Streetfood in Weil der Stadt Einmal Känguru zum Mitnehmen, bitte

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Streetfood-Fiesta in Weil der Stadt. Bei Alex Czaikowsky gibt es Känguru am Spieß. Foto: factum/Simon Granville

Weil der Stadt - Es ist, als hätten sich die verschiedensten Länder verabredet, um ein kulinarisches Spektakel zu veranstalten. Von mexikanischen Wraps und schwäbischem Siedegebäck bis hin zu Crêpes und Kängurufleisch – bei der Streetfood-Fiesta in Weil der Stadt konnten die Besucher Spezialitäten aus der ganzen Welt ausprobieren.

Am Wochenende verwandelt sich der Carlo-Schmidt-Platz in eine vergnügte Genussmeile. „Fannis Kartoffelschmiede“ ist einer der ersten Food-Trucks, an dem man vorbeikommt, wenn man den Platz entlangschlendert. „Bei uns gibt es altes schwäbisches Essen auf die Hand. So stellen wir zum Beispiel süße und deftige Kartoffelpeitschen her. Die werden nach einem alten Hausrezept aus Naturteig hergestellt. Je nach Region werden Kartoffelpeitschen unterschiedlich zubereitet und haben unterschiedliche Namen. So würden manche zu unserem Siedegebäck ‚Kartoffelwurst’ oder ‚Zigarra’ sagen“, erzählt Silvia Kern, die Besitzerin des Trucks.

Ein Gebäck, viele Namen

Die 50-Jährige fügt hinzu: „Ich finde es witzig, welche unterschiedlichen Bezeichnungen es für die Kartoffelpeitschen gibt. Ich habe deshalb immer eine Liste dabei, wenn wir unterwegs sind und schreibe mir die Namen auf.“ Laura Thaysen, eine 19-jährige Studentin aus Rutesheim, hat eines der Siedegebäcke probiert. „Es schmeckt wirklich sehr lecker! Ein bisschen wie ein Berliner, nur ohne Füllung“, sagt sie. Kurz darauf geht sie ein zweites Mal zum Food-Truck und holt sich Nachschlag.

Bei „Alex Catering“ gegenüber ist jedoch so gar nichts mehr von lokalen Produkten zu erkennen. Nicht deutsche Hausmannskost wird hier angeboten, sondern Fleischspieße aus Australien. Um das zu untermalen, hat der Truck das Aussehen eines australischen Schulbusses und ein Känguru aus Plastik blickt aus der Tür. „Wer will, kann bei uns für 13 Euro Kängurufleisch essen“, sagt Alex Czaikowsky, der Besitzer des außergewöhnlichen Vehikels. „Wir wollen nicht nur die klassischen Würstchen anbieten, die man an jeder Ecke kaufen kann, sondern wir wollen den Menschen etwas Neues zeigen. Das kommt gut an – viele sind neugierig, wie das Kängurufleisch wohl schmeckt und probieren einen Bissen“, berichtet er.

Mal etwas anderes probieren

Die Lust auf etwas Neues verspürt auch Georg Hauser. Er ist Lehrer an einer Hochschule und wohnt in Weil der Stadt. „Ich würde viel lieber das Känguru probieren, als mir eine Kartoffelpeitsche zu kaufen. Das ist endlich mal etwas Anderes“, sagt er. „Die Streetfood-Fiesta habe ich mir genau so vorgestellt. Die ganzen verschiedenen Trucks und die kulinarische Vielfalt finde ich einfach toll.“

Nur ein paar Schritte weiter gibt es das nächste Geschmackserlebnis. Den Geruch von frischem Gemüse hat man schon von Weitem in der Nase. Verursacher ist der Food-Truck „Indo Meal – Genuss aus Indonesien“, der indonesische Eintopfgerichte mit Reis und Gemüse sowie Frühlingsrollen anbietet. Stolzer Besitzer des Food-Trucks ist Christian Wagner. Ihm gehörte früher ein Maschinenbauunternehmen, doch seine Liebe zur indonesischen Küche ließ ihn umdisponieren. „Ich liebe es, das Essen meiner Frau Noeky zu probieren. Sie kocht sehr gut und wollte schon immer in der Gastronomie arbeiten. Irgendwann dachten wir uns deshalb, dass es Spaß machen würde, mobile Gastronomie zu machen. So können wir flexibel entscheiden, wo wir hingehen und wann wir Zeit haben“, erzählt der gebürtige Krumbacher. „Jedes unserer Gerichte setzt sich aus etwa 38 Zutaten zusammen. Das ist eine Menge. Deshalb lassen wir die meisten Zutaten, wie Kurkuma oder Kreuzkümmel, direkt aus Indonesien kommen, damit der Geschmack möglichst authentisch ist“, erzählt er. „Die Vorbereitungen für ein solches Event sind dadurch sehr aufwendig. Wir brauchen oft einen ganzen Tag, um vorzukochen.“

Wer an einem der drei Tage die Streetfood Fiesta besucht hat, ist nicht mit leerem Magen nach Hause gegangen. Das Event war für viele die Möglichkeit, etwas ganz Neues zu essen und eine einmalige Gelegenheit, sich durch die verschiedensten Kulturen zu probieren.

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