Strohgäu/Leonberg Sonne, Hitze, Brandgefahr

Von Franziska Kleiner
Mutmaßlich nach einem Blitzeinschlag brannte vor wenigen Wochen im Gerlinger Wald ein Baum. Die Feuerwehr verhinderte einen Waldbrand. Foto: Freiwillige Feuerwehr Gerlingen

Die Sonne brennt vom Himmel: Den drittwärmsten Juni seit Beginn der Wetteraufzeichnung verzeichnet das Land in diesem Jahr. Die hohen Temperaturen bringen Mensch und Natur ins Schwitzen. Mit unterschiedlichen Folgen.

   

Wo hat es gebrannt? Aus dem Bereich des Polizeipräsidiums Ludwigsburg ist diese Woche ein Fall aus Horrheim gemeldet worden. In dem Ortsteil von Vaihingen/Enz hatten Felder Feuer gefangen, laut der Polizei vermutlich verursacht durch die hohen Außentemperaturen und die starke Sonneneinstrahlung. Landwirte bemerkten den Brand, bearbeiteten den angrenzenden Bereich und verhinderten so, dass sich das Feuer ausdehnte. Der entstandene Sachschaden wird auf rund 5000 Euro geschätzt.

Bereits Ende Juni hatte ein aufmerksamer Bürger aus der Ferne Rauch im Gerlinger Wald gesehen. Die Feuerwehr löschte das Feuer, das sich bereits ausgebreitet hatte. Vermutlich, so die Wehr, war der Baum in der Nacht durch einen Blitz in Brand geraten.

   

Wie hoch ist derzeit das Risiko? „Aktuell besteht im Landkreis Ludwigsburg eine geringe bis mittlere Waldbrandgefahr“, teilt das Landratsamt mit. Laut den Prognosen des Deutschen Wetterdienstes solle sich die Situation in den nächsten Tagen nicht grundsätzlich ändern. „Die obere Bodenschicht und die Streu sind durch die Niederschläge der vergangenen Wochen noch feucht und wirken so der Ausbreitung von Waldbränden entgegen“, teilt die Kreisbehörde mit.

Entspannter sind die Einschätzungen im Landkreis Böblingen. „Bis kommenden Freitag zeigt der Waldbrandgefahrenindex bei uns die Stufe 2 an“, heißt es aus dem Landratsamt. Diese bedeute eine „geringe Gefahr“. Nadelbestände, insbesondere mit Kiefern, seien prinzipiell stärker gefährdet als Laub- und Mischbestände. In den Landkreisen Böblingen und Ludwigsburg ist der Anteil der Laubbäume aber deutlich höher als jener der Nadelbäume.

Ist Prävention möglich? „Feuer dürfen im Wald nur in öffentlichen und befestigten Grillstellen entzündet werden“, sagt Andreas Fritz. Laut dem Sprecher des Ludwigsburger Landratsamtes gelte das auch in unmittelbarer Nähe zum Wald, in einem Radius von hundert Metern. „Vielen Waldbesuchern ist nicht bewusst, dass das Rauchen in den baden-württembergischen Wäldern von März bis Oktober nicht gestattet ist.“ Im Zweifelsfall reiche eine einzige unachtsam weggeworfene Zigarette, um den Wald zu entzünden, heißt es aus der Kreisbehörde in Böblingen.

Grundsätzlich bestünde durch trockene Äste und Laub fast immer ein gewisses Waldbrandrisiko, wenn es nicht unmittelbar vorher ausreichend geregnet habe. Allerdings ließen sich mehr als 95 Prozent der Waldbrände auf menschliches Handeln und Fahrlässigkeit zurückführen. Nur selten habe ein Feuer im Wald eine natürliche Ursache, wie zum Beispiel Blitzschlag.

   

Wer sperrt Grillstellen? Die Entscheidung, ob Grillstellen gesperrt werden, liege bei dem jeweiligen Waldbesitzer, heißt es im Landratsamt Ludwigsburg. In Ditzingen beispielsweise ist der Waldbrandgefahrenindex maßgeblich. Ist die mittlere Stufe, Stufe Drei, erreicht, werde gesperrt, sagt der Rathaussprecher Jens Schmukal. Und wenn es auch nur für einen Tag sei. Im Nachbarlandkreis Böblingen stimmen sich für eine Entscheidung die Kommunen mit den Forstrevierleitern ab.

   

Wie kann sich der Mensch schützen? Laut dem Bundesumweltamt sind nach Berechnungen einer bundesweiten Studie allein im Jahr 2015 bundesweit rund 6000 Menschen durch Hitze gestorben. Mediziner raten von körperlicher Aktivität besonders während der heißesten Tageszeit zwischen 11 und 18 Uhr ab. Einkäufe oder Sport sollten in die kühleren Morgen- und Abendstunden verlegt werden.

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