Straßennetz unter der Lupe Heimsheims Straßen schneiden schlechter ab

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Mit der Analyse hat die Stadt eine Basis für zukünftige Sanierungsprojekte. Foto: 60661171

Heimsheim - Wie gut oder wie schlecht steht es eigentlich um die Straßen in Heimsheim? Um ein umfassendes Bild zu erhalten, hat die Stadt dafür eine Straßenzustandserfassung in Auftrag gegeben. Darin zeigt sich genau: Wie gut sind die Fahrbahnen und alles, was dazu ­gehört, noch in Schuss? In Kombination mit dem bereits bekannten Zustand des Wasserversorgungs- und Kanalnetzes können Sanierungen in Zukunft sehr viel ­gezielter angegangen werden.

Fast wie Schulnoten sehen die Ergebnisse des Ingenieurbüros Mayer aus Böblingen aus, die Sina Kiesel im Heimsheimer Gemeinderat vorgestellt hat. Der Gesamtwert 1,0 bis 1,5 bedeutet: An diesem Weg gibt es nichts zu bemängeln. Der sogenannte Warnwert liegt bei der „Note“ 3,5. Bei ­allen Straßen, deren Wertung darüber liegt, also schlechter ist, ist eine Sanierung erforderlich. In Heimsheim liegen rund 15 Prozent über dem Warnwert – deutlich mehr als bei Kommunen um Umkreis. Der Mittelwert liegt dort bei etwa sechs Prozent. Sina Kiesel vom Büro Mayer sieht daher einen „deutlichen Handlungsbedarf“. ­Immerhin: In Heimsheim sind rund 39 Prozent der Straßen in einem guten bis sehr guten Zustand, im Umkreis sind es nur knapp 31 Prozent.

Basis für ganzheitliches Sanierungskonzept

„Das ist das, was wir uns immer gewünscht haben“, kommentierte der Bürgermeister Jürgen Troll die Untersuchung. In Anbetracht der Ergebnisse klingt das zwar ein wenig befremdlich. Gemeint ist aber natürlich nicht das Ergebnis als ­solches. Sondern das Ziel der Stadt war es, „mehrere Masterpläne zu haben, die wir übereinander legen können“. Auf diese Weise können Sanierungsprogramme besser geplant werden. „Der aktuelle Zustand der Straßen dient als Grundlage für die ­Beschlüsse von zukünftigen Maßnahmen“, so Kiesel. Das Büro Mayer hat auch die anderen Masterpläne für Heimsheim für die Kanäle und Wasserleitungen erstellt. Damit ist nun ein ganzheitliches Sanierungskonzept möglich.

Doch wonach wurde das Straßennetz überhaupt bewertet? Eins ist klar: „Eine Straße besteht nicht nur aus einer Fahrbahn“, erklärte Sina Kiesel. Auch Grünflächen, Buchten, Schilder, Versorgungsleitungen und vieles mehr gehören dazu und werden in die Untersuchung einbezogen. Darüber hinaus zeigt die Erfassung: Wo ist eine oberflächliche Reparatur ausreichend, und wo muss man tatsächlich in die Tiefe gehen? Dafür wurden die Straßen eingehend analysiert: Wo gibt es Buckel und Löcher, wo gibt es Spurrinnen, wo gibt es sogar Risse und Schlaglöcher, und wo wurden Fahrbahnen bereits geflickt?

Pforzheimer Straße schneidet sehr gut ab

Bestnoten haben in Heimsheim nur Teile der frisch sanierten Pforzheimer Straße erhalten. Die schlechteren Straßen über dem Warnwert sind über das ganze Stadtgebiet verteilt, betroffen sind zum Beispiel Abschnitte der Heerstraße, der Sonnen- und Bloßenbergstraße sowie die komplette Gutekunststraße. Um die Vorlage immer möglichst aktuell zu halten, sollte die Erfassung alle fünf Jahre aktualisiert werden, riet Sina Kiesel. Diese Folgeuntersuchungen gingen aber immer ziemlich schnell vonstatten.

Die nächste Gemeinderatsitzung in Heimsheim ist am Montag, 11. März. Beginn ist um 19.30 Uhr, um 18 Uhr ist eine Sitzung des Technischen Ausschusses. Beide Termine sind öffentlich. Im Gemeinderat geht es unter anderem um den Waldkindergarten Wilde Wichtel Heimsheim: um Rückblicke und Ausblicke sowie um eine Erweiterung des Geländes. Auch sonst dreht sich vieles um Kinder: Themen sind außerdem die Außenanlagen in den Kinder­gärten Heerstraße und Lailberg II sowie der ­öffentliche Spielplatz im Baugebiet Lailberg II.

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