwerkliche Leistung an“, erinnert sich Ralph Lanz. „Manche Teilnehmer wurden bei dem Wettbewerb in der vorgegebenen Zeit überhaupt nicht fertig.“ Er schon, und er hat seine Sache offenbar gut gemacht. Denn er wurde ins National-Team aufgenommen. Mit dieser Initiative des Bundesverbands Ausbau und Fassade will das deutsche Stuckateurhandwerk seine besten Nachwuchskräfte fördern.

Das hat für Ralph Lanz neben dem Image-Gewinn auch einige ganz konkrete Vorteile, und zwar nicht nur das Auto mit der National-Team-Bemalung, das ihm kostenlos zur Verfügung gestellt wird. Da gab es auch noch Arbeitskleidung mit Sponsoren-Logo. Diese trägt er vor allem bei offiziellen Terminen. Und er bekam leihweise einige Werkzeuge, wie beispielsweise einen Akkuschrauber – also vieles, was junge Handwerker brauchen.

Guter Kontakt zu National-Teamkollegen

Auf die Frage, warum er sich in diesem Team engagiert, hat Ralph Lanz viele Antworten bereit. „Wir möchten den Beruf des Stuckateurs bekannt machen und unser Handwerk vertreten“, sagt er. Solche Wettbewerbe würden einen zudem persönlich fordern und schließlich wolle man ja weiterkommen. Die Kollegen in dem National-Team verstünden sich nicht nur gut miteinander, sondern könnten sich auch beruflich austauschen.

Überhaupt, was fasziniert einen jungen Mann an dem Beruf Stuckateur? „Bei dieser Arbeit sieht man, was man gemacht hat. Man sieht die Leistung und die wird auch nicht durch einen Roboter ersetzt werden können“, so Ralph Lanz. Aber es gebe auch in diesem Metier immer neue Techniken und man müsse sich ständig weiterbilden. Deswegen habe er mit dem zusätzlichen Abschluss Bautechnik von vornherein ein breiteres berufliches Spektrum angestrebt.

Doch wenn er in den nächsten Monaten den Meisterbrief in der Tasche haben wird, wolle er erst mal arbeiten, betont er. Ob das im elterlichen Betrieb sein wird oder andernorts – das lässt er einfach mal offen.

Fest steht aber schon, dass er im Sommer mit seinem National-Team ins russische Kasan reisen will, um an der dortigen Weltmeisterschaft der Stuckateure, den sogenannten World Skills, teilzunehmen. Und im Jahr 2020 gibt es dann auch noch die Europameisterschaft, die Euro Skills – genügend Gelegenheiten also für den jungen Handwerker, sein Können unter Beweis zu stellen.

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