Strohländle Leonberg Wenn das Stroh zum Dancefloor wird

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Warm, knisternd und intensiv ist das Konzert mit Linda Kyei. Foto: factum/

Leonberg - Noch nie waren Festivals so beliebt wie heute. Vielzählig ziehen sie sich mittlerweile kreuz und quer über den Globus. Mit der Linda Kyei Swing Combo präsentierte sich an diesem lauen Sommerabend auf dem Strohländle Festival eine Combo aus hochkarätigen jungen Musikern aus der Stuttgarter Swingszene. Mit dabei Andrew Andrews (Drums), Sascha Kommer (Klavier), Sir Holley (Kontrabass), Carsten Netz (Saxofon, Klarinette) und Linda Kyei (Vocal, Geige). -

Ihr Sound: Warm, knisternd, intensiv und immer locker jazzig. Ihrer Musik aus den 20ern, 30ern und 40ern angepasst ist die Combo stilecht gekleidet, der Spaß und die Freude an den vorgetragenen Songs ist der Band anzusehen. Schnell schwappt die Lust über, Songs wie beispielsweise „Puttin On The Ritz (Ella Fitzgerald“, „Fine Brown Frame (Nellie Lutcher)“ und „That’s Communication (Slim Gaillard)“ nicht nur zu hören, sondern sie auch mit den passenden Moves zu begleiten. Schnell wird der mit Stroh bedeckte Boden zum Tanzparkett.

Wie der Knoten geplatzt ist

„Es gab eine Zeit, in der ich viel Jazz gesungen habe, aber mit sehr viel Anspannung in die Konzerte gegangen bin. Irgendwann wurde ich angefragt, auf einer Lindy Hop Party zu singen. Und dort ist der Knoten geplatzt“, sagt Linda Kyei mit einem Lächeln. Es ist diese Freude, welche die gut gelaunten und gekleideten Tänzer und Tänzerinnen ausstrahlten, der Musikerin Lust vermittelten, sich mit dieser Materie auseinanderzusetzen.

Die Musik bekam Linda Kyei quasi in die Wiege gelegt. Als Musiklehrerin gab Kyei’s Mutter ihren Musikunterricht zuhause. Umgeben von Musik und aufgrund der christlichen Erziehung führte sie ihr Weg schnell in Chöre und Orchester. „Ich bin mit klassischer Musik aufgewachsen. Wir hatten damals weder Fernsehen noch Radio. Ein Highlight meiner frühen Kindheit waren die Salzburger Sinfonien von Mozart“, sinniert sie.

Bereits im Alter von sechs Jahren ist für Linda Kyei die Geige das Musikinstrument ihrer Wahl. „Mich haben die Violinen mit dem synchronen Bogenstrich total fasziniert“, sagt sie sanft.

Tanz und Musik ergänzen sich

Wie Musik über den Tanz interpretiert wird, beeindruckt Kyei immer wieder auf’s Neue. „Ab und an habe ich Tanzkurse oder Workshops besucht. Wenn mein Terminkalender nicht so voll wäre, würde ich das noch viel mehr tun. Es ist nämlich eine ganz andere Sprache.“ So ist es für die Musikerin eine Bereicherung zu sehen, wie sich die gespielte Musik beim Tanzen anfühlt.

Es war also nicht verwunderlich, dass ganze Generationen sich zum fröhlichen Tanz mit Lindy Hop Elementen hinreißen ließen. So waren es auch diese ganz unterschiedlichen Menschen auf dem Strohländle, die für Linda Kyei und ihre Combo etwas ganz besonderes waren und diesen speziellen Flair ausmachten. „Vor allem habe ich mich über die vielen Kinder, die bei uns auf dem Steg vor der Bühne gesessen sind, gefreut“, unterstreicht Linda Kyei fröhlich. Ein Festival für die ganze Familie, welches ganze Generationen erleben konnten. So ist es dieses erleben, aber auch das kennenlernen von verschiedenen Musikstilen, Bereichen und manchmal auch Nischen, welche das Strohländle für so viele Menschen interessant macht.

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