Strohländle-Besucher spenden fürs Hospiz Pfandchips ermöglichen besondere Wünsche

Von Nathalie Mainka
Ein Spendenscheck über 12 000 Euro fürs Hospiz: Hanna Wundel, Johannes Leichtle, Dieter Burr, Günther Wöhler, Steffen Lenzner und Claudia Berner (von links). Foto: privat

Im Leonberger Hospiz haben die Verantwortlichen und Mitarbeitenden ein gemeinsames Ziel: Sie wollen ihre Gäste mit individuellen Angeboten auf ihrem Weg am Lebensende begleiten. Wöchentlich besuchen vier Therapeutinnen unterschiedlicher Couleur die stationäre Einrichtung in der Seestraße: Bijou ist Kunsttherapeutin, Katrin und ihr Hund Jamie sind auf Tiertherapie spezialisiert, Ulla auf Fußreflexzonen-Massage, Dorothea ist Musiktherapeutin. Sie decken mit ihrer Arbeit physische, soziale, psychische und spirituelle Ebenen ab.

Der Mensch wird nicht nur als Patient gesehen

„Diese unterschiedlichen Felder nehmen den Gedanken auf, dass ein Mensch als ,ganzer Mensch‘ gesehen wird und nicht nur als Patient mit einer Einzeldiagnose“, sagt Claudia Berner, beim Hospiz zuständig unter anderem für die Öffentlichkeitsarbeit. Diese speziellen Angebote zählen zu den fünf Prozent der Kosten, die ein Hospiz von Gesetz her selbst tragen muss. 95 Prozent des medizinisch-pflegerischen Teils müssen die Kranken- und Pflegekassen aufbringen.

„Fünf Prozent klingen zunächst wenig, sie umfassen aber die laufenden Betriebskosten für eigene Technik im Hause, besondere Ausstattungen des Hauses, spezielle Essenswünsche der Hospizgäste oder auch Aromaöle und Körperöle, die wir selbst kaufen, um unseren Gästen Wohlbefinden zu ermöglichen“, sagt Berner. Zu den fünf Prozent zählen außerdem die Kosten für Projekte wie der geplante Anbau.

Strohländle-Macher wollen auch etwas Gutes tun

Die Arbeit der speziellen Therapeuten beispielsweise könne nur mithilfe von Spendengeldern finanziert werden. Und hier kommen, bereits zum achten Mal, Johannes Leichtle und Steffen Lenzner, die beiden Organisatoren des Leonberger Strohländles, ins Spiel. Sie sammeln bei ihrem Sommerfestival auf dem Engelberg regelmäßig Spenden für das Leonberger Hospiz.

Eine persönliche Verbindung hatte es zuvor nicht gegeben. „Klar war erst nur: Wir wollen mit dem Fest auch etwas Gutes tun“, sagt Johannes Leichtle. Die Suche nach dem passenden Zweck war rasch erfolgreich: „Der Hospizverein ist der einzige, dessen Thema irgendwann jeden betrifft. Wir müssen schließlich alle einmal sterben.“

Verschiedene Spendenaktionen

Die Spenden beim Strohländle kommen durch unterschiedliche Aktionen zusammen. So warfen beispielsweise die Besucher so viele Pfandchips wie nie zuvor in die zugehörige Box. Diese Pfandsammelaktion – bei der die BW-Bank für jede gespendete Pfandmarke etwas drauflegt – ist der Verbindungspunkt der Strohländle-Macher zu Hanna Wundel. Die Finanzberaterin bei der BW-Bank kümmert sich seit fünf Jahren für ihren Arbeitgeber um die Aktion, ist ins Thema „reingeschlittert“ – und steckt nun bis über beide Ohren drin: „Ich war mehrfach im Hospiz und habe gesehen, wie gut das Geld dort aufgehoben ist. Die Arbeit, die dort geleistet wird, ist beeindruckend und so wichtig.“

Zudem gab es beim Strohländle Spendeneinnahmen bei einem Bingo-Abend, und die Firma Engel & Völkers veranstaltete gemeinsam mit Optik Schäfer aus Leonberg dieses Jahr einen Charity-Abend. Unterm Strich kam eine Spendensumme in Höhe von insgesamt 12 000 Euro zusammen.

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